Schnelltests sollen auch an Schulen und Kitas möglich sein. Wie das Ganze genau laufen soll, ist aber noch unklar. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Vorsichtiges Ja zu Corona-Schnelltests an Castrop-Rauxeler Schulen

An Schulen und Kitas sollen Corona-Schnelltests eingeführt werden. In Castrop-Rauxel steht man dem Vorschlag von Gesundheitsminister Spahn offen gegenüber. Es gibt aber noch viel zu klären.

Lehrer und Erzieher sollen sich nach einer entsprechenden Schulung jetzt auch selbst auf das Coronavirus testen dürfen. „Kitas und Schulen beziehungsweise ihre Träger können von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen“, sagte Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Möglich wird das nach Angaben seines Ministeriums durch die kürzlich beschlossenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes und durch eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt.

Durch die Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung können die sogenannten Antigenschnelltests nun laut einem Sprecher des Bundes-Gesundheitsministeriums auch an Schulen und Kitas abgegeben werden.

Jeder darf Schnelltests anwenden

Mit der beschlossenen Änderung des Infektionsschutzgesetzes im November wurde außerdem der sogenannte Arztvorbehalt für Corona-Schnelltests gestrichen. Grundsätzlich könne so jeder diese Tests anwenden, sagte der Sprecher, allerdings müsse der Tester vorher geschult werden.

Hier stellen sich nun wichtige Fragen: Wer soll Lehrer oder Kita-Personal schulen? Wann könnte es damit losgehen? Und wie kommen die Schulen und Kitas überhaupt an die Tests, wer soll diese wo bestellen? Bisher sind diese Fragen unbeantwortet. Die konkrete Umsetzung liege in der Zuständigkeit der Bundesländer, sagte der Ministeriumssprecher.

Wie die „Rheinische Post“ berichtet, prüfen in Nordrhein-Westfalen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Familienminister Joachim Stamp (FDP) und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) das weitere Vorgehen. Schnelltests seien für Lehrer derzeit kaum verfügbar und könnten nur mit medizinischen Fachkräften durchgeführt werden.

Städtetag warnt vor zu schneller Einführung

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen warnt vor einer zu schnellen Einführung von Corona-Selbsttests an Schulen und in Kitas. Wenn Lehrer und Erzieher die Tests selbst durchführen sollten, brauchten sie eine fachkundige und praxistaugliche Anleitung, sagte der Geschäftsführer des Städtetags NRW, Helmut Dedy, der „Rheinischen Post“.

Wie es konkret vor Ort in Castrop-Rauxel weitergehen soll und kann, ist noch völlig offen. Bei der Stadt Castrop-Rauxel hat man Spahns Ankündigung wohl vernommen. Mehr aber auch nicht. „Wie Herr Laumann ja schon gesagt hat, sind die Tests wohl gar nicht so leicht verfügbar“, sagte Stadtsprecherin Uta Stevens am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion.

„Ansonsten müssen wir jetzt erst einmal abwarten, welche Anordnungen oder Hinweise es zum weiteren Vorgehen für uns als Schulträger geben wird“, so Stevens weiter.

Frage der Schulung ist noch offen

Es gehe dabei nicht nur um die Frage, woher und wie die Stadt als Schulträger an die Tests kommt. Auch die Frage, wer da wen testen soll und wie die Lehrer für derartige Tests geschult werden können, ist noch völlig unbeantwortet.

An den Schulen selbst verfolgt man die Diskussion gespannt. Der Schulleiter des Adalbert-Stifter-Gymnasiums, Joachim Höck, äußerte sich auf Anfrage unserer Redaktion grundsätzlich positiv zu der Schnelltest-Idee. Schnelltests an den Schulen seien eine „gute Sache“, wenn sie eine Möglichkeit böten, das Infektionsgeschehen an Schulen zu beobachten und Ansteckungen zu vermeiden. Und sie könnten helfen, Unsicherheiten zu beseitigen und die Situation zu beruhigen.

In einer achten Klasse des Adalbert-Stifter-Gymnasiums gibt es einen Corona-Fall.
In einer achten Klasse des Adalbert-Stifter-Gymnasiums gibt es einen Corona-Fall. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Wie alle anderen Beteiligten verwies aber auch Höck auf offene Fragen: Zum einen sei noch zu überlegen, wie die Tests praktisch umgesetzt würden, zum anderen sei es unabdingbar, dass tatsächlich „geschulte Leute“ die Tests übernähmen.

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1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter
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Fühlt sich in Castrop-Rauxel und im Dortmunder Westen gleichermaßen zu Hause. Mag Politik, mag Kultur, mag Sport, respektiert die Wirtschaft und schreibt zur Not über alles, was anfällt.
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