Napoleonsweg: Sperren freuen Barkenberger, einige ärgern sich aber auch darüber

mlzRad- und Fußweg

Die einen freuen sich über die himmlische Ruhe. Die anderen ärgern sich über die Hindernisse. An der Abriegelung des Napoleonsweges scheiden sich die Geister.

Wulfen-Barkenberg

, 16.07.2019, 11:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans von der Forst wohnt seit 1981 an der Jägerstraße in Barkenberg. Aber auch der Napoleonsweg führt an seinem Grundstück vorbei: „Als wir aus Gelsenkirchen hierher zogen, mussten wir uns erst einmal an die Stille gewöhnen“, sagt er. Das habe sich in den letzten Jahren stark geändert: „Manchmal sind hier bis zu 40 Fahrzeuge am Tag auf dem Napoleonsweg vorbeigefahren. Das war dann sehr laut.“

Lieferverkehr und Anliegerverkehr hätten sich auf dem Fuß- und Radweg abgespielt. „Das sieht man dem Weg mittlerweile auch an“, so von der Forst. Der Napoleonsweg sei schließlich nicht für den Kfz-Verkehr und schon gar nicht für Lastwagen angelegt worden, sondern als reiner Fuß- und Radweg gedacht gewesen. Hans von der Forst freut sich umso mehr, dass dem unerlaubten Fahrzeugverkehr auf dem Napoleonsweg jetzt Riegel vorgeschoben wurden.

18 Hindernisse und fünf Sperren sind vorgesehen

Insgesamt 18 Hindernisse will die Stadt bzw. hat die Stadt in den Zufahrten zum Napoleonsweg aufstellen lassen. Darunter sind fünf schwenkbare Sperren an strategisch wichtigen Stellen: Zwischen Parkdeck Wulfener Markt und Kita Wulfener Markt, Höhe Tennisplatz, nahe Brücke Wittenberger Damm, Höhe Schwalbenstück/Eichenstück und eben auch an der Jägerstraße/Südheide, wo Hans von der Forst wohnt.

Allein hätten die Schranken aber wohl gegen den Erfindungsreichtum bzw. die Dreistigkeit der Autofahrer nichts ausrichten können: „Viele haben die Schranken einfach umkurvt. Das geht jetzt nicht mehr, weil dicke Steine das Umfahren verhindern“, sagt von der Forst.

Wenig erfreut ist indes eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Second-Hand-Boutique der evangelischen Kirchengemeinden Hervest-Wulfen über die Riegel. Sie beklagt in einer Stellungnahme an die Redaktion, dass „durch die Absperrungen die Anlieferung von Kleider- und Sachspenden am Gemeindezentrum Talaue, die teilweise säckeweise und in Kartons verpackt erfolgt, fast unmöglich ist“.

Viele Kunden hätten sich bei der Kirchengemeinde deshalb beschwert. „Wir befürchten, dass die Kleiderspenden ausbleiben oder sich erheblich verringern. Wir sind jedoch dringend auf diese Spenden angewiesen“, so die ehrenamtliche Helferin.

Kleiderspenden gehen nach Bethel

Die Spenden gehen nach Bethel. Sporadisch werden sie mit Lastwagen abgeholt. „Ein Mitarbeiter ist gezwungen, die Schranke hierfür extra zu öffnen und zu schließen, und das gleich zweimal: bei der Ein- und bei der Ausfahrt“, sagt die Ehrenamtliche.

Napoleonsweg: Sperren freuen Barkenberger, einige ärgern sich aber auch darüber

Die Zufahrt zum Napoleonsweg Richtung Talaue wurde ebenfalls abgeriegelt. Das ärgert die Ehrenamtlichen der Ev. Kirchengemeinde Hervest/Wulfen. © Claudia Engel

Das Problem macht die Kritikerin bei der Stadt Dorsten aus: „Die Stadt Dorsten kassiert von der Kirchengemeinde für Sondergenehmigungen einiger Mitarbeiter für das Be- und Entladen sogar Geld, hält es aber nicht für nötig, diese über die Absperrungen im Vorfeld zu informieren oder geeignete Schlüssel zum Öffnen und Schließen der Schranken zur Verfügung zu stellen.“

Die Stadt antwortet auf den Vorwurf wie folgt: „Das Schrankenkonzept war mehrfach Thema in der Wulfen-Konferenz. Auch die Dorstener Zeitung hat jeweils ausführlich darüber berichtet.“ Stadtsprecher Ludger Böhne verweist darauf, dass „die Straßenverkehrsordnung Städten enge Grenzen für das Erteilen von Ausnahmegenehmigungen zum Befahren von Geh- und Radwegen setzt“. Für das Ausstellen dieser Genehmigungen werde eine insgesamt kostendeckende Verwaltungsgebühr erhoben.

Böhne sagt zudem: „Nutznießer von Ausnahmegenehmigungen beschaffen sich in der Regel die erforderlichen Schlüssel selber. Bei Bedarf berät die Stadt Dorsten hierzu.“

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