Zwei Hirsche aus Castrop-Rauxel benötigen Asyl

Wildgehege Grutholz

Wegen der Hormone ihrer Hirsche muss der Förderverein des Wildgeheges Grutholz in Castrop-Rauxel um zwei seiner Schützlinge bangen. Bis Herbst muss eine Lösung für das Problem her, damit das Liebesleben des Hirschpaares nicht zum massiven Problem des gesamten Bestandes im Wildgehege wird.

CASTROP-RAUXEL

, 07.01.2016, 16:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marianne Scheer, die Vorsitzende des Fördervereins Wildgehege Grutholz, füttert die Hirsche Hans-Hubert und Star

Marianne Scheer, die Vorsitzende des Fördervereins Wildgehege Grutholz, füttert die Hirsche Hans-Hubert und Star

Sikahirsch Star und der weiße Damhirsch Hans-Hubert sind aktuell echte Sorgenkinder, wie die Vereinsvorsitzende Marianne Scheer betont. Ende September beginnt die fünfwöchige Brunftzeit des Wilds.

„Nach sechs Jahren müssen die Hirsche ausgetauscht werden, denn sonst besteht die Gefahr, dass es zu Inzucht kommt“, sagt Marianne Scheer. Sollten also Hans-Hubert und Star nicht für die Zeit der Brunft von der Herde getrennt werden, kämen die jungen Hirsche des Geheges bei den Damen nicht zum Zuge.

Inzucht ist nicht immer gefährlich

Beim Decken innerhalb der ersten Generation (Eltern paaren sich mit ihren Kindern) ist Inzucht bei Hirschen unbedenklich. Missbildungen treten allerdings bei der Paarung innerhalb der zweiten Generation (Enkel und Großeltern) auf. „Es kann beispielsweise zu Nabelbrüchen bei deren Kindern kommen, auch Geburtsschwierigkeiten treten auf“, erklärt Marianne Scheer.

 

Um dies zu verhindern, müssen die restlichen Tiere des Geheges von den beiden Hirschen getrennt werden – jedenfalls für die diesjährige Brunftzeit (Ende September bis Anfang November). „Eine Möglichkeit wäre, einen mindestens einen Hektar großen Teil des Geheges abzuteilen.“

Teure Angelegenheit

Eine Option, die mit den begrenzten finanziellen Mitteln des Fördervereins nicht realisierbar ist. Denn um brünftige Hirsche erfolgreich voneinander fernzuhalten, müssten zwei Bauzäune, ein umfassender Sichtschutz, separate Tore und Futterstellen geschaffen werden. Dass die beiden Sorgenkinder temporär in ein anderes Wildgehege ausquartiert werden könnten, scheidet als Möglichkeit auch aus.

„Die haben ihre eigenen Deckhirsche.“ Auch können Hirsche nicht kastriert werden, denn ihr Geweihwuchs ist ebenso von ihrem Hormonhaushalt abhängig.

Förderverein sucht Hilfe

Und darum sucht der Förderverein nun nach Castrop-Rauxelern, die vielleicht ein privates Gehege haben, um die Hirsche zeitweise aufzunehmen.

„Eine nicht umzäunte Wiese würde aber nicht ausreichen.“ Von Vorteil wäre es, wenn der Besitzer eines Geheges vielleicht schon andere Hirsche hat. „Sollte sich niemand finden, müssten wir uns dauerhaft von den von uns so liebgewonnenen Tieren verabschieden, sie an ein anderes Wildgehege abgeben“, sagt Marianne Scheer.

Lesen Sie jetzt