Teure Planänderung: Autohaus muss Neubau zum Teil wieder abreißen

mlzAusstellungshalle

Der Neubau eines Castrop-Rauxeler Autohauses fällt erheblich kleiner aus als geplant. Damit wird ein jahrelanger Rechtsstreit beendet. Für den Betreiber wird das nun ziemlich teuer.

Habinghorst

, 04.02.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach monatelangem Baustopp geht es nun weiter beim Autohaus Habinghorst an der Rheinstraße. Doch vor dem Fortschritt geht es erst mal einen Schritt zurück: Die neue Ausstellungshalle, um die seit rund drei Jahren ein Rechtsstreit schwelt, soll voraussichtlich im August fertig werden.

Der sieben Meter hohe Rohbau wird derzeit wieder abgerissen. Die Brandwand an der Grenze zum Nachbargrundstück wird abgerissen, Teile der Stahlkonstruktion werden entfernt. Die neue Halle fällt nun ein Stück kleiner aus als ursprünglich geplant.

Gericht kippt Bebauungsplan

„Wir haben uns dazu entschlossen, den Rechtsstreit zu beenden“, erklärt Verkaufsleiter Thomas Uselding, „wir wollen die Halle endlich fertig stellen.“ Seit Anfang 2017 ruhten die Baumaßnahmen. Der Hintergrund: Ein Nachbar hatte gegen den rund sieben Meter hohen Neubau geklagt. Dieser habe eine erdrückende Wirkung auf seine Wohn- und Bürogebäude, argumentierte der Nachbar.

Die Richter am Verwaltungsgericht entschieden zunächst zu Gunsten des Autohauses. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster in zweiter Instanz kippte das Urteil. Die von der Stadt erteilte Baugenehmigung war somit hinfällig. Laut Urteil muss sich die Ausstellungshalle in Höhe und Breite an die deutliche niedrigere Bebauung auf dem Nachbargrundstück anpassen.

„Wir werden sechs Meter weit von der vormaligen Brandmauer abrücken“, sagt Uselding. Damit sind nach seiner Schilderung alle Auflagen erfüllt.

Aus 1400 Quadratmetern werden jetzt etwa 1100

Das bedeutet aber auch: Die neue Halle wird kleiner als geplant. Rund 1400 Quadratmeter für Ausstellung und Büroräume waren an dieser Stelle vorgesehen. Nun wird die Ausstellung rund 1000 Quadratmeter groß, plus rund 100 Quadratmeter für Büroräume. „Die Extrakosten für den Umbau halten sich in Grenzen“, so Uselding. Er rechne mit 60.000 bis 80.000 Euro. Das Gesamtvolumen der neuen Ausstellungshalle beläuft sich auf rund 2 Millionen Euro.

Die neue Ausstellungshalle für die Marke Škoda wurde bereits 2018 eröffnet. Hier finden die Modelle Platz, für die im Neubau nun kein Platz mehr ist.

Die neue Ausstellungshalle für die Marke Škoda wurde bereits 2018 eröffnet. Hier finden die Modelle Platz, für die im Neubau nun kein Platz mehr ist. © Christian Püls

Für die verringerte Ausstellungsfläche wurde bereits Ersatz geschaffen. 2018 wurde eine über 400 Quadratmeter große Halle für die Marke Škoda auf der gegenüberliegenden Seite des Betriebsgeländes eröffnet. So wird die neue Austellung nach Fertigstellung allein der Marke Seat und ihrer sportlichen Tochtermarke Cupra vorbehalten sein.

Verzögerung hat auch einen Vorteil

Zuvor sollten beide Marken aus dem Volkswagenkonzern unter einem Hallendach präsentiert werden. „Die neue Halle bekommt jetzt den ganz neuen Boutique-Look von Seat“, betont Uselding die positive Seite der Verzögerung, „den haben erst vielleicht ein Dutzend Händler.“

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