Mutmaßliches Vergewaltigungsopfer: Erinnerung ist „wie ein Horrorfilm“

mlzKampfsportrainer schweigt

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Kampfsporttrainer aus Castrop-Rauxel wurde das mutmaßliche Opfer erneut befragt. Auch ein möglicher Tatort in Dortmund-Barop war abermals Thema.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 28.05.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Suche nach der Wahrheit geht weiter: Mit weiteren Zeugenvernehmungen ist am Bochumer Landgericht der Prozess gegen einen Kampfsporttrainer (59) aus Castrop-Rauxel fortgesetzt worden, der in den frühen 1990er-Jahren eine junge Taekwondo-Schülerin unter anderem in Dortmund vergewaltigt haben soll. Dass der Angeklagte im fraglichen Zeitraum auch zeitweise im Ortskern von Dortmund-Barop gewohnt hat, bestätigte sein inzwischen 80 Jahre alter Ex-Vermieter am Mittwoch als Zeuge.

Auf der Suche nach genaueren Angaben

„Der Herr hat die 70-Quadratmeter-Wohnung im ersten Stock bewohnt. Das war vor etwa 25 bis 30 Jahren. Eingezogen ist er alleine, später war auch seine Frau dabei“, erinnerte sich der Ex-Vermieter. Wann genau das Mietverhältnis begonnen und wie lange es angedauert hat, konnte der Zeuge allerdings nicht mehr genau sagen.

Die Befragung des ehemaligen Vermieters war von den Bochumer Richtern mit dem Ziel angestoßen worden, genauere Angaben zu einer möglichen Tatortwohnung in Dortmund zu bekommen. Der Angeklagte selbst schweigt zu den Vorwürfen. Die Belastungszeugin hatte sich nach fast 30 Jahren zwar noch genau an den Zuschnitt der Dortmunder Wohnung ihres damaligen Trainers erinnern können und dazu sogar eine Skizze angefertigt – nicht aber an die Anschrift.

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Nebenklägerin musste erneut aussagen

Am Mittwoch wurde die inzwischen 44 Jahre alte Frau bereits zum zweiten Mal als Zeugin befragt. Im Mittelpunkt standen erneut die von der Frau beschriebenen Vergewaltigungsorte. Zwei Übergriffe sollen sich in den frühen 1990er-Jahren jeweils in der Umkleidekabine eines Kampfsportvereins in Bochum-Langendreer ereignet haben. Eine weitere in der ehemaligen Dortmunder Wohnung des Angeklagten. Dabei soll der Angeklagte auf dem Weg zu einer lokalen Kampfsportveranstaltung vorgetäuscht haben, etwas vergessen zu haben und die Schülerin so dazu gebracht haben, mit ihm gemeinsam bei ihm zu Hause vorbeizufahren.

Mit Blick auf zuletzt durch überreichte Fotos aufgeflammte Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der von ihr erinnerten Vereinsveranstaltung, die in den frühen 1990er-Jahren angestanden habe und vor der sie vergewaltigt worden sein soll, verwies die Belastungszeugin auf den langen Zeitablauf. „Für mich stand das immer im Zusammenhang mit einer Veranstaltung am Ümminger See. Wenn das jetzt doch ein anderes Turnier gewesen sein sollte, dann tut mir das leid“, sagte die Nebenklägerin den Richtern.

Mit Blick auf die Übergriffe sagte die 44-Jährige: „Das Erinnern an die Taten ist für mich immer wieder wie ein Horrorfilm.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

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