Video: So wurde die Fußgängerbrücke "Am Bennertor" verladen

Großeinsatz für 28-Meter-Koloss

Dort wo einst die Fußgängerbrücke "Am Bennertor" stand, klafft nun eine Lücke. Mit erheblichem technischen Aufwand ist es in der Nacht zu Sonntag gelungen, den 28 Meter langen Koloss zu lösen und in einem Stück auf einen Tieflader zu verladen.

Castrop-Rauxel

, 02.02.2014, 11:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schauspiel begann gegen 19 Uhr: Mehrere LKW rollten in die schmale Straße. Teil des Konvois war auch ein Kran mit einer Hebekapazität von 500 Tonnen. Ab Mitternacht sollte er die rund 40 Tonnen schwere Brücke aus den Fundamenten hieven.

Zahlreiche Anwohner hatten sich hinter den Absperrbändern versammelt um das Ereignis zu beobachten. Viele kennen die Brücke noch aus Kinderzeiten, manche erinnern sich sogar an eine Holzbrücke, die die Bahnstrecke zuvor überspannte. Maria Mutz ist früher jeden Tag darüber gegangen, die Rentnerin erinnert sich sogar noch an die Zeit, als man auf der Brücke von Dampf der Dampflokomotiven umnebelt wurde. "Ich hoffe nur, dass bald eine neue Brücke kommt", appelliert sie an die Stadtverwaltung. Der Zeitplan für den Abbau ist wenig flexibel. Der Zugverkehr unter dem Bauwerk soll nicht gestört werden. Die letzte Bahn unterquert die Brücke um 23 Uhr, danach bleiben knapp sechs Stunden, bis der erste Zug fährt. In der Zwischenzeit muss der 28 Meter lange Beton-Koloss auf einen Tieflader verladen werden. 

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Abbau der Fußgängerbrücke "Am Bennertor"

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die Fußgängerbrücke "Am Bennertor" abgebaut. Wir haben das Großprojekt begleitet.
02.02.2014
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An dem Abbau führte kein Weg mehr vorbei. Eine Sanierung der Brücke kam aufgrund der Schwere der Schäden nicht in Frage.© Foto: Benjamin Konietzny
Der Großeinsatz erfolgte nachts zwischen 23 und 5 Uhr - eine Zeit, in er auf der Bahnstrecke unter der Brücke keine Züge fahren© Foto: Benjamin Konietzny
Rückwärts musste der Fahrer den 500-Tonnen-Kran in die Thomasstraße rangieren.© Foto: Benjamin Konietzny
Die Arbeiter rückten mit schwerem Gerät an: Der Bolzen im Vordergrund lässt sich von einem Mann allein kaum heben.© Foto: Benjamin Konietzny
Auch das unterarmdicke Stahlseil, das die Brücke heben sollte, hatte beeindruckende Dimensionen.© Foto: Benjamin Konietzny
Mit schwerem Gerät haben Arbeiter im Februar die Brücke am Bennertor abgebaut. Die neue Brücke könnte erst 2015 kommen - so rechnet man zumindest bei der Deutschen Bahn.© Foto: Benjamin Konietzny
Die Geländer wurden von einem zweiten Kran im Hintergrund abtransportiert.© Foto: Benjamin Konietzny
Nach Mitternacht hing die Brücke dann in der dazu aufgehängten Traverse.© Foto: Benjamin Konietzny
Um kurz nach zwei Uhr dann wurde der Brückenbogen auf dem Tieflader abgelegt.© Foto: Benjamin Konietzny
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Pünktlich rollt der letzte Zug dann unter der Brücke entlang. Arbeiter verteilen Sperrungsposten auf den Schienen und die Männer beginnen, sich mit Schneidbrennern durch das Geländer der Brücke zu arbeiten. Ein zweiter, kleinerer Kran ist auf der Seite der Altstadt im Einsatz und transportiert die abgetrennten Geländer ab. Bald ist von dem, was kurz zuvor noch wie eine Brücke aussah, nur noch ein nackter Betonbogen da.

Inzwischen hängt an dem 500-Tonnen-Kran ein gewaltige Traverse an der die Konstruktion so angehoben werden soll, dass sie nicht beschädigt wird. Und um kurz nach zwei Uhr ist es dann so weit: Der Kran zieht an und die Brücke löst sich. Es folgt eine Balanceakt zwischen Häuserwänden und Laternen zu dem Tieflader. Doch am Ende ist alles gut gegangen. Früher als geplant und ohne nennenswerte Zwischenfälle hat die Brücke ihren zwischenzeitlichen Bestimmungsort, den LKW, erreicht. Der bringt sie dann weiter zum Verschrotten. 

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