Wenn der Kinderwagen zum Handicap wird

mlzGesetz fordert barrierefreie Bushaltestellen

Bis 2022 müssen alle Haltestellen von Bus und Bahn barrierefrei ausgebaut werden. So will es das Gesetz. Barrierefreiheit hilft nicht nur gebrechlichen Menschen. Viele Mütter und Väter wissen, wie anstrengend es ist, mit Kinderwagen und nebenher vielleicht noch einem weiteren kleinen Kind an der Hand Bus oder Bahn zu fahren. Wir haben es in Castrop-Rauxel ausprobiert.

Castrop-Rauxel

, 16.03.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 8 min

"Es ist schon sehr schwierig, hier in den Bus zu kommen. Das sagen auch die Busfahrer." Die nette ältere Dame, der wir an der Bushaltestelle Tappenhof in Pöppinghausen begegnen, weiß, wovon sie spricht. Sie wohnt seit über 70 Jahren hier, ist auf den Bus angewiesen, wenn sie zum Arzt oder zum Einkauf will. "Einen Führerschein habe ich ja nie gemacht, wofür brauchst du den denn, hat mein Mann immer gesagt." Jetzt ist ihr Mann längst verstorben und sie selbst auf zwei Gehhilfen zur Fortbewegung angewiesen.

Wir sind mit dem Auto nach Pöppinghausen gefahren, haben hier einen Kinderwagen aus dem Kofferraum geholt und stehen mit dem nun am Tappenhof neben unserer Gesprächspartnerin. Und warten auf den Bus Richtung Castrop-Rauxel. Den einzigen Bus, der hier fährt. Stündlich. Der soll um 11.16 Uhr kommen. Tut er auch, über die Pünktlichkeit kann man also nicht meckern.

Wenn der Kinderwagen zum Handicap wird

... aber an der Haltestelle "Tappenhof" in Pöppinghausen wird das echt schwierig bei einem Höhenunterschied von Straße zu Bus von rund 30 Zentimetern. © Marcel Witte

Da wir kein Ticket haben, stellen wir uns zum Einstieg brav an der vorderen Bustür auf. Die ältere Frau klettert hier in den Bus. Der durchaus nette Busfahrer schickt uns auf Nachfrage nach hinten zur zweiten Tür. Bezahlen könnten wir dann anschließend. Also auf nach hinten, wo wir den Kinderwagen unter gewisser Kraftanstrengung in den Bus wuchten (in dem liegt dabei kein mehrere Kilogramm schweres Kind, sondern lediglich ein dickes Kissen).

Hier in Pöppinghausen gibt es an der Haltestelle keinen Bordstein, geschweige denn ein Hochbord, um die Höhendistanz zwischen Boden und Busniveau auszugleichen. Hier gibt es einen zum Gehweg auch noch abschüssigen Seitenstreifen und damit rund 30 Zentimeter Distanz zum Bus zu überwinden. Dabei könnte im schlimmsten Fall sogar das Kind nach vorn aus dem Kinderwagen rutschen, wenn er so schräg gestellt wird. Also: Der Einstieg ist zwar keine unlösbare Aufgabe, aber keine Aufgabe, die in die Kategorie barrierefrei fiele. Mit Rollator oder gar Rollstuhl geht hier ohne fremde Hilfe nicht viel.

Und der Tappenhof ist kein Einzelfall. Derartige Haltepunkte findet man gerade in noch ländlich geprägten Außenbereichen immer wieder. Und selbst dort, wo es an den Haltestellen normale Bordsteine gibt, haben Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, so ihre Probleme. Haben Sie schon einmal ein Fahrrad in einen Bus oder gar einen Nahverkehrszug gewuchtet? Haben Sie mit Kind und Kegel und Laufrad und Einkaufstaschen schon das Vergnügen des Busfahrens gehabt? Dann wissen Sie Bescheid.

