Wie der Deutschland-Achter 270 PS besiegte

Show am Samstagabend

270 PS in der Maschine gegen den Deutschland-Achter mit Steuermann. Der Schlepper und die achtköpfige Boots-Crew hatten in einer Samstagabend.Show einen Airbus A320 zu ziehen. Und die Sportler um den Rauxeler Ruderer Malte Jackschik waren tatsächlich schneller. Oder vielleicht doch langsamer, wenn man ganz ehrlich ist?

DORTMUND/CASTROP-RAUXEL

, 11.12.2016, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schaffen es die Jungs, oder nicht? Zumindest bewegt hat der Deutschlandachter das Passagier-Flugzeug.

Schaffen es die Jungs, oder nicht? Zumindest bewegt hat der Deutschlandachter das Passagier-Flugzeug.

Es war 22.45 Uhr am Samstagabend, als die Spielshow "Frag doch mal die Maus", die im Ersten der ARD insgesamt drei Stunden lief, herüberschaltete in den Flugzeug-Hangar nach Hamburg. Dort gibt es ein großes Airbus-Werk – kein Wunder, dass es hier stattfand. Das Flugzeug ist 48 Tonnen schwer und die Frage lautet: Wer zieht es schneller über 50 Meter, ein Flugzeug-Schlepper oder der Ruder-Achter von Olympia in Rio 2016, der seinen Stützpunkt normalerweise in Dortmund hat? 

Zunächst war Thorsten Schnoor, der Schlepperfahrer, an der Reihe: Sein Gefährt kennt man von Flughäfen – so eine flache Zugmaschine, die die Flugzeuge meist rückwärts vor dem Terminal einparken lässt. Ein Auto, das ziehen und schieben kann. Schnoor sagte, dass der Schlepper selbst 43 Tonnen wiege. Und 270 PS habe.

Schnoor legte vor, und zwar im Le-Mans-Start, wie Außen-Moderator Jörg Pilawa das Ganze nannte: Er kam von der Seite aus seiner Parkposition, fuhr rückwärts vor das Flugzeug vor. Ein Monteur hängte die Schleppstange dran und stecke einen Bolzen ein. Das Procedere dauerte ziemlich genau eine Minute Vorbereitungszeit, dann zog der Schlepper den Airbus langsam an. Er rollte aus dem Hangar über die Piste und kam nach 1:29 Minuten an – also mit einer reinen Zugzeit von etwa 29 Sekunden. 

Langsam, aber beständig rollte der Airbus los

Dann die Sportler: Sie rannten vom Start aus vor den Airbus. Wie bei einer Kutsche lag dort schon Zaumzeug bereit, das sie nach sechs Sekunden über die Schultern ziehen konnten. Sie waren dabei übrigens nicht zu acht, sondern zu neunt: Marin Sauer, der kleine Steuermann, der im Boot sonst die Motivationsaufgabe und die Aufsicht hat, zog diesmal mit – und zwar ganz vorne vor zwei Vierer-Reihen. Schon vier Sekunden später rollte das Flugzeug. Zwar langsam, aber beständig. 

Die Ruderer legten sich mit ihren Schultern auf feuchtem Asphalt in die Seile: Maximilian Munski, Andreas Kuffner, der Dortmunder Felix Drahotta, der Bochumer Maximilian Reinelt, der Oberhausener Eric Johannesen, der Dortmunder Richard Schmidt, Hannes Ocik und Malte Jakschik, der gebürtige Dattelner, der für den RV Rauxel rudert.

Bei Olympia in Rio holten sie Silber, diesmal holten sie den Sieg: Nach 59 Sekunden rollte das Vorderrad des Fliegers über die Ziellinie – 30 Sekunden vor dem Schlepper; der allerdings 60 Sekunden zum Rangieren und Ankoppeln brauchte, während die Ruderer das in sechs Sekunden schafften.

„Die Menschen sind besser als die Maschinen“, lautete das Fazit von Feld-Reporter Jörg Pilawa. Die ARD hat mit diesem Spaß ganz gut unterhalten, aber auch bewiesen, dass der Vergleich auch schon mal hinkt in solchen Shows.

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