Wurst, Kaffee, Licht: THW hatte Spezialauftrag bei Horror-Unfall auf A2

mlzAutobahn-Unfall

Wenn es zu einem schlimmen Verkehrsunfall kommt, sind Feuerwehr, Rettungsdienst, Notarzt und Polizei die ersten, die gebraucht werden. Doch auch das THW war auf der A2 - mit einem Spezialauftrag.

Castrop-Rauxel

, 29.04.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sich die beiden direkt aufeinanderfolgenden Verkehrsunfälle um 19.45 Uhr auf der Autobahn A2 ereigneten, war es noch hell. Doch der dramatische Crash mit tödlichem Ausgang für drei teils junge Menschen zog eine lange Nacht für die Rettungskräfte und Polizei nach sich. Vor Ort war darum auch das Technische Hilfswerk mit 27 Leuten.

Jan Steinbock, Zugführer des Castrop-Rauxeler THW, war erst am frühen Nachmittag wieder wach: Er musste erst einmal ausschlafen nach einer durchgearbeiteten Nacht auf der A2, nicht weit von der eigenen Einsatzzentrale im Henrichenburger Gewerbegebiet entfernt. Gegen 21 Uhr wurde sein Trupp zur Unfallstelle dazu gerufen - als Amtshilfe für die Feuerwehr, die den Einsatz leitete.

Licht für die Ermittlungen

Das THW steht immer dann bereit, wenn es technische Hilfe leisten kann - und das konnte es am Abend nur zu gut. Denn die Unfallstelle musste ausgeleuchtet werden, damit die Bergung der Fahrzeuge und Fahrzeugteile und die Ermittlungsarbeiten der Sachverständigen anlaufen konnten. Denn die sind nun gefragt, den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren und eine Antwort auf die Frage zu finden: Wie konnte das passieren?

„Wir haben die Einsatzstelle mit Kollegen aus Recklinghausen taghell ausgeleuchtet“, sagt Jan Steinbock auf Anfrage unserer Redaktion - „die lange Auffahrt bis ganz sicher 50 Meter weit in den Parkplatz hinein“, so der Zugführer. Dazu baute der Trupp einen Pavillon auf, um Einsatzkräfte vor Ort gegen den zeitweise schauerartig herunter kommenden Regen zu schützen.

Bockwurst und Kaffee für die Helfer

Sechs Mitglieder des THW waren zudem im Verpflegungseinsatz: Zwischen 1 und 2 Uhr gab es für die zahlreichen Helfer vor Ort Kaffee, Wasser und Bockwürstchen, so schräg das bei einem tödlichen Drama auch klingt: „Die isst man dann eben so im Vorbeigehen“, so Steinbock, „um sich bei Kräften zu halten“.

Sein Eindruck von der Unfallstelle: „Es war ein schlimmer Unfall, es sah wild aus, es gab drei Tote. Die Bilder sind nicht schön, aber schwere Unfälle spielen sich nun einmal ab.“ Gegen 4 Uhr war der THW-Einsatz beendet. Nur die Polizei war noch ein bisschen länger vor Ort: Sie vermerkt ein Einsatzende um 5 Uhr.

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