Viele Nokianer müssen sich qualifizieren

CASTROP-RAUXEL Noch sieht es ganz gut aus am Arbeitsmarkt. "Aber in der zweiten Jahreshälfte werden wir sicherlich noch Dämpfer bekommen", kündigte Andreas Bundesmann, kommissarischer Leiter der Agentur für Arbeit, am Dienstag bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen an. Ein Zeichen dafür ist, dass die Zahl der offenen Stellen weiter abnimmt.

von Von Julia Grunschel

, 01.07.2008, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Nokianer müssen sich qualifizieren

Fachkräftemangel

Fachkräftemangel

Gesucht werden zurzeit Altenpfleger, zahnmedizinische Fachkräfte, Erzieher und Bürogehilfen. "Schwer zu besetzen sind Stellen für Fachkräfte im Elektro- und Metallbereich sowie Stellen für Schweißer und Anlagenmechaniker", zählt Vermittler Arno Frevel auf.

Da allerorts über Fachkräftemangel geklagt wird, werben die Vermittler bei Firmen dafür, benötigte Kräfte selbst zu qualifizieren. Die Agentur zahlt dann einen Wiedereingliederungszuschuss, der durchschnittlich bei 40 bis 50 Prozent für sechs Monate liegt. "Allein in diesem Jahr fanden zwischen 60 und 70 über diese Maßnahme wieder in Arbeit", sagt Andreas Bundesmann.

Die Agentur setzt in der Konsequenz darauf, Arbeitslose verstärkt über die Praxis zu integrieren. So gibt es derzeit 100 Fälle, in denen Betroffene ein Kurzpraktikum von ein bis zwei Wochen in einem Betrieb absolvieren, um festzustellen, ob sie für die jeweilige Arbeit geeignet sind.

Für ein Jahr sind die Nokianer in einer Auffanggesellschaft

In Sachen freigestellte Nokianer hat sich in der Agentur einiges getan. Der Großteil der 70 Betroffenen hat sich bis jetzt arbeitssuchend gemeldet. Für ein Jahr gehören die Nokianer nun einer Auffanggesellschaft an.

"Wir haben festgestellt, dass gerade die Produktionsmitarbeiter Qualifizierungsbedarf haben. Sie haben über lange Jahre eine bestimmte Tätigkeit gemacht und sollten das Jahr nun nutzen", so Arno Frevel. Eine große Hürde würde am Ende aber immer der Verdienst sein, der in Zukunft deutlich geringer ausfallen wird.

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