Was steckte hinter der Menschen-Ansammlung auf dem Merklinder Friedhof?

Große Beerdigung

Für große Unruhe sorgte am Donnerstagmittag eine große Beerdigung auf dem Friedhof in Merklinde. Wie kann es sein, dass eine so große Veranstaltung stattfindet?

Merklinde

, 23.04.2020, 13:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Ordnungsamt ist mit Mitarbeitern zum Friedhof Merklinde ausgerückt.

Über 250 Menschen waren am Donnerstag auf dem Friedhof in Merklinde versammelt. © Marcel Witte

Aktualisierung um 14.30 Uhr:

Nicole Fulgenzi, Pressesprecherin der Stadt, erklärt jetzt auf Anfrage: „Etwa ein Dutzend Ordnungsamts-Kräfte sind vor Ort. Sie sprechen die Leute an, die die Abstände nicht einhalten, erinnern sie daran und ermahnen sie. Die meisten tragen allerdings Mundschutze und bis zum Beerdigungsbeginn um 13 Uhr wurden nach unseren Erkenntnissen die Abstände weitgehend eingehalten. Zu Beginn der Veranstaltungen sollen rund 300 Personen da gewesen sein. Es ist bis dahin eine ruhige und gesittete Veranstaltung gewesen. Es gibt keine Regelung, nach der wir diese Beerdigung verbieten können, wenn das Land NRW keine Personenbeschränkungen mehr angibt. Wenn sie sich ordentlich verhalten und Mundschutz tragen, dann begleiten wir das ganz - aber aufmerksam.“

Aktualisierung um 14 Uhr:

Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher der Polizei, erklärt nun auf Anfrage: „Unser Einsatz läuft derzeit noch. Es ist für uns ein Einsatz zur Unterstützung der Stadt. Es sind mehrere Einsatzwagen vor Ort, aber die Lage ist entspannt. Es sind nach unserer Schätzung rund 300 Menschen vor Ort. Wir hatten schon vor einigen Tagen Infos vorliegen und haben uns darauf eingestellt. Es war also kein überraschender Einsatz für uns.“

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Aktualisierung um 13.15 Uhr:

Schätzungen vor Ort gehen von mindestens 260 Personen aus. Diese Zahl von Gästen ist offenbar durch den Haupteingang auf den Friedhof gegangen. Doch es gibt weitere Zugänge, insofern rechnet man sogar mit weit über 400 Personen in Merklinde. Die meisten von ihnen, so schildert es unser Reporter, tragen zumindest die einfachen Alltags-Atemschutzmasken.


Erstmeldung um 13.05 Uhr:

Eine Ansammlung von mehr als 100 Leuten auf einem Friedhof im Castrop-Rauxeler Ortsteil Merklinde am Donnerstag (23.4.): Wie kann das sein? Das fragen sich seit 11.30 Uhr Bürger, von denen auch mehrere in Besorgnis sich an unsere Redaktion wendeten.

Hintergrund der Unruhe ist eine Beerdigung dort, zu der viele Menschen als Trauergäste gekommen sind. Die Straßen rund um den Friedhof sind nach Zeugenaussagen zugeparkt. Die Rede ist von 100, 120, zum Teil auch von 200 Personen.

Auf eine erste Anfrage unserer Redaktion bei der Polizeipressestelle in Recklinghausen hieß es von Sprecher Andreas Lesch in einer ersten Antwort, dass man die Veranstaltung begleite, dass ansonsten die Stadt Castrop-Rauxel mit dem Ordnungsamt der richtige Ansprechpartner sei. Die Stadtpressestelle verweist aktuell bisher nur auf eine neue Regelung des Landes, die seit dem 20. April gilt.

Darin heißt es: „Zulässig sind Erd- und Urnenbestattungen sowie Totengebete, wenn die erforderlichen Vorkehrungen zur Hygiene und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern eingehalten werden.“

Das Ordnungsamt ist mit Mitarbeitern zum Friedhof Merklinde ausgerückt.

Das Ordnungsamt ist mit Mitarbeitern zum Friedhof Merklinde ausgerückt. © Marcel Witte

Von einem Verbot oder einer Personen-Maximalzahl, die bis dahin über einige Wochen galt, ist hier nicht mehr die Rede. Stadt-Sprecherin Nicole Fulgenzi bestätigte, dass das Ordnungsamt informiert und vor Ort sei.

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