getbaff-Gründer Hendrik Gottschalk mit seiner Oma Doris Silberg, dem Gesicht des Technologie-Start-ups. © privat
Start-up

Oma Doris (81) aus Dorsten wird zum Internet-Hit

Doris Silberg aus Dorsten ist das Gesicht des Tech-Start-ups „getbaff“. Als „Oma Doris“ hat die 81-Jährige Kultstatus im Netz erreicht. Dabei wollte sie eigentlich nur ihrem Enkel helfen.

Viel Zeit haben Gründer für die Präsentation ihrer Geschäftsidee vor potenziellen Investoren in der Regel nicht. So ein Pitch dauert meist nur wenige Minuten. „Wir haben anfangs die Erfahrung gemacht, dass die Leute nach unserem Pitch zwar applaudierten, aber manche hinterher auch noch mal fragten, was wir eigentlich genau machen“, sagt Hendrik Gottschalk.

Der 31-Jährige hat vor drei Jahren mit Jan Owiesniak in Dorsten das Start-up „getbaff“ gegründet. Die gleichnamige App bringt Videos auf analoge Oberflächen. Dafür wird die Technologie „Augmented Reality“ genutzt, mit der sich das reale Umfeld um digitale Inhalte erweitern lässt.

Erklärvideos zu neuesten Technologien

Gottschalk suchte nach einer Möglichkeit, seine Idee so einfach wie möglich zu erklären. Und landete schnell bei seiner Oma Doris. Die 81-jährige Dorstenerin erklärt seither auf ihre ganz eigene sympathische Art in unterschiedlichen Videos, wie Augmented Reality funktioniert und welche Chancen die Technologie bietet.

Doris Silberg war auch schon in einem Spot für einen großen Waschmittelhersteller zu sehen und stand gemeinsam mit ihrem Mann Alfons für eine bekannte Fast-Food-Kette vor der Kamera. Die digitale Figur „Oma Doris“ hat es im Netz zu Kultstatus gebracht. Es gibt Sticker, Memes und GIFs von Oma Doris, die über verschiedene Social-Media-Plattformen mehr als 70 Millionen Views generiert haben.

Auch in Dorsten wird die Rentnerin regelmäßig angesprochen, wenn sie mal wieder im Fernsehen oder Internet zu sehen war. „Da musste mit leben“, sagte Doris Silberg einmal augenzwinkernd in einem Beitrag auf Sat.1. Ihr Enkel habe sie auch immer unterstützt und da gebe sie gerne etwas zurück. Der „Job“ mache ihr Spaß – umso mehr, wenn sie damit ihrem Enkel helfen kann.

Als digitale Figur „Oma Doris” hat Doris Silberg im Netz Kultstatus erreicht. Die hier abgebildete „Coronadori” gibt es nun auch als digitale Sammelkarte. © privat © privat

Oma Doris ist längst das Gesicht des Start-ups mit Sitz in Düsseldorf geworden. Sie selbst bezeichnet sich als Maskottchen des Unternehmens. Und von diesem Maskottchen gibt es auf www.doridex.de neuerdings auch digitale Sammelkarten.

„Damit möchten wir uns einerseits ganz herzlich bei ‚Oma Doris‘ für ihren Einsatz bedanken“, sagt Hendrik Gottschalk. Zugleich will getbaff damit weitere technologische Felder erschließen. In diesem Fall ist es Blockchain. Die noch vergleichsweise neue Technologie kommt aktuell vor allem im Bereich von Kryptowährungen, wie dem Bitcoin, zum Einsatz. Grob vereinfacht könnte man Blockchain mit einem Buchhaltungssystem vergleichen. Aber Oma Doris wird das bestimmt bald besser erklären.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik