Villa Münning ist jetzt denkmalgeschützt

Gebäude restauriert

Die Villa Münning, ein dreigeschossiger Massivbau, steht seit Neuestem auf der Denkmalschutzliste der Stadt Castrop-Rauxel. "Ich habe die Bude komplett von außen und innen restauriert", sagt der ehemalige Eigentümer Willi Mattutat. Früher hieß das Haus ,Die schwarze Villa‘, weil es von oben bis unten verrußt war.

CASTROP-RAUXEL

, 09.01.2016, 06:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Villa Münning steht jetzt unter Denkmalschutz.

Die Villa Münning steht jetzt unter Denkmalschutz.

Noch heute gerät Willi Mattutat ins Schwärmen, wenn er an seinen Erwerb des Hauses Bahnhofstraße 1a gegenüber dem Engelsburgplatz im Jahr 1996 denkt. „Für mich ist es eines der schönsten Häuser, wenn nicht gar das schönste Haus in Castrop-Rauxel“, sagte er über die Villa Münning.

Der 1928/29 von dem seinerzeitigen Erin-Betriebsführer Johann Münning (1866 bis 1945) gegen Ende seiner Dienstzeit errichtete Alterswohnsitz steht auf Betreiben von Kunst- und Gestaltungsratsmitglied Klaus Michael Lehmann seit neuestem auf der Denkmalschutzliste der Stadt.

Erinnerung an die Zechenarbeit

„In seiner massiven, erhabenen Bauweise verkörpert es zusammen mit dem Wechsel der Materialien sowohl den hohen Stellenwert der Zeche Erin als auch die mit der Zechenarbeit verbundene Bodenständigkeit schwerer körperlicher Arbeit“, heißt es am Ende der umfangreichen Denkmalwertbegründung.

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Bildergalerie

So sieht es in der Villa Münning aus

Wir zeigen Ihnen die Villa Münning in Castrop-Rauxel in unserer Bildstrecke. Unter anderem mit der ersten Zentralheizung der Stadt.
29.12.2015
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Die Villa Münning, erbaut 1928/29, von vorne.© Foto: Michael Fritsch
Die Südansicht von der Frebergstraße zeigt die orginale massive Einfriedungsmauer aus Ruhrsandstein.© Foto: Michael Fritsch
Miteigentümer Andreas Hoffmann vor der Original-Glasschiebetür im Untergeschoss.© Foto: Michael Fritsch
Im Treppenhaus fällt das Fenster auf: Buntglas in Bleiverglasung.© Foto: Michael Fritsch
Das Bleiglas-Ensemble im ersten Obergeschoss.© Foto: Michael Fritsch
Einer der Original-Heizkörper: Das Haus besaß die erste Zentralheizung in Castrop-Rauxel.© Foto: Michael Fritsch
Bleiglas-Ensemble im zweiten Obergeschoss.© Foto: Michael Fritsch
Blick ins Treppenhaus.© Foto: Michael Fritsch
Blick auf den Ausgang mit Marmorsockel und Boden.© Foto: Michael Fritsch
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Dass der dreigeschossige Massivbau, der 2005 von der Anwaltsgemeinschaft Brockpähler und Hoffmann erworben wurde und seither eine reine Gewerbeimmobilie mit mehreren Mietparteien ist, sich außen wie innen in einem hervorragenden Zustand präsentiert, ist vor allem Mattutat zu verdanken. Nachdem der jetzt in Pöppinghausen wohnende Unternehmer es 1996 der letzten noch lebenden Münning-Tochter abgekauft hatte, setzte er eine Generalerneuerung in Gang. 

Möglichst alles im Originalzustand erhalten

Eine Sandstrahlung brachte den Ziegeln die rot-blaue Färbung zurück, der Sandstein wurde wieder beige. Innen erhielt das Parkett einen neuen Schliff, die schönen bleiverglasten Fenster wurden gereinigt, die Heizkörper sandgestrahlt und neu lackiert. „Das Haus war das erste in Castrop-Rauxel mit Zentralheizung“, sagt Mattutat. Sein Bestreben sei es gewesen, möglichst alles im Originalzustand zu erhalten. Sein Fazit: „Zum Schluss war die Villa wieder ein Schmuckstück, das ich aus dem Dornröschenschlaf erweckt habe.“

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Auf die Frage nach seinem Motiv für den Verkauf nennt Mattutat private Gründe, aber auch einen scheinbar irrationalen. „Sie können mich für verrückt halten, aber manchmal hatte ich den Eindruck, dass es darinnen spukt. Da sind Dinge passiert, vor allem in einem Zimmer im zweiten Obergeschoss, die waren nicht normal“. Homepage gesichert

Historische Aufbereitung

Fakt ist, dass Erstbesitzer Johann Münning bei der Eroberung Castrop-Rauxels am 6. April 1945 mit 78 Jahren durch eine amerikanische Granate in seinem Haus ums Leben kam, das er nicht hatte verlassen wollen. Angesichts der Unterschutzstellung will der aktuelle Miteigentümer Andreas Hoffmann die Geschichte des Hauses künftig historisch aufarbeiten lassen. Sein Bruder, ein Geschichtslehrer, habe bereits sein Interesse bekundet. „Eine Homepage-Domain haben wir uns schon gesichert“, verriet er uns gestern.

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