Wegner von den Grünen will Hospiz-Projekt retten

FROHLINDE Nachdem mit Bürgermeister Johannes Beisenherz und FDP-Chef Christoph Grabowski gerade zwei namhafte Politiker völlig entnervt ihre Arbeit für die Hospiz-Stiftung aufgegeben haben, will jetzt Georg Wegner von den Grünen mithelfen, das Projekt zu retten. "Das Hospiz muss und wird kommen", sagt er und bietet auf der Suche nach einem Betreiber seine "bescheidene Mitarbeit" an.

von Von Peter Wulle

, 27.03.2009, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hoffentlich hat er sich das gut überlegt! Denn auch für Georg Wegner gibt es an der umstrittenen Rückbauverpflichtung nichts zu rütteln. "Die Rückbauverpflichtung im Fall der Fälle ist zwingend. Die grüne Ratsfraktion und ihr Koalitionspartner SPD - und vermutlich alle Fraktionen im Rat der Stadt - sind nicht bereit, das Risiko einer Bauruine an wichtigen Stellen im Stadtgebiet zuzulassen.  In der Frage des Hospizes ist die Rückbauverpflichtung noch zwingender wegen seiner Lage im Landschaftsschutzgebiet", erklärt Georg Wegner und fügt hinzu: "Das hat angesichts der Erfahrungen anderer Städte gute Gründe. Und unsere Stadt selbst hat vermutlich mit dem heutigen Haus der Wirtschaft auch spannende Erfahrungen machen dürfen."

Wegner möchte sein Glück versuchen Das Verhalten von Christoph Grabowski und Bürgermeister Beisenherz, die angesichts der Querelen um die Rückbauverpflichtung der Hospiz-Initiative den Rücken kehrten, hält Wegner für "sachlich richtig". Dennoch möchte er jetzt sein Glück versuchen: "Ich bin gerne bereit, auf der Suche nach möglichen Betreibern unseres Hospizes meine bescheidene Mitarbeit anzubieten. In Fragen der Finanzierung kann ich vielleicht auch einen Beitrag leisten, wenn ich mehr wüsste. Ich wünsche mir ein erhellendes Gespräch mit den Beteiligten, auch mit Frau Grümer, um das ich die nächsten Wochen ersuchen werde."

"Vielleicht startet auch Hilmar Claus eine Initiative und ich schließe mich an"

Für große Irritationen dürfte Wegners Umarmung von Hilmar Claus (CDU) sorgen. "Vielleicht startet auch Hilmar Claus eine Initiative und ich schließe mich an. Schwarz-Grün geht nämlich in dieser Stadt in dieser Frage vermutlich auch", schreibt er. Als hätte der Hospiz-Knatsch etwas mit der parteipolitischen Zugehörigkeit von Beisenherz und Grabowski zu tun! Im Übrigen ist mit Hans-Hugo Kurrek gar ein CDU-Ratsherr Mitglied im Vorstand der Hospiz-Stiftung. Und so rühmlich ist sein Wirken da wohl auch nicht. Tatsächlich hat es für die Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag einen Tagesordnungspunkt "Ausschluss eines Vorstandsmitglieds" gegeben. Wie Elisabeth Grümer im Gespräch mit unserer Zeitung durchblicken ließ, sollte es Kurrek treffen.

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