XXL-Windrad: Ärger über neue "Baustelle"

Vorwurf

CASTROP-RAUXEL Ende November werden die Flügel fürs XXL-Windrad an der Stadtgrenze zu Bochum geliefert. Seit dem Abschmettern des Antrags von Barbara Gröger und Heinrich Breuckmann im Eilverfahren am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat sich an der Baustelle optisch nichts getan.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 21.10.2009, 12:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie das Kraftwerk an der nördlichen Stadtgrenze bleibt das Windrad an der südlichen Stadtgrenze (Foto) vorerst unvollendet.

Wie das Kraftwerk an der nördlichen Stadtgrenze bleibt das Windrad an der südlichen Stadtgrenze (Foto) vorerst unvollendet.

Dafür gibt's offenbar eine Baustelle ganz anderer Art. Die das Ehepaar Gröger/Breuckmann im Kampf gegen das Riesen-Windrad jetzt veranlasst hat, über seinen Anwalt Kontakt aufzunehmen mit den Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit bei der Landesregierung in Düsseldorf.Bauakten verschoben?

Ihr Vorwurf: Die Bochumer Baubehörde habe Bauakten verschoben. Konkret: Das Bauamt habe Informationen an die Gegenseite, also an die Godewind-Investoren, gegeben, die dem Datenschutz unterlägen. Barbara Gröger: "Unglaublich, man hat versucht, uns einzuschüchtern." So habe Heiner Bünger, der Sprecher von Godewind, dem Ehepaar dargelegt, dass die Stadt Bochum baurechtliche Mängel am Haus des Ehepaares entdeckt habe, die nicht verwendet werden sollten, wenn die Klage zurückgezogen würde. Pappeln als Sichtschutz Außerdem plane die Stadt Bochum Pappeln als Sichtschutz zu pflanzen - auf einem Grundstück, das das Ehepaar gepachtet hat. Auch hier habe es Druckmittel gegeben, berichtet Barbara Gröger. Nämlich jenes, dass formuliert worden sei, "wenn Sie weiter klagen, wird Ihnen die Weide gekündigt".

Für Gröger und Breuckmann eine skandalöse Vorgehensweise, mit der sie vor knapp drei Wochen Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz konfrontierten. Ihr Beschwerdebrief blieb allerdings unbeantwortet. Nach Auskunft aus dem Büro der Oberbürgermeisterin soll dieser Brief die Adressatin nicht erreicht haben.

Mehr Infos Heiner Bünger aus Burgdorf versichert, dass der Anwalt der Investoren die Bauakte angefordert habe, um sich mehr Infos zu verschaffen über die "bedrängende Wirkung" der Windkraftanlage auf das Grundstück des Ehepaares. Bünger: "Mit unlauterer Absicht hat das nichts zu tun."

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