Stefan Wagener (r.) führt mit seiner Frau Rita Wagener (m.) und seiner Tochter Teresa den Friseursalon „Wagener - Der Friseur“. © Wagener
Coronavirus

Telefon steht nicht still, doch Castroper Friseur befürchtet Schlimmes

Friseure in NRW fürchten die Konsequenzen eines harten Lockdowns. Friseur Stefan Wagener aus der Altstadt glaubt nicht an eine Ausnahme für seine Branche. Freitag stand sein Telefon nicht still.

Der harte Lockdown wird kommen. Das hat das Land Nordrhein-Westfalen am Freitag (11.12.) beschlossen. Auch wenn es noch nicht fest steht: Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass diesmal auch Friseursalons bis auf weiteres ihre Türen schließen müssen.

Das trifft auch Friseure in Castrop-Rauxel hart. Stefan Wagener vom Traditions-Salon „Wagener – Der Friseur“ befürchtet einen kompletten Umsatzausfall, sofern alle Friseure tatsächlich schließen müssen. „Wenn der Lockdown kommt, werden die Umsätze wegbrechen und wir Friseure werden alle zu Hause sitzen“, meinte Wagener im Gespräch mit unserer Redaktion am Freitagnachmittag. „Wir warten aber ab und hoffen natürlich, dass es nicht so kommt.“

Vor Lockdown möglichst viele Kunden bedienen

Gerade jetzt herrsche für alle Friseure Hochkonjunktur. „Vor den Feiertagen wollen sich alle noch mal die Haare schneiden lassen. Besonders im Dezember wäre ein Ausbleiben der Umsätze besonders schlimm“, so Stefan Wagener. Er plane nun, noch so viele Kunden wie möglich zu bedienen, bevor vielleicht schon am Montag der Lockdown eintritt.

Deshalb, so Wagener, habe er auch nur wenig Zeit, mit unserer Redaktion zu sprechen. Denn auch viele Kunden hätten bereits angerufen und erkundigten sich nach ihren Terminen, die möglicherweise ab kommender Woche ersatzlos gestrichen werden müssen.

Wie viele Friseursalons landesweit wird
Wie viele Friseursalons landesweit wird “Wagener – der Friseur” vermutlich ab Montag leer bleiben. © Nora Varga © Nora Varga

Einige Friseure in Nordrhein-Westfalen spekulieren nun darauf, dass ihre Branche als systemrelevant eingestuft wird und so die Friseursalons einer Schließung entgehen könnten. Aktuell verhandelt der Zentralverband der Friseure mit der Landesregierung.

Im Bundesland Thüringen ist das so geregelt: Donnerstagabend wurde dort in einer Verordnung zwar beschlossen, dass es ab dem 19. Dezember einen „harten“ Lockdown geben soll. Anders als vielleicht in NRW werden jedoch Friseursalons davon nicht betroffen sein. Das ging aus der Verordnung hervor.

„NRW ist anders“

Während manche Friseurmeister die Einstufung als systemrelevante Branche für realistisch halten, glaubt Stefan Wagener nicht daran. „NRW ist anders“, sagt der Castroper Friseurmeister. „Hier gibt es viel mehr Menschen und weitaus höhere Infektionszahlen als in Thüringen.“ Er meinte Freitag: „Die Situation hier ist so schlimm, dass wir wohl schließen müssen, ob systemrelevant oder nicht.“

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