Metalldiebstahl und Drogenprobleme: Einstiger Profi-Sportler vom Leben gezeichnet

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Er war einmal ein bekannter Profisportler. Weil der 35-Jährige aus Castrop-Rauxel beim Diebstahl von Kupferkabeln erwischt wurde, musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Castrop-Rauxel

, 08.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 35-jährige Angeklagte, der jetzt vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel stand, war einmal ein bekannter Profisportler. Dann beendeten Verletzungen die hoffnungsvolle Karriere. Seitdem ging es bergab. Neuer Tiefpunkt: Die Polizei erwischte den 35-Jährigen an einem Baustoffwerk. Der Mann hatte gestohlenes Kupferkabel in der Sporttasche. Jetzt stand er wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor Gericht.

Aus dem einstigen Leistungssportler ist ein Häufchen Elend geworden. Vom Leben und Leiden gezeichnet. Nicht nur das Sport-Aus, auch private Rückschläge und Drogenkonsum haben ihn geprägt.

Wertvolles Metall

Die Tat vom Sommer 2019 gab der Angeklagte zu. Der Ex-Sportler bestätigte, dass noch ein Mann und eine Frau dabei waren. Der andere Mann sei der Rädelsführer gewesen und habe Ortskenntnisse gehabt. Dieser Mann soll die Idee gehabt haben, aus der Firma wertvolles Metall zu stehlen, um es dann zu verkaufen. Auch auf Propangasflaschen hätte man es abgesehen, um dafür Pfand zu kassieren.

„Ich habe mich breitschlagen lassen, mitzumachen“, sagte der 35-Jährige vor Gericht. Die Idee sei dem Trio an einem Sommertag gekommen, den es gemeinsam am Kanal verbracht hatte. Da hatten die drei wieder mal kein Geld im Portemonnaie.

Am Tatort sei der Kollege dann ein Förderband hochgegangen, so in den Betrieb gelangt und habe dann das Rolltor von innen geöffnet, um an die Kabel zu kommen. Vor dem Weiterverkauf sollten die erbeuteten Kabel noch geschält und von der Ummantelung befreit werden, um an das reine Metall zu kommen. Jeder der Beteiligten an dem Diebstahl sollte, so die Rechnung, 400 bis 500 Euro erhalten.

Angeklagter: Wurde wegen Drogenschulden erpresst

Doch daraus wurde nichts. Der Angeklagte, der angab, wegen seiner Drogenschulden auch noch erpresst worden zu sein, zog sich nach diesem Vorfall noch mehr zurück.

„Er verkriecht sich“, schilderte es seine Bewährungshelferin, die ihm aufgrund von sieben Vorstrafen, davon zwei Haftstrafen, deren Bewährungszeit läuft, zur Seite gestellt worden ist. Sie sprach im Gerichtssaal von schleppenden Kontakten, hielt eine Therapie für den Angeklagten für unbedingt erforderlich.

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Obwohl nur Mitläufer, wurde der 35-Jährige zu einer Haftstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung verurteilt. „Bei der Urteilsfindung gilt das Prinzip der Eskalation“, erklärte der Strafrichter. Nach zweimaliger Bewährungsstrafe sei eine dritte nicht mehr drin.

Richter sieht Therapie als Chance

Doch der Richter sah in dieser Entscheidung auch eine Chance für den Angeklagten. Er riet dem Angeklagten dringend zu einer stationären Therapie, um aus dem alten Umfeld herauszukommen. Und wenn die erfolgreich sei und der Angeklagte clean ist, könnte der Fall in einem Berufsverfahren möglicherweise milder bewertet werden, sodass es doch eine Bewährung geben könne.

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