Turnhalle als Testzentrum: Corona-Massentest an Frohlinder Grundschule

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Nach einem positiven Corona-Test wurde an der Frohlinder Lindenschule jetzt ein Massentest durchgeführt. Mittlerweile ist schon jede zweite Schule im Kreis von Infektionsfällen betroffen.

Frohlinde

, 05.11.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dort, wo sonst Bälle durch die Gegend fliegen, Matten über den Boden rutschen und Kinder auf Kästen balancieren, war am Donnerstagvormittag alles anders. Der Grund: Nachdem in der Lindenschule in Frohlinde ein positiver Corona-Fall bekannt geworden ist, ordnete das Gesundheitsamt jetzt einen Massentest von Schülern an.

36 Viertklässler werden getestet

Keine Seltenheit, denn mittlerweile gibt es an fast jeder zweiten Schule im Kreis Recklinghausen mindestens einen Corona-Fall. Laut Pressestelle des Kreises sei an 92 Schulen mindestens ein positives Test-Ergebnis ermittelt worden – das entspricht der Hälfte aller Einrichtungen. Betroffen seien Schüler und Lehrer aller Schulformen.

Die Schilder in der Turnhalle verdeutlichten den Eltern und Kindern noch einmal die geltenden Hygieneregeln.

Die Schilder in der Turnhalle verdeutlichten den Eltern und Kindern noch einmal die geltenden Hygieneregeln. © Marius Paul

An der Grundschule in Frohlinde wurde deshalb kurzerhand die Turnhalle in ein improvisiertes Testzentrum verwandelt. Holzbänke, auf den normalerweise im Unterricht die Schüler sitzen können, fungierten als Trennwände und sorgten für einen geordneten Ablauf.

Insgesamt 36 Viertklässler wurden am Donnerstag von einem mobilen Einsatzteam des Deutschen Roten Kreuzes auf eine mögliche Corona-Infektion hin getestet. Für die Eltern und vor allem die Kinder eine außergewöhnliche Situation. Der Respekt vor dem Test war groß. „Ich weiß nicht genau, wie das funktioniert“, fragte beispielsweise der neunjährige Emil, für den es der erste Corona-Test überhaupt war.

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Die Kinder, die es schon hinter sich hatten, machten den in einer Schlange und mit ausreichend Abstand auf ihren Test wartenden Mitschülern allerdings Mut. „Bei mir hat es nur etwas gekitzelt“, erklärte eine Schülerin. Für ein anderes Kind war der Test zwar „unangenehm, aber man konnte es aushalten.“

Und die Eltern? Für die stellte sich vor allem die Frage nach dem weiteren Vorgehen. „Man weiß gar nicht, wie lange wir jetzt auf die Ergebnisse warten müssen. Das kann ja derzeit scheinbar zwischen zwei und sieben Tagen dauern“, so eine Mutter.

Kurzfristige Test-Ankündigung

Der Termin für den Massentest wurde auch der Schule scheinbar äußerst kurzfristig angekündigt. Erst am Mittwochnachmittag habe er von dem angeordneten Test erfahren, erklärte ein Verantwortlicher. „Wir mussten dann sehr spontan noch die Turnhalle umrüsten, aber das hat glücklicherweise alles reibungslos funktioniert.“

Der Umgang des Gesundheitsamtes mit dem Corona-Fall sorgt an der Lindenschule für einige Fragezeichen. Bereits am vergangenen Freitag (30. Oktober) war das positive Testergebnis offiziell gemeldet und 30 Schüler aus der vierten Klasse umgehend in Quarantäne geschickt worden.

Fortsetzung des Schulbetriebs noch ungewiss

Da das infizierte Kind am Montag (26. Oktober) letztmals Kontakt zu den Mitschülern hatte, wurde dieser Tag als ausschlaggebender Termin für die Anordnung der Quarantäne herangezogen. Anfang kommender Woche läuft eben diese ab.

Ob bis dahin aber alle Testergebnisse vorliegen, ist angesichts der aktuell angespannten Situation in den Laboren durchaus fraglich. Und ob der Schulbetrieb in der nächsten Woche dann wieder normal aufgenommen werden kann, ist ebenfalls unklar.

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Sicher dürfte nur sein: Das mobile Testzentrum mit seinen zahlreichen Stäbchen, Schildern und Absperrungen sowie den Rot-Kreuz-Mitarbeitern in ihren Schutzausrüstungen ist bis dahin längst Geschichte, dürfte für die Viertklässler aber als nachhaltige Erinnerung an die Pandemie im Gedächtnis bleiben.

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