Vergewaltigungsvorwurf gegen Trainer: Polizist hält Opfer für glaubwürdig

mlzKampfsportler angeklagt

Im Prozess gegen einen Kampfsport-Trainer aus Castrop-Rauxel hat der erste Zeuge ausgesagt - und die Vorwürfe der Ex-Schülerin, die in Dortmund vergewaltigt worden sein soll, gestützt.

Bochum/Castrop-Rauxel/Dortmund

, 28.04.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Vernehmung eines Polizeibeamten als Zeugen ist am Dienstag am Bochumer Landgericht der Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Kampfsporttrainer (59) aus Castrop-Rauxel fortgesetzt worden, der vor fast 30 Jahren eine minderjährige Taekwondo-Schülerin vergewaltigt haben soll.

„Für mich kam die Aussage der Frau absolut überzeugend rüber“, erklärte der Vernehmungsbeamte. Und weiter: „Ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Man merkte auch, dass sie noch immer deutlich darunter litt. Aber sie wollte nach all den Jahren endlich jemandem ihre Geschichte erzählen.“

Wildwasser-Beratungsstelle informierte die Polizei

Zum ersten Vernehmungs-Treffen mit der Belastungszeugin sei es 2015 nach einem vorherigen Hinweis durch eine Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen (Wildwasser e.V.) gekommen. Dort hatte sich die heute 44-jährige Frau zuerst anvertraut.

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Schon bei der ersten Zeugenvernehmung, so der Polizeibeamte, habe die Frau ihm drei Vergewaltigungen durch ihren ehemaligen Kampfsporttrainer geschildert. Zwei Taten sollen sich in den frühen 1990er-Jahren jeweils in der Umkleidekabine eines Bochumer Kampfsportvereins ereignet haben, eine weitere in der ehemaligen Dortmunder Wohnung des Angeklagten.

Dass die Frau ihn anlügen oder in den Schilderungen übertreiben könnte, diesen Gedanken hatte der Polizeibeamte nach eigenen Angaben nie. Selbst auf seinen Hinweis, dass ihren Anschuldigungen möglicherweise einen Zeitraum betreffen, in dem die Taten bereits verjährt sein könnten, habe sie nicht aus der Bahn geworfen. „Sie sagte, selbst wenn das so sei, sei es ihr doch wichtig, dass das aktenkundig werde“, so der Polizeibeamte.

Zeugin: Hohn des Täters war das Schlimmste

Ein Satz der Zeugin, so der Vernehmungsbeamte weiter, sei ihm bis heute noch in Erinnerung geblieben, weil er so beklemmend gewesen sei. Bei der Schilderung einer Vergewaltigung habe die Frau ihm erzählt, dass das nicht allein die Tat selbst, sondern vor allem der anschließend sichtbare Triumph des Täters sie am meisten verletzt habe. „Das Schlimmste daran war, dass er mich danach auch noch verhöhnt hat“, hatte die Belastungszeugin zu Protokoll gegeben.

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Zur Aufklärung der heißen Spur zu der möglichen Tatort-Wohnung in Dortmund-Barop wollen die Bochumer Richter Mitte Mai einen Hauseigentümer vernehmen. Bei ihrer Zeugenvernehmung hatte sich die Belastungszeugin zwar noch genau an den Zuschnitt der Dortmunder Wohnung ihres damaligen Trainers erinnern können, nicht aber an die genaue Anschrift.

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Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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