Fährt sie, fährt sie nicht? Dorstener Pendler wollen eine zuverlässige Nordwestbahn

mlzNordwestbahn

Temperaturen um null Grad, die Stimmung der Fahrgäste frühmorgens am Bahnhof Dorsten frostig. Immer dann, wenn die Nordwestbahn zu spät kommt. Die gelobt jetzt Besserung.

Dorsten

, 08.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 15. Dezember 2019 hat ein Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn stattgefunden. „Ich habe mich richtig gefreut, als ich gesehen habe, dass die Nordwestbahn jetzt zweimal stündlich ab Dorsten fährt“, sagt uns eine Pendlerin aus Dorsten. Sie fährt allmorgendlich mit dem Zug nach Essen. Mit ihr seien meistens an die 80 bis 100 weitere Dorstener Auspendler an Bord der Nordwestbahn, die um 6.26 Uhr den Bahnhof Dorsten verlassen soll.

Die Pendlerin aus Dorsten arbeitet wie viele andere Dorstener auch in Essen. Sie selbst ist Mitarbeiterin einer großen Krankenversicherung. Doch zeitig ist sie längst nicht immer da: „Mehrfach ist montags oder mittwochs morgens der Frühzug um 5.57 Uhr oder 6.26 Uhr nicht pünktlich gewesen oder gar nicht erst aus dem Depot in Dorsten ausgerückt. Stattdessen musste ich dann den späteren Zug nehmen“, ärgert sich die Dorstenerin. Das koste Zeit und Nerven. „Pendeln mit der Nordwestbahn ist ein tägliches Abenteuer.“

Schermbeckerin kennt das Problem auch

Erfahrungen dieser Dorstenerin werden von einer Schermbeckerin bestätigt. Ihr Mann bringt sie jeden Morgen mit dem Auto zum Bahnhof in Dorsten. Die Berufstätige arbeitet in Essen-Rüttenscheid und nimmt gerne den Frühzug um 6.26 Uhr. „Wenn der nicht fährt, ist der nächste Zug nach Essen um 6.57 Uhr knüppelvoll“, sagt der Ehemann der Leidgeprüften. Falle die Zugverbindung komplett aus, habe er seine Frau mit seinem Auto auch schon nach Gelsenkirchen-Horst gefahren. „Dort startet die U11, eine Stadtbahn, die auch Rüttenscheid ansteuert.“

Alternativen muss man haben - sonst Pech

„Ja“, bestätigt die Krankenkassenmitarbeiterin, „Alternativen zur Nordwestbahn muss man immer in der Hinterhand haben. Sonst ist man verloren.“ Sie selbst schaue dann nach, ob sie vielleicht mit dem Auto nach Essen fahren soll: „Auf den Hauptstrecken nach Essen, B224 oder über die A31 in Richtung Bottrop, steht man dann im Stau.“

Ein weiterer Dorstener schildert konkret die Leiden der Nordwestbahn-Passagiere, die am Bahnsteig in Dorsten ausharren müssen: „Seit Wochen gelingt es der Nordwestbahn leider nicht, den Zug um 6.26 Uhr ab Dorsten pünktlich bereitzustellen. Dabei kommt dieser Zug aus dem Abstelldepot in Dorsten und hat keine Verspätung aus vorausgegangener Fahrt“, sagt der Mann. Die immer wieder verzögerte Bereitstellung des Dorstener Zuges habe dazu geführt, „dass man in Essen mit bis zu 30 Minuten Verspätung ankommt“.

Informiert wird gar nicht über die Hintergründe

Von den regelmäßigen Zugpendlern kritisiert wird zudem die fehlende Information der Fahrgäste. „Es gibt keine Auskünfte am Bahnhof“, sagen sie. Dafür fühlt sich die Nordwestbahn nicht zuständig: „Für die Ansagen an den Bahnhöfen ist die DB Station & Service verantwortlich“, sagt uns NWB-Sprecherin Karin Punghorst. Die Bahn wirft den Ball zurück: Die Information der Fahrgäste sei mit der Nordwestbahn vertraglich nicht vereinbart worden, heißt es.

Kunden der Dienstleister bleiben sich selbst überlassen

So bleiben die Kunden der beiden Dienstleistungsunternehmen am Bahnhof Dorsten sich selbst überlassen. Wie die Nordwestbahn auf die Kritik zu reagieren gedenkt, haben wir am Dienstag in der Pressestelle der NWB gefragt. Am Freitag dann die Antwort: „An uns soll es nicht scheitern, dass die Kunden pünktlich ihr Ziel erreichen“, sagt Karin Punghorst.

Und ergänzt: „Wir können leider, weil kein konkretes Datum genannt wird, die Beschwerden nicht genau auf die jeweiligen möglichen Ursachen zuordnen. Für alles sind wir nicht allein verantwortlich. Indes haben wir eine Anpassung der Dienstschichten vorgenommen, sodass die Zugverbindung mit der regulären Abfahrt um 6.26 Uhr von Dorsten nach Essen pünktlich in Dorsten starten kann.“

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