Was ist schon wieder los mit dem Straßenpflaster am Altstadt-Markt, Herr Kravanja?

mlzCastroper Marktplatz

Die Straße Am Markt gesperrt: Bauarbeiten am teuren Pflaster in der Altstadt. Schon wieder? Wie kann das sein? Wir sprachen mit Bürgermeister Rajko Kravanja, wie sehr er sich darüber ärgert.

Castrop

, 20.03.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Altstadt-Markt wird schon wieder am Pflaster gearbeitet. Seitdem das Prestige-Bauprojekt der Stadt abgeschlossen ist, ist die Baufirma Boymann immer wieder vor Ort, um nachzubessern. Jetzt ist seit einigen Straßen wieder die Durchfahrtstraße Am Markt gesperrt. Wie sehr wurmt das den Bürgermeister?

Video
Rajko Kravanja über das Pflaster am Marktplatz

Können Kommunen nicht pflastern oder was ist da schon wieder los am Marktplatz in Castrop, Herr Kravanja?

Sie wissen ja, dass Kommunen selbst nicht bauen, sondern an Ausschreibungen gebunden sind. Wir beauftragen Firmen, aber uns obliegt natürlich die Kontrolle. Im Falle des Altstadt-Pflasters ist herausgekommen, dass wir unserer Kontrollpflicht hervorragend nachgekommen sind. Aber es war einfach nicht unterscheidbar: Es wurde zum Teil falsches, gleich aussehendes Material im Unterbau verwendet. Der Fehler lag bei der ausführenden Baufirma beziehungsweise beim Lieferanten des Granulats.

Was ist denn mit dem Unterbau genau?

Das Granulat, das verbaut wurde, ist nicht das richtige, sodass das Wasser nach oben drückt, die Steine anhebt und nicht nach unten abfließen kann. Das konnte aber keiner, zumindest nicht wir bei der Bauabnahme kontrollieren. Was da falsch gelaufen ist, muss die ausführende Baufirma jetzt mit dem Lieferanten klären.

Wie sehr ärgern Sie diese Fehler bei so einem Prestige-Projekt?

Natürlich ärgert mich das. Es wäre ja absurd, wenn nicht. Wir müssen schon wieder den Marktplatz sperren, die Händler haben schon wieder Nachteile an der Stelle. Die Öffentlichkeit fragt sich: „Haben die einen Vogel? Können die nicht richtig bauen?!“ All das fällt natürlich immer wieder auf uns zurück, auch wenn es nicht unsere Schuld ist. Außerdem bedient es die alten Mühlen davon, dass öffentliche Hand nicht oder nicht richtig bauen kann. Insofern: Auch wenn wir keine Fehler gemacht haben, finde ich das mehr als ärgerlich.

Wie oft, meinen Sie, müssen Sie sich über das Pflaster am Marktplatz noch ärgern in der nächsten Zeit?

Ist doch klar: So lange irgendwo noch falsches Granulat ist, werden die Firmen das beheben müssen. Ich hoffe, dass wir da irgendwann am Ende der Fahnenstange sind, aber wir werden unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Und werden diejenigen am Schlafittchen packen, die da Fehler gemacht haben.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt