Teppichmesser gezückt: Seit 20 Jahren ist er Türsteher - und dann das

Ärger am Saunaclub

Den 30-Jährigen erinnert eine lange Narbe auf der Brust an den schlimmsten Tag seines Berufsleben. Auch sein Kollege hat so etwas in seiner 20-jährigen Laufbahn als Türsteher noch nie erlebt.

Castrop-Rauxel

, 03.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach einer Auseinandersetzung um das Honorar für die Dienste einer Prostituierten kam es vor einem Saunaclub zu einer heftigen Auseinandersetzung.

Nach einer Auseinandersetzung um das Honorar für die Dienste einer Prostituierten kam es vor einem Saunaclub zu einer heftigen Auseinandersetzung. © picture alliance/dpa

„Ich mach seit 20 Jahren die Tür, aber sowas habe ich noch nicht erlebt“: So ereiferte sich der bullige 41-Jährige, der im Security-Bereich tätig ist. Sein bis dato einmaliges Erlebnis hatte er in der Nacht im Dezember 2018. Damals wurde sein heute 30-jähriger Kollege von einem Gast des Saunaclubs, an dessen Tür er arbeitete, mit einem Teppichmesser schwer verletzt.

Der 41-Jährige selbst war nur zufällig vor Ort. Eigentlich war er krank, wollte aber seinem Kollegen einen Besuch abstatten und gucken, ob es auch ohne ihn glatt läuft. Doch an diesem Abend lief es alles andere als glatt.

Das konnte das Duo schon per Bildschirm verfolgen, dass zwei Gäste dort arbeitende Frauen auf das Schlimmste beleidigten und bedrohten. Einer von ihnen, ein 30-Jähriger, saß nun auf der Anklagebank. Er zückte nämlich kurz darauf ein Teppichmesser. „Dann wurde er zum Rambo“, sagte der Zeuge nun in einer Fortsetzung der Verhandlung um die gefährliche Körperverletzung im Amtsgericht Castrop-Rauxel.

Randalierer rausgeworfen - dann ging es rund

Die randalierenden Gäste mussten den obligatorischen Bademantel ab- und ihre Kleidung anlegen. Sie wurden des Hauses verwiesen. Doch auf dem Parkplatz ging es dann richtig zur Sache.

„Ich habe gesehen, wie der Angeklagte sein Auto aus der Parklücke fuhr und vor der Einfahrt mit laufendem Motor stehen ließ“, erinnerte sich der 41-Jährige. Danach sei der renitente Gast auf seinen ebenfalls nach draußen geeilten Bekannten zugegangen. Zunächst hätte es so ausgesehen, als wolle der diesem die Hand küssen, doch dann zückte er ein Messer – mit schlimmen Folgen, von denen eine rund 30 cm lange Narbe auf der Brust zeugt.

„Der hätte ihn von oben bis unten aufgeschlitzt“, zeigte sich sein bulliger Kollege vor Gericht nun überzeugt. Doch das Opfer, körperlich dem Täter weit überlegen, konnte den Angreifer wegschieben. Der lief dann weg, kam aber nicht weit. Denn inzwischen war die Polizei informiert. Die setzte dem Geschehen ein Ende sorgte dafür, dass das Opfer ins Krankenhaus kam.

100 statt 30 Euro? Streit um das Honorar

„Ich habe 20 Jahre in teils dreckigen Läden gearbeitet, aber so etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte der Zeuge. Er wandte sich dabei sich dem schmächtigen Mann auf der Anklagebank zu. Der war auf Einladung seines Cousins im Club. Dort hatte er eine Damenbekanntschaft gemacht, mit der er sich später ums Geld stritt. Anstelle der 30 Euro, so hatte er in der Hauptverhandlung berichtet, habe er plötzlich 100 Euro für deren Dienste zahlen sollen.

Was der Cousin zu sagen hat, muss an einem dritten Verhandlungstag gehört werden. Der Mann hatte seine Vorladung ignoriert: Er fehlte unentschuldigt.

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