Der nun endgültig freigesprochene Kampfsporttrainer (rechts) beim Prozessauftakt im März an der Seite seiner zwei Verteidiger. © Werner von Braunschweig
Revision zurückgezogen

Vergewaltigungs-Akte zugeklappt: Kampfsporttrainer kann auftatmen

Das juristische Tauziehen um Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen Castrop-Rauxeler Taekwondo-Trainer ist beendet. Die Staatsanwaltschaft hat ihren Kampf gegen einen Freispruch aufgegeben.

Nach massiven Vergewaltigungsvorwürfen durch eine ehemalige Schülerin kann ein Kampfsporttrainer (59) aus Castrop-Rauxel jetzt doch endgültig aufatmen.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat ihre zunächst eingelegte Revision gegen einen umstrittenen Freispruch wieder zurückgenommen. Damit ist das Urteil der 10. Strafkammer am Bochumer Landgericht rechtskräftig – und kein Fall mehr für den Bundesgerichtshof (BGH).

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft unmittelbar nach dem Freispruch erkennen lassen, den Castrop-Rauxeler keinesfalls straflos davonkommen lassen zu wollen. Staatsanwalt Dr. Karsten Hake hatte zumindest zwei von drei Vergewaltigungsvorwürfen als nachgewiesen angesehen und vier Jahre Haft gefordert.

Nach Sichtung und Prüfung der schriftlichen Urteilsgründe zog die Staatsanwaltschaft ihr Rechtsmittel jedoch jetzt als offensichtlich chancenlos wieder zurück.

In dem Verfahren war es um eine Vorwürfe einer früheren Kampfsportschülerin (heute 44) gegangen. Sie hatte vor fünf Jahren Strafanzeige erstattet, weil sie in den 1990er-Jahren dreimal von ihrem Ex-Trainer vergewaltigt worden sei – zweimal in einer Umkleide, einmal in der Ex-Wohnung des Angeklagten.

Den Richtern war die Beweislage mit Blick auf Unsicherheiten zu Tatorten und Tatzeiten zu dünn für eine Verurteilung. Der Kampfsporttrainer hatte vor Gericht bis zuletzt geschwiegen.

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