Die Stiftsquelle hat in dieser Woche eine neue Abfüllanlage für Glasflaschen in Betrieb genommen. © Stiftsquelle
Mineralwasserbrunnen

Millionen für neue Abfüll-Anlage: Die Stiftsquelle und der Greta-Effekt

Die Stiftsquelle, Dorstens Mineralwasserbrunnen, hat mehrere Millionen Euro in eine neue Abfüllanlage investiert. Das ist auch einem „Greta-Effekt“ zu verdanken.

Es ist die vierte Abfüllanlage auf dem Firmengelände der Stiftsquelle. Und es ist die zweite, die für Glasflaschen bestimmt ist. Für Bürgermeister Tobias Stockhoff, der die Inbetriebnahme in dieser Woche miterlebte, ist es „ein gutes Zeichen, dass trotz Corona-Pandemie weiter in die Zukunft investiert wird. Das sichert vorhandene und schafft neue Arbeitsplätze.“

Bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde

Sieben Millionen Euro haben die Geschäftsführer Michael und Sebastian Brodmann in die neue Anlage investiert. Sie steht in einer ausgebauten, ehemaligen Lagerhalle, eine neue Lagerhalle wurde auf dem Betriebsgelände an der Buerer Straße in den letzten Monaten ebenfalls gebaut.

„Bis zu 40.000 Flaschen können dort pro Stunde abgefüllt werden“, sagt Michael Brodmann. „Vorerst gehen hier nur 0,7- und 0,75-Liter-Flaschen vom Band, aber grundsätzlich wären auch andere Glasgebinde möglich.“ Im Markt sei bereits zu erkennen, dass sich sechs Glasflaschen à 1,0 Liter gut verkaufen ließen. An einem „ganz normalen“ Tag werden in Dorsten 1,2 Millionen Gebinde abgefüllt.

Bürgermeister Tobias Stockhoff durchschnitt das obligatorische Band, damit konnte die Produktion anlaufen. © Stiftsquelle © Stiftsquelle

Die Johann Spielmann GmbH, so der eigentliche Firmenname, reagiert mit der neuen Abfüllanlage für Glasflaschen auf einen Trend, den Michael Brodmann als „Greta-Effekt“ beschreibt. „Regionale Produkte werden zunehmend in Glasflaschen verkauft, der Verkauf von PET-Flaschen ist überall stark rückläufig.“

Bio-Marke verzeichnet „starkes Wachstum“

Immer mehr Verbraucher ziehen offenbar ein regionales Produkt einem Wasser beispielsweise aus Frankreich oder Norwegen in PET-Flaschen vor. Das dürfte Greta Thunberg, die 18-jährige Umweltaktivistin aus Schweden („Fridays for Future“), ebenso freuen wie die Tatsache, dass die Bio-Marke „Landpark“ laut Sebastian Brodmann „ein starkes Wachstum“ verzeichnet.

Was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass die Coronakrise auch bei Dorstens Mineralbrunnen spürbar sei. „Der Absatz in die Gastronomie fehlt uns natürlich, aber zum Glück sind wir breit aufgestellt“, betont Sebastian Brodmann. „Unser Familienunternehmen ist kerngesund.“

Bester Beleg: Mit der neuen Abfüllanlage werden bei der Stiftsquelle auch zehn weitere Arbeitsplätze geschaffen. Mehr als 100 waren es bislang schon.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
Zur Autorenseite
Stefan Diebäcker

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt