Tatverdächtiger Messerstecher vom Hauptbahnhof sitzt in Untersuchungshaft

mlzMesserstecherei

Der 16-Jährige, der am Samstag einen 23-Jährigen niedergestochen hat, sitzt in U-Haft. Er schweigt zu Tat und Motiv. Jetzt kommt die Frage auf, wie gefährlich ist der Hauptbahnhof?

Rauxel

, 09.04.2019, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenige Minuten vor Mitternacht kam es am Samstagabend an einem Bahnsteig des Hauptbahnhofs zu einem Streit, der in einer Messerstecherei endete. Der mutmaßliche Täter stellte sich noch am Sonntag der Polizei. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Der 16-Jährige aus Castrop-Rauxel wurde am Montag dem Haftrichter vorgeführt. Der erließ gegen den Beschuldigten einen Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Seitdem sitzt er in U-Haft. Zur Tat selbst und einem möglichen Motiv machte er bislang keinerlei Angaben. Die Ermittlungen dauern an.

Opfer schwebt nicht mehr in Lebensgefahr

Der 16-Jährige soll nach der Tat Samstagnacht mit einem Taxi vom Tatort geflüchtet sein. Das Taxi wurde von der Polizei beschlagnahmt und wird derzeit untersucht. Ob sich darin Blutspuren befanden, ist bislang nicht bekannt.

Das Opfer, ein 23-jähriger Castrop-Rauxeler, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr, wie die zuständige Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstag auf Anfrage bestätigte. Er hatte bei der Auseinandersetzung mehrere Stichverletzungen erlitten.

Ist der Hauptbahnhof ein gefährlicher Ort?

Direkt nach der Tat wurde eine Mordkommission eingerichtet. Die muss jetzt ermitteln, was sich am Bahnsteig zugetragen hat. Wie viele Personen an der Auseinandersetzung beteiligt waren, die letztlich zu der Messerattacke führten, ist bislang unklar. Klar ist aber, Opfer und mutmaßlicher Täter waren nicht alleine unterwegs, sondern in Gruppen. Letztlich soll es aber um einen Streit zwischen dem 16-Jährigen und dem 23-Jährigen gegangen sein.

Ist die blutige Messerattacke ein Einzelfall oder der Hauptbahnhof generell ein neuralgischer Punkt, wenn es um Kriminalität geht? Wenn es um Angsträume in der Stadt geht, wird zwar nicht der Hauptbahnhof selbst, aber zumindest immer wieder der dazugehörige Park&Ride-Parkplatz genannt. Dort wird seit Jahren die unzureichende Beleuchtung kritisiert, die den Parkplatz vor allem in den Wintermonaten zum Angstraum werden lässt. Entertainer Jörg Schlösser ist dort übrigens vor fünf Jahren überfallen und mit einem Messer verletzt worden. Seinerzeit hieß Schlösser noch Dussa, weil er noch nicht verheiratet war.

Tat ist ein schrecklicher Einzelfall

„Der Bahnhof ist aber grundsätzlich nicht auffällig“, widerspricht Andreas Wilming-Weber, Polizeisprecher im Kreis Recklinghausen, der Angstraum-These. Bei der Tat von Samstag handele es sich um einen Einzelfall, der aber gravierend sei. 2018 gab es insgesamt 146 Einsatzanlässe rund um den Bahnhof, zu dem auch der Vorplatz und die umliegenden Kneipen gehören. „Das sind aber nicht 146 Straftaten“, so Wilming-Weber. Denn Einsatzanlass heißt: Sobald sich jemand bei der Polizei mit dem Hinweis auf den Hauptbahnhof meldet, wird das als Einsatzeinlass notiert.

Grundsätzlich seien die Zahlen der Gewalt- und Straßenkriminalität in Castrop-Rauxel 2018 gesunken, sagt Wilming-Weber mit Verweis auf die aktuelle Kriminalitätsstatistik.

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