Entscheidung über „Castrop kocht über“ 2020 fällt noch im April

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In der Coronakrise verändern sich Situationen rasant. Wie es im Sommer sein wird, ist schwer zu sagen. Was bedeutet das für Feste wie „Castrop kocht über“ oder das Familienfest in Ickern?

Castrop-Rauxel

, 02.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Veranstalter bedeutet die Coronakrise vor allem eins: Planungsunsicherheit. Bis 19. April wird sich an der aktuellen rechtlichen Situation nicht viel ändern, Veranstaltungen in Castrop-Rauxel sind bis 1. Mai abgesagt. Wie es danach weiter geht, weiß niemand.

Zu schnell können sich Vorgaben aktuell ändern. Was bedeutet diese Unsicherheit für die Planung von Castrop-Rauxeler Traditionsveranstaltungen? Wir haben mit den Verantwortlichen gesprochen.

„Wir planen ‚Castrop kocht über’ nach wie vor für den 10. bis 14. Juni“, sagt Franz-Josef „Bubi“ Leuthold, Sprecher der Veranstaltergemeinschaft aus Gastronomen. „Wir haben uns aber eine Deadline für den 21. April gesetzt. Dann wollen wir uns besprechen und prüfen, ob wir es vielleicht weiter nach hinten verschieben.“

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„Die Gastronomen haben Kosten, die sie decken müssen“

Dabei spielen auch finanzielle Überlegungen eine Rolle: „Sobald es Beschränkungen gibt, etwa auf eine Besucherzahl von 800 Personen, werden wir es verschieben“, sagte Leuthold. Die Gastronomen hätten schließlich Kosten, die sie decken müssen, und das ginge nur mit einer entsprechenden Zahl an Gästen.

Voll war es, als Seven Cent 2019 auf der Bühne bei Castrop kocht über stand. Nach vier Jahren kehrte die Cover-Rock-Band zurück.

Voll war es, als Seven Cent 2019 auf der Bühne bei Castrop kocht über stand. Nach vier Jahren kehrte die Cover-Rock-Band zurück. © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Zwischen den teilnehmenden Gastronomen gebe es einen regen Austausch. „Wir stehen untereinander und mit unseren Partnern permanent im Kontakt“, sagte Leuthold. Bisher sei noch keiner der Live-Acts abgesprungen. „Da wir gerade aber einfach abwarten müssen, wie sich alles entwickelt, halten wir uns auch noch mit der Werbung für die Veranstaltung zurück“, erklärte Leuthold.

Auch der Stadtteilverein „Mein Ickern“ muss sich mit der Lage arrangieren. Dabei will der gesamte Stadtteil in diesem Jahr eigentlich seinen 800. Geburtstag feiern. Absagen will der Verein die Feierlichkeiten trotz des Coronavirus nicht. „Die meisten von uns werden den 900. Geburtstag schließlich nicht mehr erleben“, sagte der 1. Vorsitzende Marc Frese.

Bürgerpicknick und Familienfest sollen stattfinden

„Wir haben ganz klar für uns gesagt ‚Aufgeschoben ist nicht aufgehoben’.

Wenn irgendwann das Schlimmste überstanden ist, werden die Menschen feiern wollen.“ Das Bürgerpicknick am 28. August und das Familienfest am 30. August sollen nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden. Das Rudelsingen könnte als Option relativ spontan am 29. August eingefügt werden.

Marc Frese, Vorsitzender des Bürgervereins „Mein Ickern“, ist zuversichtlich, dass Bürgerpicknick un Familienfest im August stattfinden können.

Marc Frese, Vorsitzender des Bürgervereins „Mein Ickern“, ist zuversichtlich, dass Bürgerpicknick un Familienfest im August stattfinden können. © Matthias Stachelhaus

„Für das Bürgerpicknick rechnen wir vorab mit Kosten im vierstelligen Bereich“, sagt Frese. „Eine Hälfte sind Spenden, die andere Hälfte müssen wir selbst aufwenden.“ Falls dann doch alles abgesagt werden müsse, könnte der Verein sicherlich eine Regelung mit seinen langjährigen Partnern finden, glaubt Frese.

„Eigentlich stecken wir aber viel mehr Zeit als Geld in die Planung. Auch jetzt sprechen wir uns regelmäßig ab.“ Per Telefon oder Whatsapp sei das aber schwieriger als sonst. „Wir werden sehr genau beobachten, was es in Zukunft für Auflagen gibt, und flexibel darauf reagieren“, sagte Frese.

Der Stadtteilverein will trotzdem einen Maibaum aufstellen

Die Menschen würden gerade viel über Gesundheit nachdenken und darüber, ob das Geld reiche, weil sie in Kurzarbeit müssten. Es brauche deshalb auch Perspektiven vor der Haustür, meint Frese. „Wir haben uns gefragt, wie wir trotzdem Impulse setzen können.“

Der Verein wird deshalb seinen Maibaum aufstellen. „Mein Ickern“ will dafür die 1000 Euro ausgeben, die der Verein im Dezember aus dem Verfügungsfonds von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet erhalten hat.

Auch die Werbegemeinschaft Inwerb in Habinghorst plant ihr Sommerfest weiter für den 5. Juli. Ansonsten ruhe die Planung aber weitestgehend, sagte Vorstandsmitglied Armin Fiolka. „Wir haben glücklicherweise alles rechtzeitig eingestielt“, sagt er und ist guter Dinge: „Ich sehe in dieser Situation nicht komplett schwarz. Die Welt wird sich weiter drehen.“

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