Verfahren gegen Ex-Dialysearzt eingestellt: Möglicher Millionenschaden nicht erwiesen

Landgericht Dortmund

Um 6 Millionen Euro sollte ein Dialysearzt aus Castrop-Rauxel die Kassenärztliche Vereinigung betrogen haben. Doch vor Gericht schmolzen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft rapide.

Castrop-Rauxel

, 16.07.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verfahren gegen Ex-Dialysearzt eingestellt: Möglicher Millionenschaden nicht erwiesen

Der ehemalige Castroper Dialysearzt beim Prozessauftakt im April. © Martin von Braunschweig

Am Ende konnten die Richter der 44. Strafkammer des Dortmunder Landgericht „nur“ noch einen möglichen Schaden von 47.000 Euro erkennen. Damit war der Weg für eine schnelle und unkomplizierte Beendigung des Verfahrens frei. Die Abmachung sieht nun so aus: Schafft es der Mediziner, diese Summe schnellstmöglich an die Kassenärztliche Vereinigung zu zahlen, wird im Gegenzug das Strafverfahren eingestellt.

Abrechnungs-Vorwurf ließ sich nicht beweisen

Im Kern hatten sich die Vorwürfe gegen den Arzt darauf konzentriert, dass dieser früher zwei Praxistandorte betrieb, dabei jedoch jede einzelne Dialysebehandlung auf seinen Namen abrechnete - obwohl er logischerweise nicht an zwei Orten gleichzeitig gewesen sein konnte.

Diese Anschuldigungen ließen sich im Prozess jedoch nicht erhärten. Der Medizinier selbst hatte schon während der Verlesung der Anklageschrift einmal laut gepoltert: „Das ist falsch.“

Er gilt nun weiter als unschuldig

Weitere Vorwürfe hatten sich auf die Vertretungsregelungen bezogen, die der Angeklagte an seinem Zweit-Standort organisiert hatte. Diese war nach Ansicht der Anklageschrift nämlich gar nicht erlaubt. Außerdem habe der Mediziner die Vertretung auch nicht angemeldet. Doch auch diese Vorwürfe ließen sich am Ende des Prozesses nicht aufrecht erhalten.

Mit der Einstellung des Verfahrens hat der Arzt jetzt sein Hauptziel erreicht: Er gilt weiter als unschuldig.

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