Der erste Versuch an der Haltestelle Tappenhof:

Und wie sieht die Situation an barrierefrei ausgebauten Haltestellen aus? Wir packen den Kinderwagen wieder ins Auto und machen uns auf zur Herner Straße, genauer gesagt zur Haltestelle Dammstraße. Hier, unweit des Standortes von Sekundarschule Süd/Johannes-Rau-Realschule, sind die Haltestellen schon so ausgebaut, wie es der Gesetzgeber fordert. Also mit Hochbord, mit sogenannten taktilen Elementen im Boden (Noppen- und Rillensteinen, die sehbehinderten Menschen per Fußtastung zum vorderen Buseinstieg leiten) und hier auf der Seite, wo die Busse Richtung Münsterplatz unterwegs sind, sogar als Buskap ausgebaut. Das sind Haltestellen, die weiter in die Straßenraum hinein gebaut sind, um so mehr Bewegungsplatz auf den Haltestellen zu ermöglichen.

Wir packen den Kinderwagen wieder aus und warten auf die Linie 311, die hier verkehrt. Wieder stehen wir an der Stelle, diesmal per Bodenelemente genau eingezeichnet, wo die vordere Bustür sich öffnen wird. Wieder kommt der Bus pünktlich, wieder schickt uns der Busfahrer mit dem Kinderwagen nach hinten. Vorne wäre auch kein Durchkommen, denn die Griffstangen im Einstieg helfen sicherlich Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, mit dem Kinderwagen aber sind sie eher nicht zu gebrauchen.

Der zweite Versuch an der Haltestelle Dammstraße:

Und, geht es nun an der hinteren Bustür von der Hochbord-Haltestelle topfeben in den Bus? Diese Vorstellung, die wir eigentlich hatten, wird enttäuscht. Auch hier haben wir eine deutliche Höhenschwelle zu überwinden, zudem einen Spalt zwischen Bus und Bordstein, da natürlich kein Fahrer seinen Bus millimetergenau an den Bordstein manövrieren kann. Mit dem Kinderwagen ist das machbar, mit dem Rollstuhl?

Unser Fazit des Selbstversuchs: Wir sind keiner Katastrophe auf der Spur, in Sachen Barrierefreiheit aber ist der ÖPNV in diesen Tagen noch weit entfernt von einer Situation, die allen Menschen eine problemlose Teilhabe am Bus- und Bahnverkehr ermöglichen. Und wir haben noch nicht einmal die Bahnhaltestellen etwa der Emschertalbahn ausprobiert oder versucht, im Hauptbahnhof, in dem immer wieder die Aufzüge ausfallen, auf den Bahnsteig zu kommen.

1. Das Gesetz und seine Anforderungen

Die barrierefreie Gestaltung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) stärker in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik gerückt. In allen regionalen Nahverkehrsplänen, so der Auftrag des Gesetzes, sind die Belange der “in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen“ mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzer bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen.

Unter mobilitätseingeschränkt wurden und werden teilweise auch heute noch überwiegend gehbehinderte, alte und rollstullfahrende Personen verstanden. Viele Experten haben den Begriff inzwischen aber viel weiter gefasst. So gelten auch Schwangere, Menschen mit zeitweise nötigen Gehhilfen, Mütter mit Kinderwagen, Menschen, die einen Stock benutzen, sogar Fahrradfahrer oder Menschen, die einen Einkaufsroller mit sich führen, gerade im Zusammenhang mit dem ÖPNV als in ihrer Mobilität eingeschränkt.

Ausbau bis 2022

Darauf muss nun mit entsprechenden Fahrzeugsparks (Busse und Bahnen mit frei zugänglichen Sitz- und Stehplatzflächen) reagiert werden, aber auch alle Haltestellen müssen barrierefrei oder wenigstens überwiegend barrierearm hergerichtet werden. Zwar räumt der Gesetzgeber den betroffenen Städten, Ländern und der Bahn unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmemöglichkeiten von dieser Vorgabe ein. Generell aber gilt seit 2013: Alle Bus- und Bahnhaltestellen müssen früher oder später so hergerichtet werden.

Eine Realisierung des kompletten Umbaus wird bis 2022 allerdings wohl nicht möglich sein, so zeigt es die Realität quer durch die Republik. Zu viele Haltestellen sind auszubauen, dafür fehlt es vielerorts an personellen und finanziellen Kapazitäten. Der vollständige Ausbau bis 2022 sei laut einem Papier der Bundesarbeitsgemeinschaft ÖPNV der kommunalen Spitzenverbände aber auch nicht notwendig. Lediglich die barrierefreie Planung müsse bis dahin erfolgt sein.

