An vier Sonntagen dürfen in Dorsten bis zum Jahresende die Geschäfte öffnen, zweimal in Lembeck. © picture alliance / dpa
Ausnahme wegen Corona

Stadt erlaubt fünf verkaufsoffene Sonntage ohne Festprogramm

Mit fünf verkaufsoffenen Sonntagen will die Stadt den Einzelhändlern in der Coronakrise Gelegenheit geben, Umsatzverluste aufzufangen. Auf Spektakel müssen die Kunden allerdings verzichten.

Es wird bis zum Jahresende fünf Sonntage gegeben, an denen Dorstener sonntags einkaufen gehen können – in der Altstadt und in Lembeck. An diesen Sonntagen soll es nicht anders zugehen als an Werktagen, denn Stadtfeste und ähnliche Spektakel sind wegen Corona bis auf Weiteres nicht erlaubt.

Dass die Landesregierung ausnahmsweise von der Regel absieht, dass ein verkaufsoffener Sonntag ein Anhängsel größerer Traditionsveranstaltungen sein muss, hat auch mit Corona zu tun: In der Zeit des Shutdowns, als lediglich Lebensmittelläden und Drogerien, Apotheken, Optiker und Tankstellen öffnen durften, haben Einzelhändler enorme Verluste eingefahren.

Einzelhändler beklagen große Umsatzeinbußen

Die Kaufzurückhaltung verunsicherter Bürger und die Verlagerung des Konsums in Richtung Online-Handel haben dazu beigetragen. Die Absage von Stadtfesten und vergleichbaren Veranstaltungen inklusiver verkaufsoffener Sonntage hat ebenfalls für Umsatzeinbußen gesorgt.

Jetzt sollen die Einzelhändler eine Möglichkeit bekommen, wenigstens einen Teil der fehlenden Umsätze „aufzuholen“ – auch in Dorsten und Lembeck. Wie Bürgermeister Tobias Stockhoff am Mittwoch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mitteilte, sind alle Werbe- und Interessengemeinschaften in allen Stadtteilen gefragt worden.

Los geht‘s am 6. September in Lembeck

Die Gelegenheit nutzen wollen die Händler der Altstadt und Lembecks, das schon am 6. September den Auftakt macht mit dem ersten verkaufsoffenen Sonntag unter Corona-Bedingungen.

In der Altstadt werden die Läden am 20. September, 10. Oktober, 8. November und 29. November geöffnet sein. Am 29. November schließt sich Lembeck noch einmal an.

Die Geschäfte dürfen öffnen von 13 bis 18 Uhr, selbstverständlich gelten auch sonntags alle bekannten Hygieneregeln wie Masken- und Abstandsgebot. Stadt und Land erhoffen sich von den zusätzlichen Verkaufstagen neben einem Erfolg für die gebeutelten Einzelhändler auch eine Entzerrung des Einkaufsgeschehens und damit eine Verringerung der Ansteckungsgefahr.

Keine Partei hatte Einwände gegen die Sonntagsöffnung

Einen vollwertigen Ersatz für „Dorsten isst mobil“, das Altstadtfest, das Herbstfest und das Lichterfest oder das Stoppelfest in Lembeck können die verkaufsoffenen Sonntage sicher nicht darstellen, aber für Händler und Gastronomen in der Innenstadt und in Lembeck können sie vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer sein.

Vor diesem Hintergrund stimmte selbst der Vertreter der Fraktion Die Linken ausnahmsweise nicht gegen die Ladenöffnungen am Sonntag. Kirchen und Gewerkschaften hatten bis zur Ausschusssitzung keine Stellungnahme abgegeben.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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