Wenn das Tier teuer wird: Hunde und Katzen werden ins Tierheim abgeschoben

DEININGHAUSEN Die Finanzkrise trifft nicht nur Zweibeiner, auch des Menschen beste Freunde auf vier Pfoten oder Tatzen spüren die Auswirkungen leerer Kassen und werden abgeschoben - ins Tierheim.

von Von Christoph Witte

, 23.03.2009, 21:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wenn das Tier teuer wird: Hunde und Katzen werden ins Tierheim abgeschoben

Ute Cremer leitet das Tierheim am Deininghauser Weg. Es ist derzeit voll belegt.

Tierschützer werden oft gebeten, die Tierarztkosten vorzustrecken Es sind gerade die gestiegenen Tierarztkosten, die die Menschen dazu bringen, sich von ihrem Liebling zu trennen. "Manche Menschen kommen sogar mit dem Gesuch zu uns", berichtet Roswitha Heise, "ob wir nicht die Tierarztkosten übernehmen könnten. Sie würden die auch abstottern. Dazu haben wir uns in der Vergangenheit auch schon mal breitschlagen lassen." Schließlich sei man erpressbar, wie die Tierschützer gemerkt haben. "Wenn wir das nicht machen, drohen die Leute sofort, dass sie das Tier dann halt aussetzen würden." Nun fällt es natürlich auch dem Tierschutzverein nicht leicht, Operations-Kosten von 200 oder 300 Euro vorzustrecken. Roswitha Heise: "Uns brechen ja auch Spendengelder weg." Diese Sorge hat Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn dieser Tage schön öfter gehört, gerade im Ruhrgebiet: "Im Raum Bochum und Essen, wo im Juni das Nokia-Werk geschlossen worden ist, haben die Tierheime das sofort an den Spenden gemerkt", sagte er dem Fernsehsender n-tv.

(Foto), Leiterin des Tierheims am Deininghauser Weg. Die Kleintierkäfige stapeln sich schon. "Wer Hartz IV kriegt, kann sich auch ein Kleintier nicht mehr leisten", weiß Roswitha Heise. Auch Katzen werden immer mehr. "Die Leute geben kein Geld mehr für eine Kastration aus", sagt Ute Cremer, "also vermehren sich die Tiere wie wild."

Tierschützer werden oft gebeten, die Tierarztkosten vorzustrecken Es sind gerade die gestiegenen Tierarztkosten, die die Menschen dazu bringen, sich von ihrem Liebling zu trennen. "Manche Menschen kommen sogar mit dem Gesuch zu uns", berichtet Roswitha Heise, "ob wir nicht die Tierarztkosten übernehmen könnten. Sie würden die auch abstottern. Dazu haben wir uns in der Vergangenheit auch schon mal breitschlagen lassen." Schließlich sei man erpressbar, wie die Tierschützer gemerkt haben. "Wenn wir das nicht machen, drohen die Leute sofort, dass sie das Tier dann halt aussetzen würden." Nun fällt es natürlich auch dem Tierschutzverein nicht leicht, Operations-Kosten von 200 oder 300 Euro vorzustrecken. Roswitha Heise: "Uns brechen ja auch Spendengelder weg." Diese Sorge hat Thomas Schröder vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn dieser Tage schön öfter gehört, gerade im Ruhrgebiet: "Im Raum Bochum und Essen, wo im Juni das Nokia-Werk geschlossen worden ist, haben die Tierheime das sofort an den Spenden gemerkt", sagte er dem Fernsehsender n-tv.

Roswitha Heise weiß, dass die Kapazitäten des Tierheims endlich sind, noch aber übertrifft bei allen Helfern die Liebe zum Tier den Kampf ums liebe Geld: "Wir sind nicht glücklich darüber", so Heise, "aber was soll man machen..."

Lesen Sie jetzt