Senol Özdogan, Stationsleiter der SB-Tankstelle an der Gladbecker Straße, vor dem neuen "Amazon-Locker". © Michael Klein
Paketversand

Paketlieferung an Tankstellen: Auch Amazon mischt bei Automaten mit

Paketdienste treffen ihre Kunden häufig nicht an der Haustür an. Deswegen sind immer mehr Tankstellen mit von der Partie: mit Packstationen oder als Paketshops. Auch in Dorsten.

Tankstellen haben sich längst zu Verkaufsshops für Lebensmittel, Getränke und Dinge des alltäglichen Bedarfs entwickelt. Jetzt übernehmen sie mehr und mehr auch Paketpost-Dienste, lassen Pack-Stationen vor ihren Türen aufstellen oder richten drinnen Paketshops ein. „Denn Tankstellen liegen verkehrsgünstig auf dem Weg, man gut vorfahren und parken“, sagt Senol Özdogan, Stationsleiter der von der „Rheinland-Kraftstoff“ betriebenen SB-Tankstelle an der Gladbecker Straße in Dorsten.

Automat neben der Tür

Diese Tankstelle ist seit Kurzem die erste in Dorsten, die gleich beide Angebote vereint. War sie vorher schon ein Partner-Paketshop des Paketdienstes „Hermes“, in dem die Kunden Frachtgut aufgeben und abholen und Retouren abwickeln konnten, so steht seit Montag (7. Dezember) auch ein grau-farbener, sogenannter „Amazon-Locker“ links neben der Eingangstür.

Auch die Aral-Tankstelle an der Halterner Straße und die Westfalen-Tankstelle an der Gahlener Straße sind mit diesen Amazon-Automaten ausgestattet. Das Prinzip der „Locker“ funktioniert ähnlich wie das einer der gelben DHL-Packstationen, wie es sie beispielsweise an der Esso-Tankstelle an der Gladbecker Straße gilt: Kunden können sich ihre Amazon-Lieferung gezielt an diese Station liefern lassen und dann abholen, wann sie Zeit haben – rund um die Uhr.

Unterwegs oder auf der Arbeit

Denn wer kennt es nicht: Man erwartet sehnlich ein Paket oder Päckchen, aber wenn der Zusteller dann vor der Tür steht, ist man gerade unterwegs oder auf der Arbeit. Dann landet die Sendung beim Nachbarn, geht zurück oder zum nächsten Paketshop.

Mehrere Tankstellen in Dorsten sind als Partner-Paketshop tätig, etwas für das Unternehmen Hermes.
Mehrere Tankstellen in Dorsten sind als Partner-Paketshop tätig, etwas für das Unternehmen Hermes. © Michael Klein © Michael Klein

Und auch Versand-Unternehmen haben ein Interesse, denn der letzte Weg des Päckchens zum Empfänger gilt in der Logistikkette als der teuerste Abschnitt, weil man dafür einen Lieferdienst beauftragen muss.

„Weniger mit Reklamationen zu tun“

Dass Amazon nun selbst für die Packstation verantwortlich ist, ist für SB-Stationsleiter Senol Özdogan eine Erleichterung. „Dann müssen wir uns selbst weniger mit Kunden-Reklamationen beschäftigen“, sagt er. „Denn wir haben mit dem Hermes-Paketshop schon viel zu tun.“ Nach seinen Angaben sind es täglich 30 bis 40 Pakete, die von seinen Mitarbeitern bearbeitet werden. „Und jetzt wegen Corona und der Vorweihnachtszeit noch deutlich mehr.“

Neben Kunden und Logistiker profitieren auch die Tankstellen, dass sie die letzte Anlaufstelle in der Lieferkette vom Versender zum Empfänger werden. Von den Vergütungen können sie zwar nicht leben. Aber Stationsleiter wie Senol Özdogan hoffen, dass sie so neue Stammkunden fürs Tanken und als Spontankäufer gewinnen.

Was der hiesige Einzelhandel von der Entwicklung halten mag, das aber steht auf einem anderen Blatt.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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