Die Zahl der Todesfälle in Castrop-Rauxel, die im Zusammenhang mit Corona stehen, sind im Verhältnis zu den Zahlen in der Region überraschend. © picture alliance / dpa
Coronavirus

Update: Zahl der Corona-Toten je Einwohner überrascht in Castrop-Rauxel

Die Zahl der Corona-Todesfälle steigt deutschlandweit dramatisch an. In Castrop-Rauxel ist die Zahl der Verstorbenen je Einwohner trotz aktuell weiterer 8 Todesfälle im Vergleich überraschend.

Update 15. Januar, 9.24 Uhr:

Über Nacht kann sich manchmal Entscheidendes ändern. Von Donnerstag auf Freitag ist das eingetreten. Gab es in Castrop-Rauxel am Donnerstag noch 17 Menschen, die seit Beginn der Pandemie mit oder an Corona verstorben sind, meldete der Kreis Recklinghausen in seinen aktuellen Daten am Freitagsmorgen auf einmal 8 weitere Todesfälle.

Der Tag, an dem die Todesfälle gemeldet werden, muss dabei nicht immer der Tag sein, an dem sich die Todesfälle auch ereignet haben. Bis zur offiziellen Meldung in der Corona-Übersicht des Kreises können manchmal auch mehrere Tage vergehen.

Neue Todesfälle verändern die Berechnung

Gestorben sind in Castrop-Rauxel jetzt weitere sechs Frauen im Alter von 71, 85, 89, 94, 99 und 103 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 79 und 84 Jahren.

Die 8 weiteren Todesfälle, die die Gesamtzahl in der Europastadt nun auf 25 haben ansteigen lassen, ändert natürlich auch die Berechnung des Faktors Todesfälle je Einwohner, den wir in diesem Bericht angestellt haben. Waren wir noch am Donnerstag bei 17 Todesfällen auf 73.348 Einwohner* zu einem Faktor von 1 Todesfall je 4.314 Einwohner gekommen, so fällt die Rechnung am Freitagmorgen anders aus.

Bei 25 Todesfällen auf 73.348 Castrop-Rauxeler Einwohner kommt nun 1 Todesfall auf 2934 Einwohner. Aber auch damit steht die Europastadt im Vergleich zu vielen anderen Städten in der Umgebung immer noch vergleichbar gut da. Wenn man im Zusammenhang mit Todesfällen überhaupt von „gut“ sprechen kann.

Ursprungsfassung Donnerstag, 14. Januar, 20.30 Uhr:

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle in Deutschland hat am Donnerstag (14.1.) einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1244 neue Todesfälle, zudem wurden 25.164 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand bei den Toten war mit 1188 am 8. Januar erreicht worden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zieht daher sogar einen längeren Lockdown in Betracht und stimmt die Bevölkerung darauf ein. Schlimmstenfalls müssten die Beschränkungen bis Ostern gelten. Darüber entscheiden könne man erst ab Sonntag, so Laschet in einem Interview mit dem „Kölner Stadtanzeiger“. Dann ergebe sich ein „realistisches Bild“ der Infektionszahlen, das auch die Feiertage abbilde. Am 25. Januar werden die Ministerpräsidenten erneut beraten.

17. Todesopfer in Castrop-Rauxel zu beklagen

Auch in Castrop-Rauxel wurde am Donnerstagmorgen vom Kreis Recklinghausen ein weiterer Todesfall gemeldet, mittlerweile der 17. Fall in der Europastadt, bei dem Verstorbene zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Diesmal handelt es sich um eine 95-jährige Frau.

Der erste Corona-Todesfall in Castrop-Rauxel wurde am 5. Mai gemeldet. Damals starb ein 51-jähriger Mann, der laut Kreis-Mitteilungen unter Vorerkrankungen gelitten hatte.

Seither meldete der Kreis 16 weitere Todesfälle von Castrop-Rauxelern, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen:

  • am 21. Juli den eines 49-jährigen Mannes,
  • am 29. Juli den einer 80-jährigen Frau,
  • am 26. August den Tod eines 61 Jahre alten Mannes,
  • am 1. September den einer 87 Jahre alten Frau.
  • Am 23. Oktober wurde der Tod einer 80-jährigen Frau an den Folgen der Corona-Infektion gemeldet,
  • am 3. November wurde der Tod eines 78 Jahre alten Mannes bekannt,
  • am 4. November der eines 86 Jahre alten Mannes,
  • am 17. November der Tod eines 67-jährigen Mannes

Weitere 8 Todesfälle wurden seit Anfang Dezember gemeldet:

  • am 2. Dezember der einer 91-jährigen Castrop-Rauxelerin,
  • am 17. Dezember wurde der Tod einer 61 Jahren alte Frau sowie eines 72 Jahren alten Mannes bekannt,
  • am 18. Dezember der eines 69 Jahre alten Mannes.
  • Am 9. Januar meldete der Kreis gleich drei weitere Todesfälle. Gestorben waren eine Frau im Alter von 97 Jahren und zwei Männer im Alter von 74 und 93 Jahren.
  • Schließlich wurde am Donnerstag (14.1.) der Tod der 95-jährigen Frau bekannt, bei der zuvor das Coronavirus nachgewiesen worden war.

[ursprünglich hatten wir bei einigen Menschen von den Todesdaten geschrieben. Das ist aber nicht richtig. Das genaue Todesdatum hat der Kreis in keinem Fall mitgeteilt, Anm. d. Red.]

Zahlen liegen unter denen anderer Kommunen

Jeder Todesfall ist natürlich ein Todesfall zu viel. Mit der Zahl der bisherigen Corona-Todesfälle steht Castrop-Rauxel im Vergleich der Toten zur Einwohnerzahl (17 Todesfälle auf 73.348 Einwohner*) zu anderen Städten im Kreisgebiet und in der näheren Umgebung aber vergleichsweise noch gut da. Umgerechnet ist das nämlich 1 Todesfall je 4.314 Einwohner.

Im Kreisgebiet liegt Castrop-Rauxel damit im erträglichen Bereich. Das zeigen diese Zahlen:

Stadt / Todesfälle / Einwohner / Faktor (1 Todesfall auf so viele Einwohner)

Datteln 54 / 34.596 /1:641

Dorsten 27 / 74.704 /1:2767

Gladbeck 51 / 75.610 /1:1483

Haltern am See 4 / 37.850 / 1:9427

Herten 61 / 61.821 /1:1013

Marl 40 / 84.067 /1:2102

Oer-Erkenschwick 27 / 31.421 /1:1164

Recklinghausen 93 / 111.397 / 1:1198

Waltrop 14 / 29.328 / 1:2095

Das Bild ändert sich in der Umgebung nicht: In Lünen etwa kommen auf 86.348 Einwohner aktuell 72 Todesfälle (1:1199). Oder Schwerte, wo es auf 46.195 Einwohner 29 Todesfälle gibt (1:1593). Und auch die Nachbarstadt Dortmund (588.250 Einwohner) steht mit 201 Verstorbenen schlechter da (1:2927).

*Alle Einwohnerzahlen stammen von IT.NRW vom 31.12.2019

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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