2. Die Busunternehmen und ihre Fahrzeuge

Die örtlichen Nahverkehrsunternehmen sehen sich mit ihren Busflotten in Sachen Barrierefreiheit gut aufgestellt. Britta Heydenbluth, Sprecherin von DSW21: „Seit Jahren sind alle 170 Linienbusse von DSW21 mit Niederflurtechnik und einer Klapprampe für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Bei der Neubeschaffung von Bussen werden wir aber größere Mehrzweckflächen, etwa für Rollatoren, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen einplanen. Aber die Mehrzweckflächen sind auch nicht unendlich ausweitbar. Denn das geht ja zulasten der regulären Sitzplätze.“ Unter Niederflurtechnik versteht man die Ausführung von Fahrzeugen mit besonders tief liegenden Böden. Damit wird vor allem auf Fahrgäste mit Einschränkungen in der Mobilität reagiert. Ein Vorteil für Busunternehmen sind aber auch kürzere Fahrgastwechselzeiten.

Ähnlich sieht es Norbert Konegen, Sprecher bei der Vestischen: „Seit 2012 kauft die Vestische ausschließlich Busse mit größerer Sondernutzungsfläche, die auf bis zu 2,90 Meter erweitert wurde. Diese Linienbusse bieten ein größeres Platzangebot für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle. Möglich wird das Mehr an Stellfläche durch den Verzicht auf eine Sitzreihe. Denn die Fahrzeuge werden nicht größer und nicht breiter. Der Verlust von zwei Sitzplätzen wird jedoch durch zwei Klappsitze kompensiert.“ Auch Dirk Rogalla von der HCR sieht das Problem, dass zusätzliche Flächen etwa für Rollatoren oder Kinderwagen die Sitzplatzzahl verringere, „aber in den Gelenkbussen haben wir aber eine zusätzliche Fläche für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren geschaffen.“

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Ein moderner Linienbus mit Niederflur- und Kipptechnik. Das Rollstuhlsymbol an der Front weist darauf hin, dass der Bus auch mit einer Klapprampe ausgerüstet ist. © Thomas Schroeter

Unser Fragenkatalog

Wir haben den Busunternehmen noch weitere Fragen in diesem Zusammenhang vorgelegt. Da die Unternehmen im Verbund östliches Ruhrgebiet zusammen arbeiten, haben sie sich abgestimmt und uns eine gemeinsamen Antwortkatalog zukommen lassen:

Wer mit dem Kinderwagen oder begleitenden Kindern mit Laufrad oder Roller in den Bus einsteigen will, kann das schlecht durch den Einstieg beim Fahrer erledigen, da er sich dann durch den engen Gang zur hinteren Mehrzweckfläche zwängen muss. Wie aber vorgehen? Kind und Kinderwagen hinten abladen und dann bezahlen? Oder wie ist ein solcher Vorgang bei Ihnen geregelt? Wie sieht das in der Praxis aus?

  • Wir empfehlen Fahrgästen mit Kinderwagen, wenn es die Situation beim Einstieg zulässt, vorne einmal das Ticket hochzuhalten, sodass der Fahrer dies sieht, und dann hinten einzusteigen.
  • Wenn das nicht möglich ist, direkt hinten einsteigen und das Ticket im Fahrgastraum hochhalten, sodass der Fahrer es sehen kann.
  • Wenn der Fahrgast noch bezahlen muss, sollten er oder sie hinten einsteigen und danach nach vorne gehen. In diesem Fall sind die Fahrer aber angewiesen, erst anzufahren, wenn der Fahrgast wieder sicher beim Kinderwagen ist.
  • Der Kinderwagen sollte so oder so entsprechend gesichert (angezogene Bremsen) und festgehalten werden. Idealweise stehen sie auf den Mehrzweckflächen.

    Britta Heydenbluth: "Das klingt alles komplizierter, als es in der Praxis ist. Wir haben hier praktisch nie Beschwerden oder Probleme."

