Das Tierheim Castrop-Rauxel kämpft mit Wasser im Keller und zu vielen Lkw vor der Haustür

mlzDeininghauser Weg

Das Tierheim Castrop-Rauxel kämpft mit Wasser im Keller und viel zu viel Lkw-Verkehr vor der Haustür. Außerdem müssen endlich neue Hundeboxen und eine Quarantänestation gebaut werden.

Castrop-Rauxel

, 07.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Tierheim am Deininghauser Weg hat seit Wochen mit einem massiven Problem zu kämpfen. Und das hat nichts mit den Tieren zu tun, die dort eine Heimat auf Zeit finden. Vielmehr geht es um das Abwasser, das eigentlich zum Deininghauser Bach abgeleitet werden soll. Dort aber kommt es nicht immer an, sondern kam erst im Hof hoch und hat jetzt den Keller eines der Gebäude geflutet.

Die Rohre, die teils komplett dicht waren, sind bereits durchgeblasen worden. Geholfen hat es nichts. Wie Johannes Beisenherz, Vorsitzender des Tierschutzvereins, schildert, gebe es offenbar ein kompliziertes Zuleitungs-Rohrnetz zum eigentlichen Abwasserkanal. „Irgendwo da muss wohl der Fehler sitzen“, meint Beisenherz.

Kamerafahrt soll Fehler finden

Um das massive Wasser-Problem endlich in den Griff zu bekommen, hatte sich Beisenherz nun an den EUV, die Emschergenossenschaft und an die Firma Oscar Kanalsanierungstechnik an der Industriestraße gewandt.

Oscar-Geschäftsführer Thomas Stüer reagierte aus Sicht von Johannes Beisenherz prompt und für das ständig in Geldverlegenheit agierende Tierheim mit einem tollen Angebot: „Die Firma übernimmt die Kanaluntersuchung per Kamerafahrt komplett kostenlos, das hilft uns enorm“, so Beisenherz.

Das Tierheim Castrop-Rauxel kämpft mit Wasser im Keller und zu vielen Lkw vor der Haustür

Die Firma Oscar Kanalsanierungstechnik hat am Donnerstag kostenlos untersucht, woher die Abwasserprobleme im Tierheim rühren. © Thomas Schroeter

Am Donnerstag stellte sich Thomas Stüer mit seinem Team nun am Deininghauser Weg ein, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Wie man anschließend technisch weiter macht, will der Tierschutz-Verein dann mit EUV und Emschergenossenschaft klären.

Über 100 Tiere

  • In der Regel sind über 20 Hunde im Tierheim, in Hochzeiten 45 bis 50 Katzen, dazu durchaus bis zu 30 bis 40 Kleintiere wie Kaninchen, Chinchillas oder Meerschweinchen.
  • Die Tiere kommen auf den unterschiedlichsten Wegen, werden als Fundtiere abgegeben, werden aus Haushalten geholt oder freiwillig am Deininghauser Weg abgegeben.

Das Wasser-Desaster ist aber nicht die einzige Aufgabe, die Beisenherz und seine Mannschaft gerade angehen müssen. Dazu gehört im Umfeld des Tierheims der immer wüster werdende Lkw-Verkehr auf dem engen und bordsteinlosen Deininghauser Weg, der vor dem Tierheim für Fußgänger schon häufiger für kritische Situationen gesorgt hat.

Lkw-Verkehr sorgt für Gefahrsituationen

Johannes Beisenherz: „Mit dem Logistikzentrum, das sich am Deininghauser Weg ansiedelt, und mit der Entwicklung des Knepper-Geländes wird das bestimmt nicht besser. Daran darf ich gar nicht denken.“ Man sei immerhin schon einmal froh, dass man inzwischen Tempo 30 im Tierheim-Bereich durchsetzen konnte.

Auf Dauer müsse man sehen, wie man den Deininghauser Weg entlastet bekomme, findet Beisenherz. „Eigentlich sollte ja die Klöckner-Straße als Erschließungsstraße für das komplette Gebiet dienen“, weiß er aus seiner Zeit als Bürgermeister.

Zum Härtetest werde die aktuelle Sperrung des Deininghauser Weges, die es von Freitag, 7. Februar, bis Dienstag, 11. Februar, nötig macht, dass der Verkehr der Unternehmen und zum Bringhof des EUV komplett am Tierheim vorbei abgewickelt werden muss.

Das Tierheim Castrop-Rauxel kämpft mit Wasser im Keller und zu vielen Lkw vor der Haustür

Der Lkw-Verkehr auf dem Deininghauser Weg führt rund um das Tierheim immer wieder zu gefährlichen Situationen. © Thomas Schroeter

Im Tierheim selbst müssen zwei Bauvorhaben realisiert werden. So werden zehn neue Hundehütten gebaut, „weil wir immer Platznot haben“, so Beisenherz. Das Tierheim ist bekanntlich Anlaufpunkt für die Ordnungsämter der Städte Castrop-Rauxel und Waltrop, wenn etwa gefährliche Hunde aus Wohnungen geholt werden.

Quarantänestation muss gebaut werden

Zudem brauche man dringend eine Quarantänestation für alle Tiere. „Das ist eine Auflage des Veterinäramtes“, sagt Beisenherz. Planung und Genehmigung dieser Station, die alle ankommenden Tiere erst einmal durchlaufen sollen, lägen schon vor. Nur an den finanziellen Mitteln arbeite man noch, müsse Fördermittel über den Deutschen Tierschutzbund und bei anderen Mittelgebern beantragen.

Denn Geld ist immer knapp im Tierheim. Man habe das Delta zwischen Einnahmen und Ausgaben zwar reduzieren können, buttere aber immer noch rein. So ist man weiter auf Spenden angewiesen, hoffe aber auch auf höhere Beiträge der Städte, mit denen man im Gespräch sei. Beisenherz: „Ich denke da auch an unsere Mitarbeiter, denen wir gern mehr zahlen würden. Denn Tierpflege ist wie jede Pflege nicht gerade gut dotiert.“

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