Wittener Straße: Jetzt gab es doch Nachtests in den Quarantäne-Häusern

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Rolle rückwärts: In den Häusern an der Wittener Straße, die unter Quarantäne gestellt worden waren, fanden jetzt doch Nachtests auf das Coronavirus statt. Das war eigentlich nicht geplant.

Merklinde

, 26.05.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rolle rückwärts an der Wittener Straße: Wo der Kreis Recklinghausen und die Stadt Castrop-Rauxel am 14. Mai keinen Anlass mehr für Nachtests auf das Coronavirus mehr gesehen hatten, ist jetzt doch nachgestestet worden.

Eine Masseninfizierung der Hausbewohner war dort am 30. April festgestellt worden. Aus den drei Häusern an der Wittener Straße, in denen fast 100 Menschen osteuropäischer Herkunft wohnen, waren eine Woche zuvor zwei Menschen mit Corona-Infektionen im Krankenhaus behandelt worden. Als die Stadt das mitbekam, wurde der Großtest ausgelöst und anschließend eine Quarantäne verhängt.

Wie unsere Redaktion am Dienstag, 26. Mai, auf Nachfrage bei der Stadt-Pressestelle erfuhr, „sind in den Häusern in den nächsten Tagen Nachtests geplant“. Das erklärte Stadtsprecherin Uta Stevens.

Vor elf Tagen hieß es: Keine Nachtests geplant

Vor elf Tagen war das anders dargestellt worden: „Die noch positiv Getesteten müssen jetzt lediglich noch einmal nachweisen, dass sie 48 Stunden lang symptomfrei sind, dann können auch sie aus der Quarantäne entlassen werden“, erklärte Kreissprecher Jochem Manz da.

Zuvor waren zwei der Häuser bereits aus der Quarantäne entlassen worden. Nur im dritten Haus, so Manz, hätte es noch Erkrankte gegeben. Weitere Nachtests unter den Infizierten, so hieß es am 14. Mai, seien demnach „erst einmal nicht geplant“.

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Aber wie sieht es mit den Menschen in den anderen Häusern aus, in denen die Menschen aus Osteuropa auf sehr engem Raum zusammen wohnen? Das wollten wir am 14. Mai wissen: „Wir haben nach meinen Erkenntnissen keinen Hinweis gefunden, der weitere Nachtests unter allen Bewohnern notwendig machen würde“, so der Kreissprecher seinerzeit.

Elf Tage später sieht es an den Häusern an der B235 in Merklinde unverändert aus: Immer noch steht der vom Stadtbetrieb EUV aufgestellte Bauzaun rund um alle Häuser. Noch immer ist der Sicherheitsdienst im Einsatz.

Mehr lässt sich von der Straße aus nicht erkennen. Da die Bewohner der Häuser beim letzten Besuch unserer Redaktion sehr gereizt auf die Presse reagiert hatten, bleiben wir diesmal auf Distanz, suchen nicht den Kontakt mit Bewohnern oder Security-Leuten.

Stadtsprecherin: Rotes Kreuz will sich melden

Stadtsprecherin Uta Stevens kann nach eigenem Bekunden nicht beantworten, warum es zu den nun angekündigten Nachtests kommen soll. Sie kann auch nicht sagen, wann sie stattfinden werden. „Dazu will sich das Rote Kreuz noch melden“, so ihre Auskunft gegenüber der Redaktion.

Rund um die Häuser an der Wittener Straße parken immer wieder auf beiden Straßenseiten jede Menge Kleintransporter.

Rund um die Häuser an der Wittener Straße parken immer wieder auf beiden Straßenseiten jede Menge Kleintransporter. © Thomas Schroeter

Eine Nachfrage beim Kreis Recklinghausen sorgte am Dienstagnachmittag dann für Klarheit: Laut Kreis-Sprecherin Svenja Küchmeister stehen Stand jetzt keine Nachtests mehr an. Denn es hat sie entgegen der Stadt-Infos schon gegeben: „Wir haben da etwa zehn Schulkinder nachgetestet, bei denen nicht ganz klar war, wie ihr Status ist“, so Küchmeister. Die Tests seien negativ ausgefallen, die Quarantäne könne daher bald aufgehoben werden.

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Da die Situation rund um die Häuser in Merklinde, aber auch das Haus an der Langen Straße 107 in der Castrop-Rauxeler Bevölkerung durch die positiven Coronatests weitere Diskussionen um das Thema „Osteuropäische Zuwanderer“ ausgelöst hat, will Bürgermeister Rajko Kravanja am Donnerstag, 28. Mai, in einer Facebook-Sprechstunde zu diesem Thema ausführlich Stellung nehmen und Fragen beantworten.

Nicht nur Anwohner der Wittener Straße und der Langen Straße haben in der Vergangenheit immer wieder auf Missstände hingewiesen. Sie hatten eine Vermüllung, unhaltbare Wohnumstände, Belästigungen und die ominösen Kleintransporter angeprangert, mit denen Bewohner der Häuser in Merklinde und Habinghorst unklaren Geschäften nachgehen sollen.

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