Wo lauern tödliche Gefahren für Radfahrer in Castrop-Rauxel?

mlzStraßenverkehr

Eine Castrop-Rauxeler Radfahrerin ist 2018 von einem Lkw tödlich verletzt worden. Wo lauern solche Gefahren? Wo fehlt es in Castrop-Rauxel an Radwegen? Das willl die Stadt jetzt ergründen.

Castrop-Rauxel

, 10.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Tod einer 57-jährigen Fahrradfahrerin aus Castrop-Rauxel im Juli des vergangenen Jahres war der traurige Tiefpunkt. Ein Lkw-Fahrer erfasste im Sommer die Fahrradfahrerin aus Castrop-Rauxel, als er in Datteln von der Castroper Straße (B235) nach rechts auf die Emscher-Lippe-Straße abbiegen wollte. Die 57-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Im Jahr 2018 ist kreisweit mit 682 verunglückten Radfahrern im Vergleich zum Vorjahr (601 Verunglückte) ein Anstieg von 12 Prozent zu verzeichnen gewesen.

158 Radfahrer kamen im ersten Halbjahr 2019 ums Leben

Innerhalb der Gruppe der Verkehrstoten sticht die Gruppe der Fahrradfahrer bundesweit heraus. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen 158 Radfahrer allein im ersten Halbjahr 2019 ums Leben. Das waren 16 mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Bundesamtes starben im gesamten Vorjahr 445 Fahrradfahrer bei Unfällen. 2017 kamen 382 Radfahrer ums Leben.

Gefahrenpunkten für Radfahrer, aber auch fehlenden Radwegen und falschen Ausschilderungen will die Stadt nun auf den Grund gehen. Die Stadtverwaltung lädt daher jetzt zu einer Bürgerradtour ein. Am Samstag, 14. Dezember, beginnt die Tour um 11 Uhr ab dem Forumsplatz am Rathaus, Europaplatz 1.

Die Radtour ist Bestandteil der Bemühungen um eine rasche Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundliche Städte und Gemeinden (AGFS). Die Stadtverwaltung strebt nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft unter anderem einen Radverkehrsanteil von 25 Prozent an.

Die Erfahrungen der Radtour sollen dann in ein Gesamtkonzept für eine verbessere Radinfrastruktur bzw. in das Nahmobilitätskonzept einfließen. Deshalb sind Hinweise und Bürgerwünsche der Verwaltung besonders wichtig. Denn nach wie vor gibt es massive Lücken im Radwegenetz, nach wie vor gibt es Steellen, wo Radfahrer sehr gefährlich leben.

Stadt sucht nach Anregungen für Radwege

Anregungen über fehlende oder neue Radwege sowie Vorschläge zur Qualitätsverbesserung bestehender Wege bis hin zu Standorten von Fahrradparkplätzen und Ideen zur Verbesserung der Akzeptanz für den Radverkehr sind bei dem Termin willkommen. Stadtbaurätin Bettina Lenort, die Verkehrsplaner der Stadt und der EUV Stadtbetrieb werden die Tour begleiten.

Weitere Informationen

Noch bis Mittwoch, 11. Dezember, können den städtischen Verkehrsplanern Orte genannt werden, die bei der Tour unbedingt gemeinsam besichtigt werden sollten. Nach Möglichkeit sollen diese in der maximal dreistündigen Tour durch das CastropRauxeler Stadtgebiet berücksichtigt werden.

Die Stadtverwaltung hofft für die Veranstaltung trotz der Jahreszeit auf mildes und trockenes Wetter. Zum Jahresbeginn 2020 sind auch bereits zwei Bürgerspaziergänge im Hinblick auf eine fußgängerfreundliche Stadt in Planung.

Hinweise auf Orte, die bei der Radtour abgefahren werden sollten, können an die Mail andre.sternemann@castrop-rauxel.de geschickt werden.

Bürgerwerkstatt im Juni war wichtiger Auftakttermin

Die Stadtverwaltung hatte am 5. Juni eine Bürgerwerkstatt zur Erstellung eines gesamtstädtischen Nahmobilitätskonzept durchgeführt. An dieser Bürgerwerkstatt nahmen zahlreiche Bürger, aber auch Politiker und Vertreter verschiedener Organisationen teil. Arbeitsgrundlage waren dabei unter anderem verschiedene Themenkarten, die auch bei kommenden Arbeitsgesprächen und weiteren öffentlichen Veranstaltungen fortgeschrieben werden.

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Für die eigene Bearbeitung und das Einreichen von Ideen und Anmerkungen stellt die Stadt Castrop-Rauxel die Kartengrundlagen auf ihrer Homepage zur Verfügung. Ideen, Anregungen und Kritik können alle Castrop-Rauxeler auch jenseits der Radtour und der Spaziergänge bei der Verkehrsplanung der Stadt Castrop-Rauxel einreichen.

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