An einer Schule in Castrop-Rauxel wird Basketball gespielt, trotz November-Lockdown. Das behauptet der Vater einer Schülerin. Unser Foto stammt aus März 2020 und zeigt ein Spiel des Castroper BC gegen Schalke 04. Der Amateursport darf derzeit nicht in die Sporthallen. © Volker Engel (Archiv)
Schulsport

Vater: Gegen Empfehlung wird an Castrop-Rauxeler Schule Basketball gespielt

Das Schulministerium empfiehlt, in Coronazeiten auf Kontakt-Sportarten im Schulsport zu verzichten. An einer Castrop-Rauxeler Schule wird offenbar dennoch Basketball gespielt, sagt ein Vater.

Der Hinweis für unsere Recherche kommt vom Vater einer Schülerin. Sie geht in die zehnte Jahrgangsstufe einer Castrop-Rauxeler Schule. Dort werde – behauptet der Vater – Basketball gespielt. Er ist unserer Redaktion bekannt, will seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen.

„Da spielt Mannschaft gegen Mannschaft, da werden nicht nur Korbwürfe geübt“, sagt er am Donnerstag (26. November) zum Sport-Unterricht am Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG): „Noch in dieser Woche war das so.“

Ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung ist das zwar nicht. Das NRW-Schulministerium hat den Sport-Unterricht generell erlaubt und auch keine Sportarten explizit im Unterricht verboten.

Aber es hat klare Empfehlungen ausgesprochen. Darin heißt es: „Wissenschaftler und Experten raten dazu, Sportarten und Bewegungsformen, die zu hoher körperlicher Belastung bei gleichzeitig engem Körperkontakt führen, in Sporthallen nicht zu betreiben.

Kontaktintensive Übungs- und Wettkampfformen sollen demnach nicht durchgeführt werden (z.B. Fußball, Handball, Basketball). Technische und taktische Elemente dieser Sportarten können in Kleingruppen jedoch wie bisher thematisiert werden.“

Vatersieht Ungleichbehandlung

Der Vater macht sich einerseits Sorgen um seine Tochter, andererseits sieht er eine Ungleichbehandlung. „Wieso darf man im Schulsport Basketball spielen, während für alle Amateursportler die Hallen geschlossen sind?“, fragt der Vater einer ASG-Zehntklässlerin.

Joachim Höck, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums sagt, er habe die Empfehlungen des Landes NRW an seine Sport-Kollegen weitergeleitet.
Joachim Höck, Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums sagt, er habe die Empfehlungen des Landes NRW an seine Sport-Kollegen weitergeleitet. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Wir haben am ASG nachgefragt, was an der Geschichte dran ist. Schulleiter Joachim Höck sagt: „Was in den einzelnen Sportstunden unterrichtet wird, weiß ich nicht im Detail. Ich kenne diese Empfehlungen zum Schulsport und gehe davon aus, dass auch meine Kollegen in der Fachschaft Sport sie kennen. Ich habe die Empfehlungen an sie weitergeleitet und verlasse mich darauf, dass meine Kollegen verantwortungsvoll und mit Fingerspitzengefühl entscheiden.“

Am Freitag (27. November) gab es laut Höck keinen „akuten Coronafall am ASG“. Einige Tage zuvor waren es noch drei akute Coronafälle in verschiedenen Jahrgängen gewesen, einer auch in der Jahrgangsstufe 10*. Doch Joachim Höck erklärt: „Es gibt am ASG keinerlei Hinweis darauf, dass das Infektionsgeschehen mit dem Schulsport zusammenhängt.“

*In einer ursprünglichen Version des Textes hatte es geheißen, es habe keinen Coronafall in der Jahrgangsstufe 10 gegeben. Das ist nicht richtig. Vielmehr hatten wir Herrn Höck irrtümlich nach der Situation in der Jahrgangsstufe 11 (Q1) gefragt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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