Umarmung statt Verurteilung

Nachbarn vor Gericht

CASTROP-RAUXEL Selten wird ein Nachbarschaftsstreit so versöhnlich zu Ende gebracht: Erst flogen die Fetzen - doch am Donnerstag vor Gericht, einigten sich die Parteien auf herzliche Umarmungen, bei denen auch ein paar Tränen flossen.

von Von Gabi Regener

, 23.10.2009, 13:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Friedhofstgärtnermeister wehrt sich heute gegen die fristlose Kündigung seines Arbeitsverhältnisses.

Ein Friedhofstgärtnermeister wehrt sich heute gegen die fristlose Kündigung seines Arbeitsverhältnisses.

Der Beklagte, ein 22-jähriger Student, gab unumwunden zu, die 54-jährige Nachbarin beleidigt zu haben. "Er hat sich höchst unangemessen ausgedrückt", fasste seine Anwältin zusammen.Eine Baustelle sorgt für Streit Der Auslöser für die Auseinandersetzung zwischen dem Studenten und seiner Nachbarin war eine Baustelle gewesen, die über Monate in der Wohnstraße der Kontrahenten war.

Der junge Mann hatten eine Sperre zur Seite gerückt,  um sich einen Umweg zu ersparen. Die Nachbarin sah das und informierte die Baufirma. Die verbale Auseinandersetzung eskalierte. Peinlich waren ihm und dem Bruder, der ebenfalls dabei war, der Auftritt schon bald. Mit einer "XXL-Pralinenschachtel" ausgestattet, hatten sich die beiden schon kurz nach dem Ausraster bei der Klägerin entschuldigt.

"Sie haben wirklich tiefe Reue gezeigt", beteuerte die Frau im Zeugenstand. Beeindruckt von der aufrichtigen Geste, wollte sie die Klage zurücknehmen. Das tat sie auch am 16. Juni per Fax, das sie an die Recklinghauser Polizei schickte.

Dieses wichtige Dokument ist allerdings nicht im Amtsgericht angekommen. Sonst wäre der Termin sicherlich im Vorfeld gestrichten worden. Aber auch so ging die Angelegenheit für alle gut aus: Das Verfahren wurde eingestellt.

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