Wartezeiten bis 2021: Castrop-Rauxel ist im Pool-Kaufrausch

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Das Coronavirus zwingt viele Castrop-Rauxeler, ihren Urlaub in den heimischen Garten zu verlegen. Der Wunsch nach Abkühlung macht sich jetzt in den Lieferzeiten der Poolhersteller bemerkbar.

von Nora Varga

Castrop-Rauxel

, 05.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Sommer verspricht auch bei uns wieder ein besonders heißer zu werden. Wo viele Menschen vergangenes Jahr noch in den Urlaub nach Süden gefahren wären, stehen dieses Jahr Ferien auf der eigenen Terrasse an. Die Nachfrage nach Swimming-Pools für den eigenen Garten ist dadurch vielerorts stark gestiegen - auch in Castrop-Rauxel.

Im Hagebaumarkt am Westring hat sich seit der Coronakrise die Nachfrage nach Pools offenbar stark erhöht. „Die Menschen bleiben eben sehr viel zu Hause und müssen ihren Urlaub im Garten verbringen“, erklärt Geschäftsführer Jörg Langenhorst sich die erhöhte Nachfrage.

Lieferzeiten bis 2021

Diese erhöhte Nachfrage sorgt auch für verlängerte Lieferzeiten. Wer sich jetzt einen Pool bestellt, müsse mit Wartezeiten bis 2021 rechnen. Die Industrie sei auf so einen Ansturm einfach nicht vorbereitet gewesen, erklärt Langenhorst. Die Firmen können die vielen Interessenten momentan nicht bedienen.

Die Kunden planen offenbar langfristiger, investieren verstärkt in fest auf- und eingebaute Abkühlungsmöglichkeiten und weniger in aufblasbare Planschbecken. Auch wenn die Auslieferung der Pools sich verzögert, hat Jörg Langenhorst in seinem Markt vorgesorgt. Zubehör wie Pool-Chemikalien stünden noch in ausreichenden Mengen zur Verfügung, sagt er.

Ein Pool im eigenen Garten ersetzt für viele dieses Jahr das Mittelmeer.

Ein Pool im eigenen Garten ersetzt für viele Castrop-Rauxeler dieses Jahr das Mittelmeer. © dpa

Ute Wanschura, Geschäftsführerin des Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V. sieht den Boom noch nicht in allen Bereichen der Branche angekommen. Zwar würden rund zweieinhalb mal mehr kleine Becken bis ca. 1000 Euro verkauft als früher, aber wer sich ein Becken von professionellen Handwerkern des Verbandes individuell bauen lasse, treffe diese Entscheidung nicht spontan.

Mit einem Einstiegsbudget von 20.000 bis 30.000 Euro könne man sich je nach Gegebenheiten schon „etwas Schönes in den Garten bauen. Solch ein Projekt hat natürlich einen ganz anderen Vorlauf.“ In ihrem Verband ist der Run auf das Schwimmbad im Garten also noch nicht zu spüren.

Auch andere Produkte werden nachgefragt

In Jörg Langenhorsts Hagebaumarkt ist unterdessen nur die Nachfrage nach Schwimmgelegenheiten ist gestiegen, auch bei Baustoffen und Farben müssen die Kundinnen und Kunden teils mit enormen Lieferzeiten rechnen. Die Industrie komme laut Langenhorst gar nicht mehr hinterher.

Die Menschen sehnen sich in diesem Sommer nicht nur nach dem kühlen Nass, sondern nutzen die Zeit, um ihre Gärten zu verschönern und die eigenen vier Wände zu renovieren, damit der Heimurlaub 2020 trotz Corona ein erholsamer wird.

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