Training für die grauen Zellen

CASTROP "Wer rastet, der rostet!" Dieses geflügelte Wort gilt nicht nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die geistige. Gehirnjogging gegen Vergesslichkeit. Das will das Gedächtnistraining erreichen.

von Von Gabriele Regener

, 15.09.2007, 10:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Dörte Preuß ließ sich in Münster ausbilden und bietet nun Kurse für Gedächtnistraining an. Regener</p>

<p>Dörte Preuß ließ sich in Münster ausbilden und bietet nun Kurse für Gedächtnistraining an. Regener</p>

Auch Dörte Preuß hatte sich vor rund einem Jahr Gehirnjogging verordnet, als sie feststellte, dass die spanischen Vokabeln nicht mehr so zügig in den Kopf wollten wie früher. Doch statt einen entsprechenden Kurs zu besuchen, machte sie gleich Nägel mit Köpfen - und den Trainerschein. In Münster ließ sich die 62-jährige Castroperin beim Bundesverband für Gedächtnistraining ausbilden und gibt nun selbst Kurse.

Debüt begeisterte

Sie erzählt begeistert von ihrem Debüt im letzten Herbst. Von der Gruppe, deren Teilnehmer zwischen 48 und 81 Jahre alt war, und die es wissen wollten. Die beim Trainingsthema Deutschland die Präsidenten und Kanzler auflisteten, Flüsse den entsprechenden Städten zuordneten und den Städten bekannte Spezialitäten. Wie Marzipan zu Lübeck. Das Ungewohnte dabei ist, diese Dinge auf eine andere Art abzurufen. So wird das Wissen in einem neuen Zusammenhang gefordert.

Der gar nicht vorhandene Zusammenhang zehn einzelner Worte war es auch, der den "Zahlenmenschen" Dörte Preuß überzeugte, dass das Training etwas bringt. Zehn Wörter, willkürlich zusammengestellt, sollten bei ihrer Ausbildung die Basis für eine knappe erfundene Geschichte sein. Und die wurde so komisch, dass die ehemalige Bankkauffrau diese Wörter noch immer kennt.

Ihr Kurs umfasst zehn Treffen zu jeweils 90 Minuten, kurze Pause inbegriffen. Bei jeder Veranstaltung achtet sie darauf, dass nach und nach alle Gehirnregionen aktiviert werden. Sei es mit dem Einprägen von Gesichtern, einer Zahlenpyramide oder dem Zitate erkennen. Und zwischendurch gibt es eine kleine sportliche Einlage, was ebenfalls gut ist für das Gehirn. Den entsprechenden Trainerschein (für Seniorensport) hat Dörte Preuß übrigens auch.

Raum fehlt

Was fehlt, ist derzeit ein Raum, in dem sie ihre Kurse anbieten kann. Und der sollte im Stadtteil Castrop sein, gern in einem Gemeindehaus der Kirchen. Denn hier ist Dörte Preuß bekannt, da wissen die Leute, mit wem sie ihre grauen Zellen wieder auf Vordermann bringen.

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