Die „leichteste Getränkedose Europas" wird in Dorsten abgefüllt - und zwar 120.000-mal pro Stunde. © Stefan Diebäcker
Coca-Cola

In Dorsten wird Europas leichteste Getränkedose abgefüllt

Coca-Cola hat in Dorsten eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen. Hier wird Europas leichteste Getränkedose abgefüllt. Aber es gibt noch mehr rekordverdächtige Zahlen.

Etwa 30 Millionen Euro hat Coca-Cola in die neue Abfüllanlage in Dorsten und die gesamte Infrastruktur investiert. Als der 20 Tonnen schwere Füller, das Herzstück der Anlage, im Februar geliefert wurde, war Ralf Schmalenbeck im Urlaub. Doch die erste Dose, die nach wochenlanger Montage an Ostern vom Band lief, hat der Betriebsleiter natürlich persönlich begutachtet. „Seitdem haben wir etwa 92 Millionen Dosen produziert.“

Bei Coca-Cola wird Tempo gemacht

Mit gewaltigem Tempo werden an der Rudolf-Diesel-Straße alle Erfrischungsgetränke aus dem Hause Coca-Cola gefüllt, verpackt und ausgeliefert. Die Verpackungsmaschine beispielsweise macht 95 Takte pro Minute. Ralf Schmalenbeck übersetzt: „Wir fahren drei 24er-Trays in zwei Sekunden.“

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Coca-Cola-Produktion in Dorsten

Seit April wird in Dorsten nach Angaben des Betriebsleiters „die leichteste Getränkedose in Europa“ gefüllt. Sie ist aus Aluminium, hat ein Leergewicht von 9,2 Gramm und fasst 0,33 Liter süße Brause. „Wir können aber unterschiedliche Dosenformate fahren, von 0,2 bis 0,5 Liter und mit unterschiedlichem Durchmesser.“

Schmalenbeck spricht beinahe liebevoll von der „Knubbeldose“, während auf der bisherigen Linie, die so alt ist wie der Standort Dorsten, die schlanke „Sleek Can“ gefüllt wird. Dorsten ist seit 40 Jahren die Dosenfabrik für Coca-Cola in Deutschland. „Wir sind also quasi zu den Wurzeln zurückgekommen“, sagt der Betriebsleiter. Unter seiner Regie werden stündlich 220.000 Dosen „gemacht“, 100.000 auf der alten und sogar 120.000 auf der neuen Linie. „Viel schneller geht es weltweit nicht.“

120.000 Dosen laufen bei Coca-Cola in Dorsten pro Stunde vom Band.
120.000 Dosen laufen bei Coca-Cola in Dorsten pro Stunde vom Band. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Es sind auch die kurzen Wege, die den Standort im Gewerbegebiet Ost für Coca-Cola so wertvoll machen. Dorsten liegt für den Getränkeriesen „mitten im Ruhrgebiet“. Der Lieferant für die Dosen-Rohlinge hat seinen Firmensitz in Gelsenkirchen, das Zentrallager befindet sich in Hünxe. Während die federleichte Alu-Dose in den europäischen Markt geht, ist ihre schmalere und nur einige Gramm schwerere Schwester aus Stahl für den deutschen Markt bestimmt.

Trotz der Coronakrise laufen die beiden Linien „die ganze Zeit unter Volllast“, betont Schmalenbeck. „Die Vorratspackungen werden im Wesentlichen bei uns produziert, sie gehen hauptsächlich an Discounter, Getränkemärkte und den übrigen Lebensmittel-Einzelhandel.“ Sie alle haben, anders als Gastronomen, in den vergangenen Monaten keine Umsatzeinbußen zu beklagen.

Ralf Schmalenbeck, Betriebsleiter bei Coca-Cola in Dorsten
Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck ist stolz auf die neue Abfüllanlage. Damit wurden in Dorsten auch 20 neue Arbeitsplätze geschaffen. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Herausfordernd ist die Corona-Pandemie dennoch für die 250 Mitarbeiter. Der gesamte Betrieb wurde mehrfach geteilt, damit die drei Schichten keinen direkten Kontakt zueinander hatten. Die bis zu 70 Monteure erhielten, während sie die neue Abfüllanlage aufbauten, einen eigenen Zugang.

Die Einzelteile wurden damals auf 54 Tiefladern nach Dorsten gebracht. Auch diese Zahl dürfte beispiellos in der Branche sein.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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