Verbraucherzentrale schult Gefangene in Finanzfragen

JVA Meisenhof

ICKERN Wenn Häftlinge entlassen werden, haben sie es oft schwer mit dem lieben Geld. Die offene Vollzugsanstalt Meisenhof bietet deshalb zusammen mit der Verbraucherzentrale ein Finanztraining für Ex-Knackis an.

von Von Christoph Witte

, 07.10.2009, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Solidarfonds spendet 1100 Euro an die JVA für Seminare zur Förderung der Finanzkompetenz Gefangener.

Solidarfonds spendet 1100 Euro an die JVA für Seminare zur Förderung der Finanzkompetenz Gefangener.

Nur Betrüger bleiben draußen. "Die würden das wahrscheinlich nutzen, um sich noch mehr Wissen anzueignen", sagt Bernhard Schawe-Bergjohann, Sozialarbeiter der offenen Vollzugsanstalt Meisenhof.

Seit 2007 kooperiert die JVA mit der Verbraucherzentrale und bietet viermonatige Seminare, die Gefangene in Finanzfragen auf das Leben nach dem Knast vorbereiten. Bislang gut unterstützt vom Rotary-Hilfswerk, hat das Resozialisierungsprojekt jetzt 1100 Euro von der Solidarfonds-Stiftung bekommen.

"Es ist ein kleines, feines, aber wichtiges Projekt", beschreibt Anstaltsleiter Ralf Bothge. Der Meisenhof hat damit ein Vorreiterrolle eingenommen, prüft die Justiz doch inzwischen, solche Kurse zur Stärkung der Finanzkompetenz flächendeckend anzubieten. Gefangene sollen den Umgang mit Geld lernen. "Deshalb wollen wir Aufklärungsarbeit leisten", ergänzt Susanne Voss von der Verbraucherzentrale. Gemeinsam mit Kollegin Melanie Kleefeld schult sie die Inhaftierten.

Welche Rechte und Pflichten entstehen mit dem Abschluss etwa eines Handy-Vertrages? Wie stelle ich einen Haushaltsbudgetplan auf? "Viele Gefangene haben da über die Jahre einiges aufzuholen. Sie sind aber interessiert und aufgeschlossen", hat Melanie Kleefeld bemerkt.

Die Nachfrage für das Projekt ist jedenfalls groß. "Das zeigt den guten Willen der Gefangenen", lobt der Anstaltsleiter. Und Dr. Michael Kohlmann, Gründer des Solidarfonds, musste nicht lange überredet werden, um das Projekt zu unterstützen. "Das ist ein sinnvolles Instrumentarium zur Eingliederung." Oder, wie es im Strafvollzug heißt, Teil eines Übergangsmanagements.

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