Widumer Tor: "Joint Venture" von Kirche und Stadt

Neubauprojekt in Castrop

Das neue katholische Zentrum "Widumer Tor Projekt" (WTP) war ursprünglich in kirchlicher Trägerschaft geplant - auch wenn es von vorneherein für die gesamte Altstadt konzipiert war. Nun steigt die Stadt Castrop-Rauxel mit ins Boot und macht aus dem Projekt das bisher größte "Joint Venture" mit der Katholischen Kirche.

CASTROP-RAUXEL

, 25.04.2016, 06:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erstes Modul des Widumer-Tor-Projekts ist der neue Kindergarten St. Rochus. Am 27. April wird dort Richtfest gefeiert.

Erstes Modul des Widumer-Tor-Projekts ist der neue Kindergarten St. Rochus. Am 27. April wird dort Richtfest gefeiert.

Das ursprünglich in rein kirchlicher Trägerschaft, aber von vornherein für die gesamte Altstadt konzipierte neue katholische Zentrum „Widumer Tor Projekt“ (WTP) entwickelt sich zur bislang größten Kooperation zwischen katholischer Kirche und Stadt.

Darüber berichtete der Technische Beigeordnete (TBG) Heiko Dobrindt im Zusammenhang mit der öffentlichen Vorstellung der Baumaßnahme im Ausschuss für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung durch den Kirchenvorsteher von St. Lambertus, Meinolf Kopshoff.

Fördermittel zur Integration von Flüchtlingen investieren

Geplant sei, erhebliche Fördermittel aus dem Städtebau-Sonderprogramm zur Integration von Flüchtlingen in das Projekt zu investieren. „Wir wollen da mit der Kirche eine gemeinsame Konzeption entwickeln und setzen uns dafür in dieser Woche noch einmal zusammen, um zu überlegen, wie wir die Ideen zusammenbinden“, präzisierte Dobrindt.

„Als TBG freut es mich darüber hinaus, dass wir gemeinsam ein Stück Stadtentwicklung betreiben“, sagte Dobrindt. Der Förderantrag  für den sogenannten Bildungscampus Leo umfasst ein Volumen von 1.184.000 Euro, von denen laut Dobrindt noch eine knappe Million Euro zur Verfügung stünden.

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Erste Idee bereits vor Jahren

Das Projekt beschreibt die Entwicklung des Areals zwischen der Leonhardstraße und der Widumer Straße mit dem BoGi's Café, dem Bürgerhaus, dem Kulturplatz Leo, mehreren Schulen, einem Kindergarten sowie dem WTP mit einem neuen und erweiterten Marcel-Callo-Haus.

Den Weg frei gemacht für solch ein historisches „Joint Venture“ hatte die Altstadt-Gemeinde St. Lambertus bereits vor Jahren mit ihren ersten Ideen für die Entwicklung des Geländes, auf dem früher einmal das Pastorat stand.

Begegnungszentrum für alle Kulturen und Generationen

Bei der Vorstellung des WTP bekräftigte Kopshoff noch einmal, die Ziele eines künftigen „intergenerativen und multikulturellen Begegnungszentrums“, darunter konkret Pluralität als zentrale Aufgabe, milieugerechte Angebote, speziell unter dem neuen Aspekt der Flüchtlingsarbeit sowie Ansprache von Menschen – nicht nur der jungen Generation – in allen Lebenslagen.

Kein "katholisches Ghetto"

Wörtlich erklärte Kopshoff dazu: „Das WTP muss auf Zukunftsfähigkeit, also mehr als 20 Jahre geplant sein. Es soll unter gar keinen Umständen ein katholisches Ghetto sein."

Der heutige Bürgerbeauftragte der Stadt, Volker Hilgenstock, früher langjähriger Jugendamtschef, sprach seine ausdrückliche Gratulation zu dem Projekt aus: „Ich beglückwünsche Sie dazu. Es wird ein Angebot für die gesamte Altstadt.“

Parkplatz-Idee verworfen
Aus dem zeitweilig angedachten provisorischen Parkplatz auf dem Baugelände wird nichts. Das bestätigte TBG Heiko Dobrindt auf Nachfrage. „Die Parkplatzgespräche sind abgehakt. Wir müssten einiges an Geld in die Hand nehmen und die Parkfläche auf dem Markt steht bald wieder zur Verfügung.

 

 

 

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