„Treffpunkt“ wird renoviert: Warum Kadur Morgner auch 2019 noch hinterm Tresen steht

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Die Kneipe „Treffpunkt“ an der Lönsstraße war nach einem Feuer lange geschlossen. Jetzt wird renoviert und es gibt einen Zeitplan zur Neueröffnung. Was treibt Pächterin Kadur Morgner dazu?

Castrop

, 22.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf der klassischen Kneipen gibt es noch in der Castroper Altstadt. So berichteten wir Anfang des Monats über das Kneipensterben in Castrop-Rauxel. Das stimmt allerdings nur vorübergehend.

Denn der „Treffpunkt“ an der Lönsstraße wird wieder öffnen. „Seit vier Wochen wird renoviert“, sagt Pächterin Kadur Morgner am Mittwoch (21. August) im Gespräch mit der Redaktion.

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Ein kurzer Rückblick: Im Januar 2019 hatte ein Feuer die Räume der Kneipe in unmittelbarer Nähe der Einkaufszentrum Widumer Platz zerstört. „Ein Defekt in der Elektrik“, erklärt Morgner noch einmal, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Nachdem der erste Schock des Feuers überstanden war, folgte der Papierkrieg mit der Versicherung. Schließlich und endlich kommt die aber nun für die Sanierung der Räume auf.

Komplett neu eingerichtet

Für den „Treffpunkt“ heißt das jetzt in den kommenden Wochen: Komplette Neueinrichtung. Von den Kabeln in der Wand bis zu den Stühlen muss alles neu gemacht werden, denn in den Räumen war nach dem Brand nichts quasi mehr brauchbar. Das gilt auch für die bei dem Brand massiv beschädigte Decke. Die wurde abgehängt.

„Treffpunkt“ wird renoviert: Warum Kadur Morgner auch 2019 noch hinterm Tresen steht

Der „Treffpunkt“ an der Lönsstraße vor dem Brand im Januar. © Regener

Daneben gibt es aber noch eine Neuerung im neuen alten „Treffpunkt“. Denn in Zukunft verfügt die Gaststätte auch über einen Darts-Automaten. Getreu dem Motto: Wenn man schon mal dabei ist, kann man es auch gleich noch besser machen. Mit dem moderne Gerät für Fans der Triple 20 hofft Kadur Morgner auch neue Gäste für ihre Kneipe gewinnen zu können.

Zusätzlich zur Stammkundschaft versteht sich. Für die gibt es eine komplett neue Bar und Bestuhlung.

Neue Kneipe trotz Kneipensterben?

Aber warum führt man eine Kneipe heutzutage noch fort? Hätte sie nach dem Brand nicht sagen können: Das war es? Denn viele Kneipiers klagen schließlich über ein immer schlechteres Geschäft spätestens seit dem Rauchverbot in der Gastronomie.

Für Morgner gibt es da einfache Antworten. „Ich bekomme nur eine kleine Rente. Müsste ohne die Kneipe zum Amt. Das will ich nicht“, erklärt die sehr agile 72-Jährige, warum sie mit ihrem „Treffpunkt“ auch nach dem Brand und der langen Pause nun weiter machen will.

Mit dem „Treffpunkt“ sei sie als Pächterin in den letzten zehn Jahren einigermaßen über die Runden gekommen. „Außerdem habe ich immer schon gearbeitet. In der Werbung, im Einzelhandel und in der Altenpflege.“ Gerade letzteres sei ihr dann aber, je älter sie wurde, zu sehr an die Substanz gegangen. Körperlich und geistig.

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Ein Leben ohne Arbeit wäre für sie aber keine dauerhafte Lösung gewesen. Und eine dauerhafte Arbeitslosigkeit auch nicht „Da hat sich seinerzeit die Möglichkeit mit dem Treffpunkt ergeben. Das hab ich dann genutzt“, erinnert sich Kadur Morgner an den Start an der Lönsstraße. Der hat sich unter der Führung der 72-Jährigen zum festen Bestandteil der Castroper Gastronomie-Landschaft entwickelt. Und dann kam das Feuer.

Wiedereröffnung für Spätsommer geplant

Wann genau im „Treffpunkt“ nach der aufwendigen Renovierung nun wieder das erste Bier aus dem Hahn kommt und über den neuen Tresen geht, ist noch nicht klar. Der Zeitplan sieht vor, dass es zwischen Anfang und Mitte September soweit sein soll. Wenn mit den Arbeiten alles passt wie geplant.

Dann wird Morgner wieder hinter der Theke stehen. Täglich von 9 bis 16 Uhr. In der Abendschicht von 16 bis 22 Uhr (Ende offen) bekomme sie dann Unterstützung von einer Aushilfe. Wie üblich.

Und die Castroper Kneipenszene wird wieder um eine Adresse reicher sein.

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