Ann-Katrin Weber wurde von der Geburt ihrer Tochter Amelie komplett überrascht. © Dieter Düwel
Geburten

Völlig unbemerkt schwanger: Wie Ann-Katrin Weber plötzlich Mutter wurde

Morgens backte die 22-Jährige aus Castrop-Rauxel noch Plätzchen mit ihrer Mutter. Nachmittags wurde sie plötzlich selbst Mutter einer Tochter. Ohne es zu ahnen, ohne jede Vorbereitung.

Ann-Katrin Weber hat bis heute noch nicht komplett realisiert, was sich am 22. November in ihrem Badezimmer abgespielt hat. „Ich war total geschockt und wusste gar nicht, was da ablief.“ Es lief eine Geburt ab. Die Geburt ihrer eigenen Tochter. Von deren Existenz sie nichts geahnt hatte.

Der Sonntag begann ganz entspannt für die junge Frau. Sie hatte sich zum Plätzchen backen bei ihren Eltern verabredet. Sie erinnert sich: „Da war alles ganz normal, ich fühlte mich wohl, bis auf leichte Rückenschmerzen. Aber das kommt ja schon mal vor.“ Als die Schmerzen dann nachmittags immer stärker wurden, fuhr sie nach Hause und beschloss, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen.

Doch die Schmerzen wurden immer schlimmer. Ann-Katrin Weber konnte kaum noch laufen, konnte nicht liegen und die Schmerzen zogen bis in die Beine. Und dann ging es los.

Ann-Katrin Weber wurde von der Geburt ihrer Tochter Amelie komplett überrascht.
Ann-Katrin Weber wurde von der Geburt ihrer Tochter Amelie komplett überrascht. © Dieter Düwel © Dieter Düwel

Die 22-Jährige schildert die folgenden dramatischen Minuten: „Als ich ins Badezimmer zur Toilette gegangen bin, habe ich bemerkt, dass ich viel Blut und Fruchtwasser verloren hatte. Wobei mir erst später klar wurde, dass es Fruchtwasser war. Ich wusste ja nichts von der Schwangerschaft. Dann bekam ich ein starkes Druckgefühl im Bauch. Ich spürte, dass da irgendetwas raus musste. In dem Moment fiel auch schon das Baby auf die Badezimmermatte, zum Glück ist die Kleine noch recht weich gefallen.“

Mutter und Kind waren wohlauf

Die junge Frau war zunächst total geschockt: „Ich war völlig hilflos und zitterte vor Aufregung. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte.“ Sie alarmierte ihre Eltern und ihren Freund.

Kurz darauf kam dann auch schon der Krankenwagen, den die Eltern gerufen hatten. Der Notarzt und ein Kinderarzt untersuchten Mutter und Kind, die dann umgehend ins St.-Vincenz-Krankenhaus nach Datteln gebracht wurden.

Nach eingehenden Untersuchungen konnte Ann-Katrin Weber am nächsten Morgen dann ihre Tochter Amelie in ihrem Zimmer in Empfang nehmen. Zum Glück hatte sich herausgestellt, dass sowohl Mutter als auch Kind wohlauf waren.

Auch das Krankenhauspersonal war sehr überrascht, da Geburten, die erst spät oder gar nicht festgestellt werden, eher selten vorkommen.

Nach zwei Tagen ging’s dann nach Hause für die Mutter und ihr Baby. „Da war erst mal alles anders“, erzählt Ann-Katrin Weber. „Ich hatte ja gar nichts vorbereiten können für die Zeit nach der Geburt. Wir hatten keine Anziehsachen für das Kind und auch kein Bett.“ Ihre Eltern und Freund Jan haben in Windeseile alles besorgt und organisiert, was nötig war. In der Zwischenzeit hat sich alles schon gut eingespielt.

Unbemerkte Schwangerschaft

Wie ist es denn möglich, dass sie von ihrer Schwangerschaft nichts mitbekommen hat? Ann-Katrin Weber erinnert sich: „Ich habe bis auf die Rückenschmerzen gar nichts bemerkt. Ab und an verspürte ich schon mal leichte Übelkeit oder auch Sodbrennen. Aber das passiert ja schon mal, ich habe mir nie etwas dabei gedacht.“

Hatte sich ihr Bauch denn nicht verändert? Gab es keine anderen Anzeichen? Hatte sie denn ihre Regel? „Ich hatte einen etwas dickeren Bauch, aber nur geringfügig. Ich dachte, das liegt an den Problemen, die ich mit meiner Schilddrüse habe, und an den Medikamenten.“ Da sei alles ein bisschen durcheinander. Und unregelmäßige Blutungen sind bei vielen Frauen nicht komplett ungewöhnlich.

Vier Generationen freuen sich über die Geburt von Amelie: Ur-Großmutter Ute Schäfer (links), Ann-Katrin Weber mit Amelie und Großmutter Beate Weber.
Vier Generationen freuen sich über die Geburt von Amelie: Ur-Großmutter Ute Schäfer (links), Ann-Katrin Weber mit Amelie und Großmutter Beate Weber. © Dieter Düwel © Dieter Düwel

Nach gut drei Wochen hat sich Ann-Katrin Weber an ihr neues Leben als junge Mutter gewöhnt: „Mein Freund und ich sind jetzt auf der Suche nach einer größeren Wohnung, wo die Kleine dann auch ihr eigenes Kinderzimmer bekommt.“

Ihr Partner habe immer noch Schwierigkeiten, das Erlebte zu verarbeiten: „Er war ja an dem Sonntag dabei und hat alles hauteng miterlebt, aber so langsam kommt er mit der Situation klar und es überwiegt die Freude.“

Ann-Katrin Weber, die als Busbegleiterin gearbeitet hat, aber im Moment arbeitslos ist, ist froh darüber, dass sie viel Zeit hat, sich um Amelie zu kümmern. Zusätzlich erfährt sie viel familiäre Unterstützung und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft: „Irgendwann steht auch unsere Hochzeit an.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
In Castrop-Rauxel geboren und in der Heimatstadt geblieben. Schätzt die ehrliche und direkte Art der Menschen im Ruhrgebiet. Besonders interessiert am Sport und den tollen Radwegen im Revier.
Zur Autorenseite
Dieter Düwel

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.