Wie viele Kinderwagen etwa passen in ein Fahrzeug (Standardbus/ Gelenkbus)? Was passiert, wenn der Bus voll ist? Muss die Mutter mit Kinderwagen dann auf den nächsten Bus warten? Gibt es dafür Anweisungen, Regelungen?

  • Die Frage nach der Anzahl kann man so pauschal nicht beantworten, da die Kinderwagen nicht nur auf den Mehrzweckflächen stehen können und neuere Busse eine zweite Fläche haben. Und es hängt auch von der betrieblichen Situation, sprich vom Fahrgastaufkommen, ab.
  • Unser Personal ist bemüht, gerade auch Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen mitzunehmen. Aber einen Vorrang oder einen höherem Anspruch für eine bestimmte Gruppe kann es nicht geben. Letztendlich gilt die Regel: Wer im Fahrzeug ist, ist im Fahrzeug und bleibt auch drinnen. Im Notfall frage man Radfahrer, ob sie mobilitätseingeschränktem Menschen ihren Platz überlassen können. 
  • Wenn im Bus überhaupt kein Platz mehr ist, kann also auch die Mutter mit Kinderwagen nicht einsteigen. Unsere Fahrer sind sehr bemüht, es allen recht zu machen und werden deshalb z.B. versuchen, mit einer Durchsage zum Zusammenrücken aufzurufen. Letztendlich müssen sie aber auch die Entscheidung treffen, weiterzufahren, wenn es nicht geht. Immer natürlich auch mit Blick auf eine sichere Beförderung.

    Dirk Rogalla von der HCR: "In der Regel finden wir immer eine Lösung, mit der alle Beteiligten leben können."

Wenn der Kinderwagen zum Handicap wird

Die Busunternehmen, die in Castrop-Rauxel unterwegs sind, haben ihre Busflotte inzwischen nahezu komplett auf Niederflurbusse umgestellt, die im Zusammenspiel mit höheren Bordsteinen an den Haltestellen einen besseren Zugang zum Bus ermöglichen. Komplett barrierefrei wird der Einstieg damit aber noch nicht unbedingt. © Thomas Schroeter

Muss man für einen Kinderwagen oder ein mitgenommenes Kinderfahrrad extra zahlen?

  • Kinderwagen kosten nichts extra, beim Kinderfahrrad kommt es auf Bauart und Größe an. Ein kleines Puky-Rad oder Laufrad ohne Pedale ist wie ein Gepäckstück zu betrachten und daher kostenlos. Ein voll funktionsfähiges Fahrrad für ältere Kinder benötigt aber wie eins für Erwachsene ein Zusatzticket.
  • Bei der Einschätzung werden unserer Fahrer hier sicherlich gesundes Augenmaß an den Tag legen. In Zweifelsfällen sollten die Fahrgäste in diesem Fall die Fahrer (oder Fahrausweisprüfer) aktiv ansprechen.
  • Nebenbemerkung: Beim Ticket 2000, Bären-Ticket, Young-Ticketplus und Firmen-Ticket ist die Fahrradmitnahme im Geltungsbereich ohnehin bereits enthalten.

3. Der Stadtbetrieb EUV und die Haltestellen

Im Jahr 2015 hat der Stadtbetrieb EUV alle Bushaltestellen im Stadtgebiet erfasst und priorisiert. Daraus ergaben sich 149 Haltepunkte in der Straßenbaulast der Stadt Castrop-Rauxel. Rund die Hälfte dieser Haltestellen wiederum ist bereits in unterschiedlichen Ausbaugraden auf Barrierefreiheit ausgerichtet. Die restlichen Haltepunkte werden seit 2016 nach und nach umgebaut.

Nach welchem System, wollten wir nun vom EUV wissen: „Zur Priorisierung wurden bei den Betreibern der Buslinien die Fahrgastbewegungen für die einzelnen Haltestellen abgefragt. Zudem wurde in einem gewissen Umkreis um jede Haltestelle geschaut, ob dort öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Seniorenwohnheime liegen“, heißt es in der Antwort von Sabine Latterner, die seit kurzer Zeit als Referentin des Vorstands EUV-Chef Michael Werner unterstützt.

