"Wo sind wir denn hier?"

Castrop-Rauxel Gestern, 10.55 Uhr: 20 Kilometer will keiner wandern, der jetzt noch am Parkbad Süd in der Menschentraube steht. Zehn Kilometer reichen auch, um die Europastadt beim dritten RN-Wandertag von neuen Seiten kennen zu lernen.

23.09.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Diese Auffassung teilen etwa 150 andere Wanderer, die auf das Startzeichen warten und sich die Zeit damit vertreiben, die Strecke auf dem Flyer zu studieren oder die Schnürsenkel-Schleife zu überprüfen.

Genügend Proviant

11 Uhr: Jetzt tut sich etwas. Während die letzten Teilnehmer der Großgruppe CDU ihren Proviantbeutel mit Apfel, Banane und Brötchen greifen, brechen die ersten Wanderer auf. Wanderführer Werner Lauf vom Sauerländischen Gebirgsverein schultert einen Kiepenkerl. "Proviant", verrät er schelmisch lachend, "Schokoriegel und ein paar 'Zisselmännchen' für unterwegs."

11.10 Uhr: Die ersten Schritte sind gemacht, wir gehen über die Rennbahn zum Goldschmieding-Park. Dort erwartet uns eine Bergetappe. "Mehr Steigungen kommen nicht", verspricht Werner Lauf. Am höchsten Punkt machen Monika und Bernd Schulz aus Dortmund einen Fotostopp: "Man sieht beim Wandern so schöne Ecken, die man aus dem Auto sonst nicht sieht", bringt es der 61-Jährige auf den Punkt.

11.50 Uhr: Im Gänsemarsch geht es den Rieperberg hinunter. Die erste Stempelstelle ist erreicht. Werner Lauf setzt den Kiepenkerl ab und packt seine "Zisselmännchen" aus: Kräuterlikör für alle.

12.10 Uhr: "Ohne Euch wär' ich verloren", stöhnt Erika Schönig auf, "wo sind wir denn hier?" Schulte-Rauxel lautet die prompte Antwort. Wir arbeiten uns durch's Grutholz und passieren den Stadtmittelpunkt samt Trödelmarkt.

13 Uhr: Bergfest am Hallenbad. Nach kurzer Pause peilen wir die Strittheide an und landen im Neubaugebiet. "Wie heißt das denn hier eigentlich?", will Christel Rechenberg wissen. Erst der Blick in die Wanderkarte hilft weiter: Herrenland.

13.45 Uhr: Den Erinpark haben wir durchquert, bis zum Stadtgarten ist es nur noch ein Katzensprung.

14.02 Uhr: Im Parkbad Süd hat Norbert Winge kalte Getränke für seine im Schatten rastende Familie besorgt. Sein Fazit: "Hervorragend - die Strecke hat uns gut gefallen. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei." jug

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