XXL-Windrad darf weitergebaut werden

Beschluss am Verwaltungsgericht

OBERCASTROP Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat den Antrag von Barbara Gröger und ihrem Mann Heinrich Breuckmann gegen die "sofortige Vollziehung der Genehmigung" fürs XXL-Windrad an der Bochumer Stadtgrenze abgeschmettert.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 06.10.2009, 23:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Windrad wird weitergebaut.

Das Windrad wird weitergebaut.

Tiefe Enttäuschung bei Barbara Gröger: "Der Richter hat sich vor der Entscheidung gedrückt, um die Klage zum Oberverwaltungsgericht durchzuwinken." Genau diesen Weg will das Ehepaar auch einschlagen. In der Begründung, so Gröger, habe das Gericht sich vor allem auf formale Dinge gestützt.Zu wenig Beweise für optische Beeinträchtigung

So habe es geheißen, dass es bereits 2005 nicht zu einer Anfechtung für die Genehmigung des Windradbaus etwa 25 Meter entfernt und in etwas kleinerem Kaliber vom jetzigen Standort gekommen sei. Außerdem habe das Ehepaar nicht ausreichend belegen können, dass das Riesen-Windrad zu einer optischen Beeinträchtigung führe.Auszug aus der Beschluss-Begründung

"Bei der Interessenabwägung", so steht es wörtlich in der Beschluss-Begründung der 8. Kammer, "beansprucht die Einschätzung Gewicht, ob die Antragstellerin die angefochtene Genehmigung voraussichtlich zu Fall bringen kann. In Würdigung der Umstände spricht Überwiegendes dafür, dass ihrer Klage kein Erfolg beschieden ist."

  Das Gericht verweist außerdem darauf, dass der "Sichtbeziehung" zu dem nun 15 Meter höheren Windrad durch "architektonische Selbsthilfe" ausgewichen werden könne - etwa durch Anpflanzungen auf dem rückwärtigen Teil ihres Grundstücks.

Wie berichtet, steht das Windrad, das insgesamt fast 150 Meter hoch werden soll, 270 Meter entfernt vom Wohnhaus des Ehepaares Gröger / Breuckmann. Seit der Klageeinreichung im Juli ist im Landschaftschutzgebiet Baustopp, die Rotorblätter mit einem Durchmesser von 82 Metern fehlen noch. BBB Umwelttechnik GmbH in Gelsenkirchen Gegen den Eilantrag auf aufschiebende Wirkung der Baugenehmigung hatte die Godewind GbR als Investor mit dem Antrag auf sofortige Vollziehung der Baugenehmigung reagiert. "Wir gehen davon aus, dass dieser Baustopp jetzt aufgehoben wird", hieß es gestern bei der BBB Umwelttechnik GmbH in Gelsenkirchen, die das Projekt geplant hat.

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