Wie kann das? St.-Rochus-Hospital meldet für 2018 36 geborene Babys mehr als die Stadt

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Einen Babyboom gab es 2018 in Castrop-Rauxel. Darüber sind sich Stadt und St.-Rochus-Hospital einig. Nicht aber über die genaue Zahl: Es gibt eine Differenz von 36 Babys. Wie kann das sein?

Castrop-Rauxel

, 29.01.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ganze Stadt freut sich über mehr Babys, die 2018 das Licht der Welt im St.-Rochus-Hospital erblickt haben. Doch über die Zahlen in der Statistik der Stadt gibt es Verwunderung.

856 Geburten meldete die Stadt für 2018 in ihrer aktuellen Einwohnerstatistik. Nicht alle davon sind Castrop-Rauxeler. Denn: Jedes Kind, das in Castrop-Rauxel geboren wird, bekommt eine Geburtsurkunde der Stadt. Egal, ob die Eltern in Bochum, Herne oder Castrop-Rauxel wohnen.

Auch das Rochus-Hospital meldet für das vergangene Jahr einen Geburtenrekord. Der fällt jedoch noch höher aus als die Zahl der Stadt. 892 Babys sind demnach im Rochus 2018 zur Welt gekommen - ein geburtenreiches Jahr. Das erste Baby wurde am Neujahrstag um 8.20 Uhr geboren. Die letzten zwei Babys des Jahres hatten es noch am Silvestermorgen auf die Welt geschafft, Baby Nummer 892 um 6.22 Uhr.

Wie kommt dieser Unterschied in den Zahlen zustande? Wo sind die 36 Babys geblieben, die das Rochus mehr verzeichnet hat? Denn „jede Geburt wird im Geburtenbuch verzeichnet mit dem Namen der Mutter, soweit vorhanden des Vaters, mit dem Geburtsverlauf, den kindlichen Maßen und den anwesenden Hebammen und Ärzten“, so Dr. Michael Glaßmeyer, Chefarzt der Frauenklinik am St.-Rochus-Hospital.

Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer wundert sich über die Zahl der Neugeborenen in der städtischen Statistik.

Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer wundert sich über die Zahl der Neugeborenen in der städtischen Statistik. © Sandra Heick

„Über jedes Kind stellt die Verwaltung eine Geburtsanzeige aus, mit der die Eltern dann ihr Kind beim Standesamt anmelden. Jeden Freitag meldet unsere Patientenverwaltung die Zahl der geborenen Kinder beim Standesamt.“ Glaßmeyer fragt sich, ob es realistisch ist, dass 36 Kinder aus dem Krankenhaus nicht der Stadt gemeldet worden sind.

Er sagt: „Selbstverständlich haben wir auch Frauen entbunden, die aus prekären Verhältnissen mit nicht geklärten Wohnsitz zu uns in die Klinik kamen. Aber 36?“

Geburten-Meldung heißt nicht gleich Geburtsurkunde

Die Stadt hat für die Differenz eine ganz einfache Erklärung: „Die Statistik des Standesamtes nennt einfach nur die Babys, deren Geburt abschließend beurkundet wurden“, sagt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage. Heißt: Es kann sein, dass Babys schon aus dem Krankenhaus gemeldet wurden, ihre Geburtsurkunde von der Stadt aber noch nicht erhalten haben.

„Diejenigen Babys, deren Eltern nicht die erforderlichen Urkunden vorlegen können, weil sie z.B. aus einem ausländischen Staat zu besorgen sind, Übersetzungen fehlen, ausländische Scheidungen noch in Deutschland anzuerkennen sind, Kinderehen zu prüfen sind oder die Identität der Eltern aufgrund fehlender ausländischer Reisepässe nicht geklärt ist, müssen „zurückgestellt“ werden, das heißt, sie können solange nicht abschließend beurkundet werden, bis alle Dokumente vollständig vorliegen“, erklärt Hilleringmann weiter.

Echte neue Castrop-Rauxeler, die 2018 im Rochus geboren wurden und jetzt auch hier leben, gibt es übrigens „nur“ 648 (2017: 612). Bei den restlichen Geburten kamen die Eltern für die Entbindung aus anderen Städten nach Castrop-Rauxel.

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