So sieht eine barrierefreie Haltestelle aus:


Anhand der Fahrgastzahlen und der Nähe zu genannten Einrichtungen sei dann eine Prioritätenliste erstellt worden. Latterner: „Allerdings behält sich der EUV-Stadtbetrieb vor, gegebenenfalls von der Liste abzuweichen.“

Beim barrierefreien Umbau werden unter anderem höhere Bordsteine eingebaut, es werden Struktursteine verbaut, an denen sich Sehbehinderte mit dem Tastsinn ihrer Füße orientieren können. Außerdem werden da, wo noch nicht vorhanden, Wetterschutzdächer installiert. „Der Umbau einer solchen Haltestelle“, das hatte Michael Werner unserer Zeitung im vergangenen Jahr berichtet, „kostet ungefähr 25.000 Euro.“ 90 Prozent der Kosten trägt dabei der VRR, den Rest muss die Stadt schultern. Bei aktuell 75 Haltestellen, die noch auszubauen sind, kann man für die Stadt also eine künftige Investitionssumme von 187.500 Euro kalkulieren.

Individuelle Planung ist nötig

Jeder Haltestellen-Umbau bedürfe dabei individueller Planung, so Markus Genster, beim EUV verantwortlicher Ingenieur für Straßen, Wege und Plätze: „Wir finden an jedem Haltepunkt andere Gegebenheiten vor, können also keine Einheitshaltestelle einbauen.“ Auch wisse man darum, dass es Haltestellen im Außenbereich gebe, die keinerlei Standards erfüllten, wegen ihrer geringen Frequentierung aber trotzdem hinten in der Prioritätenliste stünden. Der Tappenhof, an dem wir unseren Selbstversuch starteten, soll allerdings bald ausgebaut werden.

Den Stand der Umsetzung und der weiteren Projekte hat der EUV für den Betriebsausschuss 3 am 19. April aufgelistet. Demnach wurden 2016 152.800 Euro VRR-Mittel für die Haltestellen

  • Am Markt
  • Katholisches Krankenhaus
  • Tappenhof
  • Am Busch
  • Waldfriedhof

beantragt. Die Umsetzung habe 2017 begonnen und soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Aktuell steht der Umbau der Nordstraße an, für den der EUV gerade den Auftrag vergibt. Die beiden Haltepunkte dort werden demnach gut 55.000 Euro kosten, wie einer Vorlage zu entnehmen ist.

2017 wurden Fördermittel für die Haltestellen

  • Am Weißdorn
  • Borghagener Straße
  • Heinestraße
  • Holzstraße/Im Sandweg
  • Rathaus/Europaplatz
  • Westheide/Schule

beim VRR Fördermittel in Höhe von 223.200 Euro beantragt. Der Zuwendungsbescheid wird im April 2019 erwartet.

Für das Jahr 2018 sollen nun für folgende Haltestellen Fördermittel beim VRR beantrag werden:

  • Amt- und Bergstraße
  • Bogenweg
  • Falkenstraße
  • Ickerner Friedhof
  • Vockmannshof

Das Ausbauvolumen für diese Haltestellen beträgt ca. 260.000 €.

Die Haltestellen am Habinghorster Schulzentrum wurden bereits aus Mitteln des Kommunalen Investitionsförderungsgesetzes ausgebaut und die Haltepunkte Hedwigstraße und Im Scheiten wurden während der Kanalbaumaßnahme Marienstraße ausgebaut.

Ausbau aller Haltestellen bis 2022 ist offen

Kann der EUV den kompletten Ausbau der noch fehlenden über 70 Haltestellen denn bis 2022 realisieren? Beim jetzigen Ausbautempo mit acht bis zehn Haltestellen im Jahr schwierig, oder? Sabine Latterner: „Wir sind bestrebt, das bis 2022 abzuschließen. Ob der Zeitplan einzuhalten ist, hängt letztlich allerdings auch von den personellen und finanziellen Ressourcen ab."

Barrierefreiheit Das deutsche Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) definiert die Barrierefreiheit in § 4: "Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig."
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