Die neue Produktionsstätte der Dorstener Drahtwerke geht in Kürze in Betrieb. © Guido Bludau
Familienunternehmen

Dorstener Drahtwerke investieren Millionen in die Expansion (mit Video)

Ein Traditionsunternehmen aus Dorsten investiert in die Zukunft. Für mehrere Millionen Euro ist jetzt eine weitere Produktionshalle errichtet worden. In Dorsten war keine Expansion möglich.

Dass die Dorstener Drahtwerke heimatverbunden sind, dafür steht schon der Name. Doch das Familienunternehmen steckt schon seit vielen Jahren in einem Dilemma. Am Stammsitz an der Marler Straße ist kein Platz mehr, deshalb weichen die Drahtwerke jetzt zum zweiten Mal in die unmittelbare Nachbarschaft aus.

An der Werrastraße im Industriepark Dorsten/Marl, streng genommen auf Marler Gebiet also, ist in den letzten Monaten eine neue Produktionshalle von 3.600 Quadratmetern Größe entstanden, direkt neben einer gleichgroßen Produktionsstätte, die bereits 2008 gebaut wurde. Rund vier Millionen Euro investieren die Dorstener Drahtwerke diesmal in die neuerliche Expansion, an diesem Samstag (11. September) wird Baufest gefeiert.

„Die wirtschaftliche Situation wegen der Corona-Pandemie hat uns kurz an den Plänen zweifeln lassen“, gibt Geschäftsführer Rüdiger Tüshaus zu. „Wir haben zwei Nächte mehr darüber geschlafen und uns dann aber doch zu diesem für unser Unternehmen wichtigen Schritt entschieden.“

„Am besten mit lokalen Firmen bauen“

Baumaterialien seien zwischenzeitlich teurer geworden, Verzögerungen in der Bauphase allerdings mit einigen Wochen noch im Rahmen geblieben. „Es hat sich gezeigt, dass man letztendlich mit lokalen Firmen am besten bauen kann“, so Tüshaus.

Jetzt ist die neue Halle für die Konfektion, Weiterverarbeitung, für Lager und Versand von Drahtgeweben und Schweißgittern fast fertig. Gleich nebenan im Indupark werden sie seit 2008 produziert. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage Installiert. „Der erste Teil soll bereits zum Jahresende grünen Strom produzieren“, erklärt Paul Tüshaus, seit 2019 im Familienunternehmen und für Vertrieb und Marketing zuständig.

Paul Tüshaus (l.) und Betriebsleiter Oliver Hoffmann freuen sich über die Expansion des Dorstener Familienunternehmens in Marl. Geschäftsführer Rüdiger Tüshaus war beim Fototermin auf Geschäftsreise im Ausland.
Paul Tüshaus (l.) und Betriebsleiter Oliver Hoffmann freuen sich über die Expansion des Dorstener Familienunternehmens in Marl. Geschäftsführer Rüdiger Tüshaus war beim Fototermin auf Geschäftsreise im Ausland. © Guido Bludau © Guido Bludau

In dem fertigen Hallenbau sind viele fleißige Helfer mit den Installationsarbeiten für eine moderne Produktionsinfrastruktur beschäftigt. „Ab Oktober sollen die ersten Materialien von der Marler Straße zur Werrastraße umziehen“, sagt Rüdiger Tüshaus. „Bis zum Jahresende soll die gesamte Fertigung für den Bereich Maschenware und Konfektion im Indupark hochwertige Drahtgewebe, Schweißgitter, Siebe, Filter und vieles mehr hier erfolgen.“

Neue Arbeitsplätze schaffen

Am Stammsitz in Dorsten wird derweil bereits an einer Produktionserweiterung für den Bereich Draht gearbeitet. Neue Drahtziehmaschinen werden auch für neue Produkte angeschafft. „Die Investitionen werden die Leistungsfähigkeit der Dorstener Drahtwerke erhöhen und zur Sicherung und Schaffung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze beitragen“, meint der Geschäftsführer.

Etwa 140 sind es derzeit in Dorsten und Marl, einige könnten in nächster Zeit dazukommen.

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Stefan Diebäcker

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