Im Seniorenzentrum Ickern können auch Angehörige, die keinen Corona-Schnelltest durchführen lassen möchten, ihre Lieben besuchen. © Thomas Schroeter (Archiv)
Corona-Schutz

Weihnachten: Pflegeheime setzen auf Sicherheit für Senioren bei Besuchen

Corona sorgt weiter für Besuchseinschränkungen in Alten- und Pflegeheimen. Zu Weihnachten können die Castrop-Rauxeler ihre Angehörigen in Einrichtungen trotzdem besuchen – unter Auflagen.

Altenheime in NRW sind in den vergangenen Monaten oftmals als Hotspots der Corona-Pandemie in Erscheinung getreten. Obschon frühzeitig Maßnahmen ergriffen worden waren, um die Alten und Pflegebedürftigen vor Infektionen zu schützen, kam es in jüngster Vergangenheit zu zahlreichen Corona-Ausbrüchen in Einrichtungen.

Seniorenheime in Castrop-Rauxel waren bisher nicht betroffen, auch wenn das positive Testergebnis eines Mitarbeiters des Altenheims St. Lambertus Ende Juli kurzzeitig zu einer Quarantäne für 31 Heimbewohner führte.

Seither wurde beim Schutz der Heimbewohner stetig nachgebessert. Neben der Umsetzung der AHA-Regeln hat das Bundesministerium für Gesundheit den Pflegeeinrichtungen mit einer flächendeckenden Strategie für Antigen-Schnelltests ein weiteres wichtiges Instrument zur Eindämmung der Pandemie an die Hand gegeben.

Erweiterter Infektionsschutz

Mit Einführung der regelmäßigen Point-of-Care (PoC)-Tests zusätzlich zu den bestehenden Schutzmaßnahmen können Castrop-Rauxeler Altenheime ihren Bewohnern an den Festtagen Besuche von Angehörigen ermöglichen.

So soll ein Stück weit besinnliche Zeit trotz der Corona-Lage möglich sein. Für die Mitarbeitenden in den Einrichtungen bedeutet das aber auch ein zusätzliches Maß an Organisation, wie Anja Schmalz, Einrichtungsleiterin des Josefshauses, erklärt.

„Um unseren Bewohnerinnen und Bewohnern den Besuch ihrer Angehörigen zu ermöglichen, haben wir im Vorfeld die Möglichkeit gegeben, an den Weihnachtsfeiertagen Termine in unserem Haus zu machen. Die Termine konnten für Vor- und Nachmittag gemacht werden, je nach Zeitfenster der Angehörigen“, so Anja Schmalz.

Schnelltests bringen Sicherheit

Im Haus erhielten die Angehörigen dann die Möglichkeit, sich per Schnelltest auf das Virus testen zu lassen. Besucher würden zudem umfassend durch das Pflegepersonal über geltende Hygienemaßnahmen aufgeklärt und gebeten, sich daran zu halten. Außerdem sei für die gesamte Besuchsdauer das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht.

Matthias Müller, Einrichtungsleiter des Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrums der AWO, erklärt, dass auch in seinem Haus die bekannten Besuchszeiten unverändert über die Feiertage und den Jahreswechsel hinweg Bestand hätten.

„Besuche bei unseren Bewohnern können grundsätzlich an sieben Tagen in der Woche stattfinden. Allerdings müssen sich die die Besucher mindestens einen Tag vorher telefonisch anmelden und eine Besuchszeit absprechen“, sagt Müller.

Zusätzliche Testzeiten für die Festtage

Gleiches gilt laut Jasmin Körner auch für einen Besuch im AWO-Seniorenzentrum in Ickern. „Mit der Terminvergabe lässt sich verhindern, dass sich zu viele Besucher gleichzeitig in der Einrichtung aufhalten”, so die Einrichtungsleiterin.

Speziell für die Feiertage habe man in Ickern auch die Zeiten für die PoC-Tests ausgeweitet: Vom 22. bis 27. Dezember testen die Mitarbeiter des Seniorenzentrums alle Besucher täglich zwischen 9.45 und 17 Uhr. Ab dem 28. Dezember werde wieder an drei Tagen in der Woche zu festgelegten Uhrzeiten getestet.

Wenn Besucher die Tests verweigern, dürfen sie zwar nicht die Bewohnerzimmer betreten, aber auch für diesen Fall habe man vorgesorgt: Direkten Kontakt zu den Bewohnern könnten die Gäste dann in einem speziell eingerichteten und mit Trennwänden versehenen Besucherbereich halten.

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Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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