Tierärzte und Corona: Hunde und Katzen müssen nicht alleine zum Doktor

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Auch für Tierarzt-Praxen gelten in der Corona-Krise strenge Auflagen. „Abstand halten“ ist wie überall das oberste Gebot. So meistern die Veterinäre in Castrop-Rauxel die Herausforderung.

Castrop-Rauxel

, 08.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Castrop-Rauxel ein krankes Haustier hat, findet auch in der Corona-Krise Hilfe in den Tierarzt-Praxen. Doch strenge Auflagen zur Eindämmung des Virus haben den Praxis-Alltag verändert. Zwei Veterinäre in der Europastadt verzichten zum Beispiel auf offene Sprechstunden.

„Abstand halten ist das wichtigste. Durch die ausschließlich telefonische Terminvergabe erreichen wir eine bessere Verteilung der Patienten“, sagt Tierarzt Dr. Jörg Ehrhardt. Die Praxis Dr. Georg Boesing handhabt es genauso.

Generell dürfen die Tierhalter mit ihren Lieblingen ausschließlich einzeln eintreten. „Wir bitten darum, nur mit einer Begleitperson zu kommen. Wenn kein Redebedarf ist, dann holen wir das Tier vom Auto auf dem Parkplatz ab und bringen es wieder retour“, erklärt Jörg Ehrhardt.

Parkplatz wird zum Wartezimmer für Tierhalter

Auch in der Praxis Dr. Axel Lehmann ist der Parkplatz zum Wartezimmer geworden. Hier gibt es aber noch eine offene Sprechstunde. „Wer sich an der Tür angemeldet hat, wartet anschließend im oder am Auto, bis wir ihn holen“, sagt Mitarbeiterin Christine Zaworski.

Die Halter dürften mit ins Behandlungszimmer kommen, erklärt die Tiermedizinische Fachangestellte. „Natürlich muss der Abstand von zwei Metern eingehalten werden.“ Die „sichtbare Nähe“ des Besitzers sei bei einigen Tieren oftmals hilfreich, meint auch Georg Boesing. „Ein Hund ist dann zum Beispiel deutlich ruhiger.“

Kaninchen lassen sich beim Tierarzt generell gut ohne die Anwesenheit des Besitzers behandeln.

Kaninchen lassen sich beim Tierarzt generell gut ohne die Anwesenheit des Besitzers behandeln. © dpa

Wenn Tiere aggressiv seien, sei es allerdings sehr schwierig, den geforderten Abstand zu wahren. Kaninchen und Katzen ließen sich in der Regel gut alleine behandeln.

Planbare Eingriffe müssen warten

Der 59-Jährige kümmert sich in der Corona-Krise ausschließlich um kranke und verletzte Tiere. „Planbare, nicht dringende Eingriffe müssen warten“, so Georg Boesing. Als Beispiele nennt er Kastrationen, Impfungen oder Zahnreinigungen.

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Wie entscheiden die Tierärzte im schlimmsten Fall, wenn ein treuer Gefährte eingeschläfert werden muss? Darf der Besitzer sein Tier im Arm halten? „Vielleicht ja – da wir zum Beispiel gerne Injektionen am Hinterbein verabreichen, wodurch ein gewisser Mindestabstand gewährleistet bleibt“, so Jörg Ehrhardt.

Er habe in den vergangenen drei Wochen kein Tier einschläfern müssen, sagt Dr. Boering. Man müsse den Einzelfall abwägen.

„Nur zum Einschläfern darf der Besitzer mit an den Behandlungstisch. Wir verlassen ja den Raum, dann gibt es keine Probleme mit dem Abstand“, so Christine Zaworski vom Praxis-Team Dr. Lehmann.

Plexiglas vor der Anmeldung, häufiges Reinigen und Desinfizieren

Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus seien unter anderem Plexiglas vor der Anmeldung, häufiges Reinigen und Desinfizieren, etwa von Türklinken oder EC-Cash-Gerät, das Tragen von Schutzkleidung und bargeldloses Bezahlen, berichtet Jörg Ehrhardt.

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Aktuell gebe es noch keine Erkenntnisse, wie und ob sich Katzen, Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen und Co. mit dem Virus infizieren können. „Die aktuelle Vermutung ist, dass Frettchen eventuell empfänglich sind“, so Jörg Ehrhardt. Auch für Tiere gelte deshalb: Abstand halten.

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