Einstige Freundinnen streiten sich vor Gericht um Pferdemist

Amtsgericht Castrop-Rauxel

Zwei Pferdebesitzerinnen treffen sich in Castrop-Rauxel vor Gericht. Es geht um Kosten für Heu und Stroh. Das Argument der Angeklagten: Wenn ein Pferd mehr frisst, kommt auch mehr hinten raus.

Castrop-Rauxel

, 11.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einstige Freundinnen streiten sich vor Gericht um Pferdemist

Ein Streit zwischen Pferdebesitzerinnen beschäftigt das Gericht in Castrop-Rauxel. © picture alliance / dpa

Bis zum Sommer waren sie Freundinnen, mit denen man Pferde stehlen konnte. Die Freude an den Vierbeinern hat die beiden Pferdebegeisterten miteinander verbunden. Doch daran zerbrach auch die Freundschaft.

Als erbitterte Gegnerinnen saßen sich die beiden Frauen im Amtsgericht Castrop-Rauxel gegenüber. Zu klären war ein Streit um die Kosten für Einstallung, Versorgung und Verpflegung.

Drei Ponys und ein Pferd

Klägerin war die Frau, die im Herbst 2018 über das Internet die freie Box für ihr Pferd in einer kleinen Anlage auf einem Bauernhof gefunden hatte. Ihr Pferd gesellte sich zu drei Ponys. Zwei gehörten der einstigen Freundin, das dritte einer weiteren Mieterin.

Die Regeln waren klar. Gezahlt wurde die Boxenmiete sowie Stroh und Heu. Die Arbeit wie Ausmisten, Einstreuen und Weidegänge teilten sich die Besitzerinnen.

An Heu und Stroh entzündete sich letztendlich der Streit. „Mir wurde viel zu viel berechnet“, so die Klägerin. Sie hatte ihre Kosten exakt aufgelistet und dabei für ihr Pferd schon mehr als das anteilige Viertel an Heu- und Strohkosten berücksichtigt.

Schwerer Kaltblüter

In den Augen der Beklagten reichte das nicht. Sie sah den Fehler eindeutig bei der ehemaligen Freundin. „Sie hat einen Kaltblüter, wir anderen Ponys“, führte sie an.

Weil der Kaltblüter größer und fast doppelt so schwer sei wie ein Pony, würde er auch viel mehr Heu fressen.

Und wenn ein Pferd mehr fresse, komme auch mehr hinten raus, argumentierte die Beklagte weiter. So habe auch das Stroh in der Box häufiger gewechselt werden müssen. Also: mehr Heu und mehr Stroh pro Monat.

Mit dem Bauern abgerechnet

Die Beklagte hatte die Boxenmieten und die Heu- und Strohlieferungen dem Bauern bezahlt und die Kosten umgelegt. „Das habe ich ehrenamtlich gemacht, habe mich nicht bereichert“, beteuerte sie. Zahlen nennen und Belege vorlegen konnte sie aber nicht.

Die Klägerin jedoch hatte recherchiert. Vor Gericht hielt sie den monatlichen Forderungen des Bauern ihren Anteil entgegen. Das Resultat: Für ihr Pferd wurde entschieden mehr berechnet als für die drei Ponys.

Keine gütliche Einigung

Ein Beispiel: Von 800 Euro Gesamtkosten musste die Klägerin 304 Euro übernehmen. „Da bleiben für die drei Ponys jeweils gut 165 Euro“, überschlug der Richter. Genau aus dem Grund wollte die Klägerin knapp 450 Euro zurück.

Der Richter machte einen Vorschlag zur Güte: 170 Euro sollte die Beklagte an die Klägerin zahlen, dann sei der Streit beigelegt. Damit stieß er bei der Klägerin auf taube Ohren. „Ich will keine Einigung“, sagte sie. Jetzt muss die Beklagte bis Januar Abrechnungen auf den Tisch legen. Doch eins ist jetzt schon klar, teurer wird der Streit jetzt allemal.

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